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Bäume, Laub und Gehwegparken

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Von: Patrick Eickhoff

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27 Tonnen Laub kommen in der Stadt pro Woche zusammen. Die Grünen fordern im Umgang mit Laubbläsern ein »Umdenken«, sind allerdings mit einem Antrag in der Stadtverordnetenversammlung gescheitert. SYMBOLFOTO: IMAGO © Red

Eine kartografische Darstellung von Gehwegpark-Problemzonen, Leinenpflicht für Hunde, Baumfällungen - diese und weitere Punkte haben Bad Vilbels Stadtverordnete in ihrer jüngsten Sitzung im Dortelweiler Kultur- und Sportforum beschäftigt.

Wegen steigender Corona-Zahlen saßen Bad Vilbels Stadtverordnete am Dienstagabend im Kultur- und Sportforum wieder weiter auseinander. Der Diskussion tat dies jedoch keinen Abbruch.

Baumfällungen : Ein Dringlichkeitsantrag der Grünen zum Thema Baumfällungen im Stadtwald. Dort seien viele Bäume markiert, die gefällt werden sollen. »Nicht alle Bäume sind krank«, sagte Sabina Eberlein (Grüne). Man müsse sich dem Thema annehmen, bevor der neue Forsteinrichtungsplan erstellt werde. Es sei dringend.

Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) sagte, dass er sich nach der Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses um das Thema gekümmert habe. »Es handelt sich um 20 Bäume, die am Wegrand stehen und aus Gründen der Verkehrssicherung gefällt werden«, erläuterte er. Weitere Fällungen werde es bis zur nächsten Stadtverordnetenversammlung nicht geben. »Das können wir also ordentlich in der nächsten Sitzung behandeln.« Dem stimmte CDU-Fraktionschefin Irene Utter zu. Bei Enthaltung der Freien Wähler, Zustimmung der Grünen und Ablehnung von CDU, SPD, FDP und AfD wurde der Antrag abgelehnt.

Leinenpflicht: Die Anleinpflicht für Hunde wird ausgeweitet auf den stadtseitigen Niddauferweg zwischen Wiesengasse und Rathausbrücke sowie zwischen Rathausbrücke und Gronauer Weg (Lohgerberbrunnen). Außerdem umfasst sie künftig den Niddaradweg im gesamten Verlauf der Stadt Bad Vilbel zwischen der Stadtgrenze zu Frankfurt-Harheim und der Stadtgrenze zu Karben. Ebenfalls angeleint werden müssen Hunde auf dem Nidderuferweg im gesamten Verlauf der Stadt Bad Vilbel zwischen der Brücke zum Gronauer Hof und der Kreisstraße 247 sowie entlang des Uferweges bis zur Stadtgrenze zu Niederdorfelden. Die Grünen wollten mit einem Änderungsantrag erreichen, dass die Stadt mit QR-Codes, Aufklebern und verstärkten Kontrollen noch mehr auf die Pflicht aufmerksam macht. Sebastian Wysocki machte deutlich, »dass diese Punkte bereits zugesichert sind«. Deshalb lehnten CDU, SPD; FDP und AfD diesen Antrag ab. Der eigentliche Antrag wurde einstimmig angenommen.

Laubbläser: Mit einem Antrag wollten die Grünen, dass die Stadt auf die Nutzung von Benzin-Laubbläsern verzichtet und sukzessiv auf Akku-Laubbläser umstellt. Außerdem solle auf größtmögliche Laubentnahme verzichtet werden sowie auf niedrigster Leistungsstufe gearbeitet werden.

Erster Stadtrat Wysocki führte aus, dass bei der Stadt rund 27 Tonnen Laub in der Woche zusammenkommen. »Wo soll das Laub denn hin? Wir können wohl kaum einen Komposthaufen im Burgpark aufstellen für 27 Tonnen Laub.« Man sei auf einem guten Weg, aber eine komplette Umstellung sei nicht möglich.

Thomas Tilse (Grüne) sagte, es müsse ein »Umdenken« geben. »Deshalb stellen wir diesen Antrag.« Myriam Gellner (Grüne) fügte an: »In anderen Kommunen und Gemeinden wird es auch anders gestaltet.« Bei Zustimmung der Grünen und Gegenstimmen von CDU, SPD, FDP und AfD wurde der Antrag abgelehnt.

Gehwegparken: Mit einem Antrag wollten die Grünen die Stadtverwaltung bitten, Gebiete kartografisch zu erfassen, in denen die Parksituation angespannt ist und deshalb vermehrt auf Gehwegen geparkt wird. Daniel Kaiser (Grüne) führte aus: »Wir können so herausfinden, wo die Problemstellen sind.« Sein Parteikollege Tobias Grabo fügte an, »dass wir das Thema behutsam in die Öffentlichkeit bringen«.

Irene Utter (CDU) bezeichnete den Antrag als »Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Ordnungspolizei«. Die Ordnungspolizei handele umsichtig. Eine Karte sei nicht die Lösung des Problems.

Carsten Hauer (SPD) ergänzte: »Bringt das Thema in die Ortsbeiräte und sprecht mit den Bürgern. Die Intention ist sicherloch richtig, aber die Karte an sich bringt so nichts.«

Der Antrag wurde bei Zustimmung der Grünen von CDU, SPD, FDP und AfD abgelehnt.

In Verbindung mit dem Antrag der Grünen kochte in den sozialen Netzwerken eine Debatte um Baumfällungen zwischen Dottenfelder Hof und dem Sportplatz in Dortelweil hoch. Entwarnung gibt Pressesprecher Yannick Schwander: »Gefällt werden soll oder muss eine Pappel. Bei anderen sind Gehölzarbeiten notwendig. Alles dient der Verkehrssicherung.« wpa

Für den in die Verwaltung wechselnden ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Christian Kühl (SPD) rückt Michael Wolf nach. Stadtverordnetenvorsteher Oliver Junker (CDU) verkündete außerdem, dass für Angelika Ungerer (SPD) Janis Ahäuser künftig Teil der Stadtverordnetenversammlung sein wird.

Angelika Ungerer ist nicht nur keine Stadtverordnete mehr, sondern hat auch ihr Mandat im Ortsbeirat, im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss sowie in der Umweltkommission niedergelegt. Eine »zukunftsorientierte Politik mit Blick auf den Klimawandel« sei in einer Koalition mit der CDU nicht möglich, so Ungerer. »Wenn kleinere Parteien einen Antrag stellen, dann kann der noch so gut sein, er wird abgelehnt, weil man es kann. Das finde ich sehr schade.« wpa

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