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Die Bodenwelle an der B 3 hat auch ein finanzielles Nachspiel: Bei Kontrollen sind Bußgelder in Höhe von fast eine Viertelmillionen Euro verhängt worden.

B3-Bodenwelle

B3-Bodenwelle bei Bad Vilbel wird für viele Pendler teuer

Die B3-Bodenwelle ärgerte tausende Pendler. Nun dürfte ihr Frust noch wachsen. Für viele wird es teuer. 

Bad Vilbel(pm/ags). Die berüchtigte Bodenwelle auf der B3 bei Bad Vilbel ist zwar längst Geschichte, einer lässt aber nicht locker: Jörg-Uwe Hahn, Landtagsabgeordneter für die FDP und Stadtverordneter. Nachdem im Juli eine seiner Anfragen ans Licht brachte, wie viele Fahrzeugführer zwischen Auftreten und Behebung der Problemstelle geblitzt wurden, hat das Verkehrsministerium nun mitgeteilt, wie hoch die Strafzahlungen ausfallen.

Die Temposünder, die bei einer der fünf der fünf Geschwindigkeitskontrollen zwischen Dezember 2018 und April 2019 erwischt wurden, zahlen demnach 230 763,30 Euro an Bußgeldern und 5972,50 Euro an Verwarnungsgeldern. Das geht laut dem hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) aus einer Auswertung des der Zentralen Bußgeldstelle des Landes zu den Kontroll- und Messergebnissen den Polizei hervor.

Insgesamt waren 3357 Fahrzeuge in die Radarfalle geraten. 778 Fahrer waren bis zu 20 Kilometer pro Stunde zu schnell, auf sie fallen die Verwarnungsgelder von bis zu 30 Euro. In 2579 Fällen lagen die Strafen im Bußgeldbereich. Je nachdem, wie weit die Geschwindigkeit über dem Erlaubten lag, kann das außerorts bis zu 600 Euro kosten.

Zu den Akten legen kann das Verkehrsministerium das Ärgernis B3-Bodenwelle nach Hahns Anfrage weiter nicht. Noch immer gebe es einen Rechtsstreit über die Frage, wer für die Straßenreparatur aufkommen muss. Im April 2018 hatte ein von der Telekom beauftragtes Bauunternehmen bei Arbeiten an Leitungen die Fahrbahn kurz vor dem Preungesheimer Dreieck beschädigt und so die Delle verursacht.

Der Schadensverursacher weigert sich bis heute, die noch unbekannten Kosten für das Beheben zu übernehmen. Die Bodenwelle blieb in der Folge mehr als ein Jahr bestehen. Aus Sicherheitsgründen wurde an der betroffenen Stelle, an der zuvor freie Fahrt galt, vorübergehend ein Tempolimit verhängt.

Inzwischen sind die Fahrbahnschäden nach Angaben des Verkehrsministeriums behoben worden. Auch die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde entfernt.

"Ich kann meine Kritik nur wiederholen. Die B3-Bodenwelle ärgerte zurecht tausende Pendler. Der Gefahrenpunkt hätte viel schneller beseitigt werden müssen", sagte Hahn. Die Vermutung, dass die schwarz-grüne Landesregierung versucht habe, über die Geschwindigkeitsmessungen den Haushalt zu füllen, könne die Antwort des Ministeriums nicht ausräumen - schließlich seien fast eine Viertelmillion Euro Verwarnungs- und Bußgelder vereinnahmt worden. "Es wurde hier versucht, mündige Autofahrer mit Radarfallen zu erziehen, anstatt das Grundproblem, die Bodenwelle, schnellstmöglich und mit Nachdruck zu beheben", so Hahn. "Diese Art von Politik lehne ich ab."

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