Baubeginn der umstrittenen "Dirtbike-Bahn"

Bad Vilbel (pm). Die Arbeiten für die "Dirtbike-Bahn" im Heilsberger Christeneck sollen am kommenden Montag beginnen. Bis Mitte Oktober wird die Erde angeliefert, die spätestens bis zum 1. März 2013 so modelliert sein soll, dass die Bahn einsatzbereit ist, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Ein bisschen müssen sich die mutigen Radler also noch gedulden, ehe sie über "Doubles" springen oder über "Tables" brausen können. "Wir freuen uns, dass mit der Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde, der Wunsch der Jugendlichen nach einer weiteren Outdoor-Freizeiteinrichtung am Heilsberg bald umgesetzt werden kann", sagen Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn und Erik Schächer, Leiter des städtischen Bauamtes.

In dieser Woche habe die Unteren Naturschutzbehörde des Wetteraukreises (UNB) die Genehmigung zum Bau der Anlage mit Auflagen erteilt, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Ein Gutachten der UNB habe ergeben, dass zum Schutz der in der Umgebung ansässigen Rebhühner der Abstand der Anlage zur Heckenbepflanzung von 10 auf 15 Meter erweitert werden müsse, zudem seien die Arbeiten wegen der Brut- und Setzzeit bis zum 1. März 2013 abzuschließen.

Die Maßnahmen der Stadt seien durch die Behörde nochmals bestätigt worden, etwa, dass weder ein Zaun, noch eine dauerhafte Beleuchtung an der Anlage angebracht werden dürfe, und dass die Hügel mit Gras bewachsen sein sollten – ausgenommen die Fahrspuren für die Biker.

Bereits 2011 habe das Kreisbauamt die Genehmigung zur Errichtung einer "Dirtbike"-Anlage auf dem Christeneck erteilt, erinnert Freund-Hahn. "Unser Amt hat diese Maßnahme, gemeinsam mit dem Amt für Stadtentwicklung und dem Bauamt, von Beginn an begleitet." Die Heilsberger Jugendlichen sollten nun bei der Modellierung und Ausgestaltung des Projekts miteinbezogen werden.

Für den Bau der Anlage stünden rund 3500 Kubikmeter Erde vom Aushub des Teiches in Gronau zur Verfügung. Eine Firma, stelle zudem Erde aus Abbrucharbeiten bereit.

"Parcours wird abgerissen"

Eine erste "Dirtbike- und BMX-Bahn" wurde bereits auf der Grünfläche neben dem Dortelweiler Platz in Nachbarschaft zum Efzet-Forum errichtet. Die Anlage sei von den Jugendlichen sehr gut angenommen worden. Da die Fläche jedoch bebaut werden soll, habe die dortige Bahn nur ein Provisorium dargestellt. Der Parcours werde abgerissen, sobald das Grundstück verkauft sei, teilt Pressesprecher Bastian Zander mit. Bis dahin würden die beiden Bahnen parallel betrieben.

Die neue und deutlich größere Anlage auf den für den Gemeinbedarf ausgewiesenen Flächen am Heilsberg solle dauerhaft in Betrieb bleiben. "Die Bahn in Dortelweil hat gezeigt, dass sich die Jugendlichen sehr für diese Außenaktivität begeistern lassen. Aus pädagogischer Sicht ist es wünschenswert, dass sie ihre Freizeit nicht nur vor dem Computer verbringen, sondern sich auch an der frischen Luft sportlich betätigen", sagte der Efzet-Leiter und städtische Pädagoge Thomas Kahler. Er und seine Mitarbeiter werden auch die Bahn im Christeneck betreuen.

"Nach dem deutlichen Wunsch beim Bürgerworkshop zur Gestaltung des Christenecks und damit einem vorgelagerten Bürgerbeteiligungsverfahren sowie den einstimmigen Beschlüssen aller Parteien im Heilsberger Ortsbeirat, in den Ausschüssen und in der Stadtverordnetenversammlung, freuen wir uns nun, das Projekt konkret werden zu lassen, um den Jugendlichen im Stadtteil Heilsberg und darüber hinaus eine so tolle Anlage bauen zu können", sagt Freund-Hahn abschließend.

Die Anlieger, die von der geplanten Anlage nicht begeistert sind, haben sich den Klageweg noch immer offengehalten. Sie befürchten eine Lärmbelastung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare