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Die Untersuchung des Erlenbachs von David Mittag hat auch das Interesse dieser Rinder geweckt.

„Jugend forscht“

Bad Vilbel: Schüler für Forschungen zur Erlenbach-Wasserqualität ausgezeichnet

  • VonChristine Fauerbach
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Seit drei Jahren beschäftigt sich Schüler David Mittag mit der Wasserqualität im Erlenbach. Für sein »Erlenbach-Screening«ist er mit dem 1. Preis bei »Jugend forscht« ausgezeichnet worden

Bad Vilbel – David Mittag ist für sein Projekt »Erlenbach-Screening« mit dem ersten Preis im Fachgebiet Biologie, gestiftet von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, beim Regionalwettbewerb Rhein-Main-West ausgezeichnet worden. Für den Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums (GBG) ist es bereits die zweite Auszeichnung beim bundesweiten Nachwuchswettbewerb »Jugend forscht«. Stolz präsentiert der 18-Jährige gemeinsam mit seinem Biologielehrer und Projektbetreuer Marc Grahmann und Schulleiter Carsten Treber die Urkunde. Zur Auszeichnung gehört ein Geldpreis in Höhe von 75 Euro und Ausrüstung.

»Dieses Mal habe ich mir den kompletten Erlenbach von der Quelle am Sandplacken im Taunus bis zur Einmündung in die Nidda bei Massenheim angesehen«, berichtet der Schüler. Entlang des 30 Kilometer langen Flusses hatte er zehn Wasser-Entnahmestellen eingerichtet. »Zusätzlich habe ich mir die Struktur des Baches angesehen und erfasst, ob das Gewässer naturnah belassen oder von Menschen verändert wurde.« Dabei hat er erneut wie bei den beiden Vorgängerprojekten »Erlenbach-Check« physikalische, chemische und biologische Untersuchungen durchgeführt, um Wasserqualität und Artenvielfalt zu erfassen und zu bestimmen.

Bad Vilbeler Schüler forscht am Erlenbach: Begeistert von Einsatz und Akribie

Bei den beiden Vorgängerprojekten war meist Lehrer Marc Grahmann mit am Erlenbach dabei. »Inzwischen macht David alles selbstständig. Er ist der Experte«, freut sich sein Biologielehrer. Er und seine Kollegen sind begeistert von Einsatz, Akribie und Beharrlichkeit des jungen Nachwuchsforschers. »Die Datenlage des Erlenbach-Screenings ist vergleichbar mit der einer Forschungsarbeit«, betont der Biologielehrer.

Die Güte des Wassers werde von der Menge der lebenden und abgestorbenen Organismen bestimmt. Es gibt vier Wassergüte-Klassen: Klasse I: kaum verunreinigt, Klasse II: mäßig verunreinigt, Klasse III: stark verunreinigt, Klasse IV: sehr stark verunreinigt. »Der Erlenbach hat von der Quelle bis zum Klärwerk in Ober-Erlenbach Wassergüte I bis II. Unterhalb des Klärwerkes sind deutlich mehr Chemikalien im Wasser feststellbar, die Wassergüte ist auf IV gesunken. Im Mündungsbereich bei Massenheim verbessert sich die Wassergüte auf III. Das ist ein Beleg für den Erfolg der Renaturierung«, informiert David Mittag.

Bad Vilbel: Kläranlagen verbessern

Zwar habe sich die Wasserqualität durch die Renaturierung verbessert, aber auch die Kläranlagen müssen weiter verbessert werden, damit Deutschland sein Ziel erreicht, und alle Gewässer Güteklasse II haben. Fließende und stehende Gewässer seien komplexe Systeme. Der beste Gesamtindikator für den Gesundheitszustand des Wassers sei dessen ökologischer Zustand. »Die von David erhobenen Daten sind wichtig für alle, die sich die Gewässergüte der Nidda ansehen sowie für Angelsportvereine. Kleine Gewässer wie der Erlenbach sind wichtige Rückzugsorte für Fische. Im Erlenbach werden wieder Bachforellen angesiedelt«, sagt Projektbetreuer Grahmann.

Mit dem dritten Projekt »Erlenbach-Screening« holte sich Abiturient Daniel Mittag (Mitte) im Fach Biologie den ersten Preis bei »Jugend forscht«. Schulleiter Carsten Treber (links) und Lehrer Marc Grahmann gratulieren zum Erfolg.

Am GBG sei das Gewässerrepertoire ausgeweitet worden. Es gebe mehr Equipment, viele Biologie- und Umwelt-AGs und einen Forscherclub. Mittag war als Experte unter anderem für den 2020 geplanten Hessentag in Bad Vilbel angefragt und hat schon viele Vorträge gehalten. Das Erlenbach-Screening-Projekt fließt als besondere Lernleistung als fünftes Prüfungsfach ins Abitur ein. Im April steht der mehrtägige Landeswettbewerb-Entscheid bei Merck in Darmstadt an. Dieser wird höchstwahrscheinlich als digitale Veranstaltung durchgeführt. Dabei wird Schüler Mittag mit drei Juroren ein halbstündiges Gespräch führen, sein Projekt vorstellen und Fragen beantworten.

Bad Vilbel: Ausstellungen und Vorträge abgesagt

»Die Ausstellung im Senckenberg Museum war wegen Corona bereits nicht möglich. Es gab nur eine digitale Präsentation. Das war schade, da der Austausch mit den Wissenschaftlern, den anderen Jungforschern und dem Publikum fehlte«, bedauern Mittag und sein Lehrer. Der Schüler möchte nach dem Abitur entweder Geo- oder Biowissenschaften studieren. Zuvor will er ein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der Umweltplanung Frankfurt oder in der Gewässerökologie des Senckenberg Museums machen.

Das »Jugend forscht«-Projekt »Erlenbach-Screening« am Bad Vilbeler Georg-Büchner-Gymnasium von David Mittag im Fach Biologie ist von Lehrer Marc Grahmann betreut worden. Es wurde über drei Jahre von der Fraport, der BVB-Stiftung und dem Förderverein des GBG mit rund 4000 Euro gefördert, davon 2021 mit rund 1500 Euro. cf

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