Bruchgefahr

B3-Brücke wird eine Woche lang saniert

  • Holger Pegelow
    VonHolger Pegelow
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Tausende Autofahrer aus der Wetterau haben auf ihrem Weg zur Arbeit nach Frankfurt im Stau gestanden. Nun sind erste Details zu den spontanen Arbeiten an der beschädigten B3-Brücke bekannt.

Im morgendlichen Berufsverkehr hat es schon am Mittwoch viele Pendler eiskalt erwischt. Nachdem sie sich über die einspurige Bundesstraße im üblichen Stop-and-Go fortbewegt hatten und dann auf das zweispurige Stück Richtung A 661 fuhren, leuchteten gleich nach der Auffahrt Massenheim die ersten Warntafeln auf. Einspurige Verkehrsführung im Bereich der großen Landschaftsbrücke. So bildete sich erneut ein Stau. Und wer gegen 8.15 Uhr, 8.30 Uhr gefahren ist, stand schon ab Karben. »Ich habe doppelt solange gebraucht wie normalerweise«, berichtet eine Pendlerin. »Es ging nur meterweise voran.« Sie wunderte sich auch, dass das Teilstück abgesperrt und niemand zu sehen war. »Die haben erst mal gesperrt, gearbeitet wurde dort anscheinend nicht.«

Was die Pendlerin nicht sehen konnte: Die Arbeiten finden an der Unterseite der Brücke statt. Am Dienstag waren bei einer routinemäßigen Kontrolle den Mitarbeitern der Autobahnmeisterei die Schäden an der Brücke aufgefallen.

Die Sprecherin von Hessen Mobil, Cornelia Höhl, beschreibt die Schäden auf WZ-Anfrage am Donenrstag so: »Die Schäden betreffen den Bereich der sogenannten Übergangskonstruktion (ÜKO). Diese ÜKO gleicht die Verformungen und Bewegungen des Brückenüberbaus gegenüber den Brücken-Enden aus. Die Verformungen des Überbaus resultieren aus Temperaturschwankungen und der Verkehrsbelastung und reichen je nach Brücke von wenigen Millimetern bis in den Meterbereich. Diese Differenzen werden durch das Auseinander- und Zusammenschieben der Übergangskonstruktion ausgeglichen. Im Falle des betroffenen Bauwerks ist diese Übergangskonstruktion im Bereich der zurzeit gesperrten Fahrspur so stark beschädigt, dass sie möglicherweise bei weiterer Belastung zu brechen droht.«. Und die Belastung ist erheblich. Nach einer Erhebung von 2015 fahren dort täglich rund 35 000 Fahrzeuge.

Weil also Gefahr im Verzug war, hat Hessen Mobil die sofortige Sperrung der Fahrspur angeordnet. Am Donnerstag wurden die genauen Schäden registriert und zunächst sogenannte Notinstandsetzungsmaßnahmen durchgeführt, heißt es von der Landesstraßenbehörde. Ab kommenden Montag sollen die Schäden komplett beseitigt werden. Die Arbeiten sollen bis Ende der kommenden Woche dauern. Somit müssen sich die Autofahrer bis 2. Februar auf eine nur einspurige Verkehrsführung einstellen.

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