Die Gebäude des Unternehmens sind von der B3 gut zu sehen. Nun musste WT Systems Insolvenz anmelden.
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Die Gebäude des Unternehmens sind von der B3 gut zu sehen. Nun musste WT Systems Insolvenz anmelden.

IT-Dienstleister

WT Systems in Bad Vilbel scheint gerettet - Viele Arbeitsplätze gestrichen

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Ende März meldete sich die Firma WT Systems IT-Service & Logistic in Massenheim insolvent. Nun gibt es einen Weg aus der Krise. Doch es fallen viele Arbeitsplätze weg.

Wenige Monate nach der Pleite von WT Systems IT-Service & Logistic GmbH ist klar: Der IT-Dienstleister mit Sitz in Bad Vilbel bleibt erhalten. Das teilte Insolvenzverwalter Frank Schmitt mit. Die Suche nach einem Investor, der das insolvente Unternehmen sanieren soll, war erfolgreich. Eine zu diesem Zweck gegründete Tochterfirma der Deutschen Mittelstandsholding (DMH) aus Frankfurt hat zum 16. Mai den Geschäftsbetrieb und alle verbliebenen Arbeitsplätze übernommen.

Der Einschnitt für die mehr als 45 Jahre alte Firma, zu der mehrere Hallen an der B 3 auf Massenheimer Seite gehören, ist groß. Laut Schmitt wurden 80 von 192 Arbeitsplätzen gestrichen. 35 Mitarbeitern kündigte die Geschäftsführung bereits, bevor sie im März den Insolvenzantrag stellte. Weitere neun verließen das Unternehmen während des Verfahrens auf eigenen Wunsch.

WT Systems: 80 von 110 Mitarbeitern werden entlassen

Anfang April war noch von 40 Entlassungen die Rede gewesen. Am Standort Bad Vilbel hat die deutschlandweit agierende GmbH 110 Mitarbeiter, im Raum Frankfurt ansässige Service-Techniker eingerechnet.

Schmitt zeigte sich zufrieden mit der Übernahme. "Als Insolvenzverwalter trete ich immer mit dem Ziel an, das Unternehmen und so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Das ist uns hier in großem Umfang gelungen und kann die Grundlage für WT Systems sein, um in Zukunft wieder zu wachsen und den leider unumgänglichen Verlust von Arbeitsplätzen wieder wettzumachen." Eine Restrukturierung sei erforderlich gewesen, damit WT Systems "langfristig wieder wirtschaftlich arbeiten" könne und "konkurrenzfähig aufgestellt" sei. Die Auftragsbücher seien voll.

WT Systems setzt die Computer-Infrastruktur von Behörden und Großunternehmen auf. Die Experten richten PCs ein, warten und reparieren die Geräte oder löschen alte Festplatten. Dazu gehören auch Logistikaufgaben. An der Zeppelinstraße 33 holen Laster Gerätschaften ab, in den Hallen lagern Computer und Technik-Zubehör. Laut Schmitt hatte die Firma zuletzt rund 17 Millionen Euro im Jahr erwirtschaftet.

WT Systems will "befreit durchstarten"

2013 war WT Systems von Maintal ins Massenheimer Gewerbegebiet gezogen. Dort hat sie mehrere große Grundstücke von den Stadtwerke angemietet, 2016 hatte das Unternehmen noch ausgebaut. Im März 2019 meldete es wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz an. In wirtschaftliche Schieflage war WT Systems geraten, nach dem es mehrfach zu Verzögerungen bei einem Großauftrag gekommen war, gibt Schmitt an. An den Verzögerungen habe die IT-Firma keine Schuld. Durch diese seien hohe Fixkosten entstanden, die am Ende nicht mehr zu stemmen gewesen seien. "Deshalb war der Abbau von Kapazitäten leider unumgänglich, zumal der Auftraggeber während des Insolvenzverfahrens den Großauftrag völlig überraschend gänzlich von WT Systems abzog", berichtete Schmitt.

Schmitt führte den Geschäftsbetrieb nach dem Insolvenzantrag in vollem Umfang. In Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss beauftragte er die Frankfurter Finanzberater von Falkensteg damit, einen Investor zu finden. Zahlreiche Geldgeber zeigten demnach "Am Ende gab die DMH das beste Angebot ab und kam deshalb zum Zuge", erläuterte Schmitt. "Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis. Die WT Systems kann nun gut aufgestellt wieder befreit durchstarten."

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