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Johannes Wicht (2. v. r.) übergibt Bürgermeister Thomas Stöhr die Unterschriftenliste für die Erneuerung der Skate-Anlage. Kiara (vorne l.) und Lea Fassbender dürfen zu diesem Anlass ausnahmsweise mal im Rathaus skaten.

Skate-Anlage Bad Vilbel

Bad Vilbeler Burgpark bekommt neue »Mulde«

  • vonNiklas Mag
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Der Burgpark in Bad Vilbel soll umfassend umgestaltet werden. Auch die Skate-Anlage - die »Mulde« - soll profitieren. Die Skate-Szene der Region plädiert für eine Erneuerung.

Habt ihr Lust, hier im Rathaus eine Runde Skateboard zu fahren?« Dieses Angebot von Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr (CDU) können Kiara und Lea Fassbender natürlich auf keinen Fall ablehnen. Denn der Rathauschef stellt fest: »Es ist vermutlich das erste Mal, dass jemand im Vilbeler Rathaus Skateboard fährt und generell in diesem Gebäude«, meint er und lacht.

Überdurchschnittlich viele Personen mit Skateboards in den Händen hatten sich am Mittwochabend im Rathaus in Dortelweil versammelt. Sie sind Johannes Wicht gefolgt, der in Nieder-Erlenbach den Fahrrad- und Skate-Laden »Wheelspin« betreibt. »Ich mache oft Veranstaltungen mit der Stadt und den Jugendzentren an der Mulde und den BMX-Bahnen. Diese Kooperation funktioniert seit 20 Jahren«, berichtet er den Anwesenden. Als Kenner der lokalen Skater-Szene möchte Wicht ein Anliegen der vielen BMX-Fahrer und Skateboarder an die Stadt herantragen.

940 Unterstützer, 524 aus Bad Vilbel

Eine Online-Petition hat 940 Unterstützer gefunden, 524 davon aus Bad Vilbel. »Die Auffahrten der Rampen sind abgesunken, sodass Fugen entstanden sind, die eine unversehrte Ausübung des Sportes gefährden. Weiterhin finden sich in der Halfpipe ebenfalls mehrere Mängel. Die Größe der Anlage wird der vollen Entfaltung betroffener Sportarten nicht gerecht«, heißt es in der Online-Petition. »Wir sind sehr dankbar für das Angebot hier vor Ort, das die Mulde bietet. Aber die Anlage ist in die Jahre gekommen«, ergänzt Johannes Wicht im Rathaus.

Doch rennt er mit seinem Anliegen im Rathaus offene Türen ein. Denn im Zuge der Hessentags-Investitionen soll ohnehin ein sechsstelliger Betrag in den Burgpark fließen, in dessen Mitte sich die stets gut besuchte »Mulde« befindet. »Meinen Respekt für diese große Anzahl an Unterschriften. Der Grund, warum Sie im Haushalt keine Gelder für den Skatepark gefunden haben, liegt darin, dass die Gelder unter der großen Überschrift Generationenpark eingestellt sind«, erläutert der Bürgermeister. Für große Kinder, kleine Kinder, Sportler, Senioren, Familien und eben auch für Skater soll der Generationenpark jedes Vilbeler Freizeitbedürfnis abdecken. »Ich kann natürlich nicht versprechen, dass wir jeden Wunsch erfüllen, da wir mit einem festen Gesamtbudget arbeiten müssen«, sagt Stöhr.

Wasserspielplatz und Kneipp-Becken

Einen groben Entwurf des Generationenparks zeigt der Hessentagsbeauftragte und Kulturamtsleiter Claus-Günther Kunzmann: »Geplant ist ein Wasserspielplatz, ein Neubau des Skateparks, ein Kräutergarten und das Arboretum, das ja bereits steht.« Über 100 Bäume seien im Kurpark für Letzteres angepflanzt worden, man arbeite derzeit an den passenden Schildern. Ein Barfußpfad und ein Kneipp-Becken sollen ebenfalls Platz im neuen Generationenpark finden.

»Bei all diesen Planungen sind wir auf Dritte und Experten angewiesen. Da die Skate-Szene nicht in einem Verein organisiert ist, konnten wir bisher niemanden dafür finden«, fügt Kunzmann an. Durch die Petition wisse man nun, dass Johannes Wicht ein geeigneter Ansprechpartner ist, der mit Expertenrat zur Seite steht. Man werde sich in den kommenden Tagen mit einer Fachfirma die Anlage anschauen. Hierbei werde auch Johannes Wicht teilnehmen. »Das bewahrt uns letztlich auch vor Fehlern«, weiß Kunzmann. Johannes Wicht bedankt sich im Namen der gesamten Szene bei den Vertretern der Stadt: »Dass nun ein Dialog zustande kommt, macht uns sehr glücklich.«

Anlässlich des Hessentages kann die ihn ausrichtende Stadt Infrastrukturprojekte anstoßen. In Bad Vilbel wurde der Radweg entlang der Nidda gebaut, auch die Frankfurter Straße wird saniert und teilweise umgebaut. Der Generationenpark ist ein weiteres Projekt. Dieses wird zu 50 Prozent durch die Europäischen Union gefördert. nma

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