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Die ursprüngliche Simulation der Smart City.

Mega-Projekt

Mega-Projekt Smart City in Bad Vilbel: Planungen werden angepasst – „Brauchen alle mehr Geduld“

  • VonNiklas Mag
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Beim Bad Vilbeler Mega-Projekt „Spring Park Valley“ ist man weiterhin in der Planungsphase. Der städtische Projektführer Klaus Minkel bittet derweil um Geduld.

Bad Vilbel – Es war ruhig geworden um das Mega-Projekt in Bad Vilbel. Auf dem 90 000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Main-Weser-Bahn und B3 rollen noch keine Baustellenfahrzeuge und Bagger. Das Projekt sei aber keineswegs vom Tisch, schreibt die Deutsche Landentwicklung (DLE) auf Anfrage. »Wir arbeiten vielmehr mit Hochdruck an der Realisierung«, teilt die DLE weiter mit. »Dass wir eine Namensänderung und eine aktualisierte Formensprache anstreben, ist im Planungsprozess nicht ungewöhnlich«, heißt es vom Investor. Der Name »Spring Park Valley« ist damit zwar Geschichte, die Grundidee der Smart City in der Quellenstadt werde aber weiter verfolgt. »Wir sind mit verschiedenen Architekten im Gespräch. Der Bebauungsplan bestimmt den Nutzungsmix und ist somit auch Basis der aktuellen und weiteren Planung.«

Bürohaus, Hotel und Sportpark? Smart City in Bad Vilbel wird umgeplant

Wie in der Vergangenheit geplant, soll »Spring Park Valley« nicht werden, jedoch heißt es von der DLE: »Gemeinsam mit den Architekten überlegen wir aktuell, wie wir die Planung an die veränderten Gegebenheiten anpassen. Hier wollen wir die veränderten Arbeitsbedingungen durch Corona und die Anforderungen an nachhaltiges Bauen berücksichtigen.« Bereits im Februar dieses Jahres hatte Jan-Steffen Iser, der Head of Development bei der DLE, auf die Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie verwiesen. Die Entwicklung großer Büroanteile nach bisherigen Konzepten müsse kritisch hinterfragt werden, hieß es damals. »Wir müssen uns in der Planung die Frage stellen, wie die Ansprüche von Unternehmen und Arbeitgebern an den Arbeitsplatz der Zukunft sind. Da der Trend zum Homeoffice geht, sollte man den vorgesehenen Nutzungsmix kritisch hinterfragen, um ein ausgelastetes Quartier zu gestalten.«

Bei dem Bürohaus und dem Hotel wolle man nun schnell in die Realisierung gehen, hieß es gestern vonseiten der DLE. Hier habe man konkrete Planungsaufträge ausgelöst. Darüber hinaus entstehe in den kommenden Monaten auf dem Areal ein kleiner Sportpark, der auf Freizeitbedürfnisse von Jugendlichen abziele, Verzögerungen im eigentlichen Sinne gebe es keine: »Aus unserer Sicht nicht. Jedoch erachten wir die vom vorherigen Eigentümer kolportierten Zeitpläne bei der Größe dieses Areals für zu optimistisch.«

Bad Vilbel: Investor ist „sehr aktiv“ in Sachen Smart City

»Wir sind aktuell sehr aktiv in der Projektentwicklung - siehe Hotel und Bürogebäude. Parallel dazu suchen wir zukünftige Nutzer für das Areal. Nicht immer ist die Arbeit für Außenstehende sichtbar«, betont der Investor. Im Zuge der Projektentwicklung arbeite man eng mit Architekturbüros zusammen. Die Genehmigungsplanung für das Hotel sei an ein Frankfurter Architekturbüro vergeben. Im Zuge dessen solle auch ein realistischer Zeitpunkt für den Baubeginn gefunden werden.

Während der Pandemie hatten die Investoren für das rund 90 000 Quadratmeter große Gelände die Fläche Vereinen zur vorübergehenden Nutzung angeboten. Das soll auch in den kommenden Wintermonaten so bleiben: »Unser Angebot richtete sich insbesondere während der Pandemie an öffentliche Vereine und Träger. Hier fanden bisher sehr fruchtbare Gespräche statt. Durch das aktuelle Infektionsgeschehen und die Jahreszeit besteht aktuell eher wenig Bedarf der Zwischennutzung. Das kann sich in den kommenden Monaten wieder ändern. Hier halten wir unser Angebot aufrecht.«

Bad Vilbel: „Vorleistungen von 60 Millionen“ für Smart City

Klaus Minkel (CDU), der städtische Projektführer, ist sich sicher, dass dem Projekt trotz Pandemie nicht das Aus drohen wird: »In dem gesamten Projekt stecken Vorleistungen von etwa 60 Millionen Euro. Kein vernünftiger Investor würde das einfach versenken.« Bad Vilbels Ehrenstadtrat bittet um Geduld: »Dass wegen Corona alles viel schwieriger geworden ist, ist klar. Wir brauchen alle einfach mehr Geduld.«

Bereits im Juli hatten die DLE und die CESA Group angekündigt, die bisherigen Vorplanungen zu »Spring Park Valley« aktualisieren und weiterentwickeln zu wollen. Petra Müller, Senior-Projektentwicklerin der DLE, gab damals einen kurzen Einblick in das Vorhaben der DLE: »In Bad Vilbel haben wir die Möglichkeit, Teil einer dynamischen Stadtentwicklung zu sein, die als Besonderheit das Nebeneinander von Arbeiten und Wohnen hervorhebt und damit alle Aspekte eines modernen Quartiers erfüllt. Unser Beitrag fokussiert sich auf die Entwicklung zukünftiger Arbeitswelten, Büros und Hotelnutzung.« Dabei erfahre man von der Stadt Bad Vilbel eine breite Unterstützung. Im Mai hatte Müller angekündigt, man werde in einem Zeitkorridor von zwölf Monaten wissen, in welcher Form und wann es mit dem Projekt genau weitergehe.

Zu den Themen, die bei der Neuplanung auf der Tagesordnung stehen, gehören laut Aussage von Iser vom Februar dieses Jahres auch die Optimierung des Verkehrskonzepts. Zudem solle das Energiekonzept auf den Prüfstand kommen.

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