Dieser Bus kommt seit gut einer Woche in Bad Vilbel nicht mehr in den Einsatz. Karben hat den grauen Bus mit Tempomessgerät übernommen, Bad Vilbel schafft sich gerade eine neue Ausrüstung an.
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Dieser Bus kommt seit gut einer Woche in Bad Vilbel nicht mehr in den Einsatz. Karben hat den grauen Bus mit Tempomessgerät übernommen, Bad Vilbel schafft sich gerade eine neue Ausrüstung an.

Getrennt von Karben

Bad Vilbel blitzt ab November mit eigener Tempo-Messanlage

  • vonNiklas Mag
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Seit etwas mehr als einer Woche ist der gemeinsame Ordnungsbehördenbezirk von Bad Vilbel und Karben Geschichte. Das hat für die Verkehrssicherheit in der Quellenstadt allerdings große Vorteile.

Jeder Autofahrer weiß, wie nötig Blitzer sind. Gerade in Bad Vilbel möchte niemand ein Auto sehen, dessen Fahrer etwa mit Bleifuß durch die Spielstraße fährt. Bisher hatten sich die Städte Bad Vilbel und Karben einen gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk geteilt, doch das hat nun ein Ende.

Die Kooperation war im Mai 2011 ins Leben gerufen worden, damit die Städte bei der Anschaffung modernerer Ausrüstung Kosten sparen konnten. Seitdem wechselten sich Bad Vilbel und Karben mit dem grauen VW-Bus ab, der in beiden Städten auf Raserjagd ging. Seit dem 30. September sind die beiden Kommunen aber wieder auf sich allein gestellt, denn Karben hat den gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk aufgekündigt.

Geschwindigkeitskontrolle in Bad Vilbel: Kosten für neuen Bus überschaubar

Bürgermeister Guido Rahn (CDU) hatte auf Anfrage dieser Zeitung Ende September verkündet, dass Karben alleine flexibler agieren könnte. »Die Auflösung wurde rechtzeitig besprochen und die Stadt Karben hat offiziell gekündigt. Ebenfalls wurde sich darauf verständigt, dass der Messwagen und die Messanlage von der Stadt Karben übernommen werden«, rekapituliert der Sprecher der Stadt Bad Vilbel, Yannick Schwander.

Beide Städte könnten nun ihre eigene Messanlage nutzen und dementsprechend öfter kontrollieren. »Ein Nachteil sind die Folgekosten, die nun für beide Städte anfallen und nicht mehr geteilt werden.« Diese seien aber, gerade bei einer Neuanschaffung wie Bad Vilbel sie tätigt, überschaubar, fährt er fort.

Die Beschaffung der neuen Vilbeler Messanlage mit zugehörigem Fahrzeug laufe derzeit. Aber schon im November soll alles einsatzbereit sein. »Die Kosten belaufen sich auf etwa 180 000 Euro«, erläutert der Stadtsprecher. Die Messanlage mit der nötigen Software mache mit 135 000 Euro den Löwenanteil aus. Rund 45 000 Euro koste das Fahrzeug samt Ausbau, wobei die Stadt Bad Vilbel noch 50 000 Euro aus Karben überwiesen bekommt - ein Übernahmebetrag für die bisher gemeinsam genutzte Ausrüstung.

Geschwindigkeitskontrolle in Bad Vilbel: Ordnungspolizisten werden geschult

Dass die Vilbeler Ordnungspolizei nun einen deutlichen Mehraufwand hat, da öfter geblitzt werden kann, sei wohl eher nicht der Fall: »Mehr Aufwand ist, glaube ich, die falsche Wortwahl«, sagt Schwander. »Die Überwachung des fließenden Verkehrs gehört durchaus in das Aufgabengebiet der Ordnungspolizei und wird auch im Rahmen unserer Möglichkeiten ausgeführt.« Die Stadt Bad Vilbel werde ihre acht Ordnungspolizeibeamte mit der neuen Anlage schulen. So sei ein flexibler Einsatz gegeben.« Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr (CDU) zog im Sommer dieses Jahres nach Bekanntwerden der Karbener Kündigungspläne eine positive Bilanz aus dem gemeinsamen Ordnungsamtsbezirk: Die Kooperation sei damals eine gute Entscheidung gewesen und hätte einen Mindeststandard an Überwachung gewährleistet.

Wer von sich weiß, die Geschwindigkeitsbegrenzungen gerne mal auszureizen, muss nun also gleich doppelt aufpassen. Denn die Ordnungspolizisten in Bad Vilbel wie auch in Karben sind durch die neue Konstellation nun deutlich flexibler. In Karben wird jedoch das Personal knapp. Hier soll in Zukunft ein weiterer Stadtpolizist im Umgang mit der Anlage geschult werden. Um weiterem Personalmangel entgegenzuwirken hatte die Stadtverordnetenversammlung zwei weitere Stellen genehmigt, doch konnten in diesem Sommer wegen der Corona-Pandemie keine Vorstellungsgespräche stattfinden.

Während die Ordnungsämter kontinuierlich messen, beteiligte sich die Bad Vilbeler Polizei schon des Öfteren am bundesweiten Blitzermarathon. Und wie sich das Blitzen in der Quellenstadt lohnt, zeigt die Bilanz, die die Ordnungshüter beispielsweise nach dem Aktionstag im Sommer 2018 zogen: Drei Fahrer wurden mit Flensburger Punkten verwarnt, 43 weitere erhielten Bußgelder. Spitzenreiterin war eine Mini-Fahrerin, die ganze 36 Sachen zu schnell gefahren war. nma

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