Kombibad

B3-Abfahrt für die Kombibad-Baustelle

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Bäderkönig Josef Wund wollte schon mit dem Bau des gigantischen Vilbeler Kombibades begonnen haben. Doch noch hat sich nichts getan. Die WZ hat sich umgehört und dabei Erstaunliches erfahren.

Im März hat die WZ den Investor gefragt, wann denn Baubeginn sein werde. Wunds Antwort: »Wir werden binnen Wochen nach Erteilung der Baugenehmigung beginnen und sind zuversichtlich, dass das Sportbad noch Ende 2018 in Betrieb geht.« Die Baugenehmigung ist noch nicht erteilt. Wann das erfolgen wird, kann und will Kreissprecher Michael Elsaß nicht sagen. Nur soviel: »Wenn alle Voraussetzungen vorliegen.« Bis dahin werde man keine Zwischenstände herausgeben. Die Unterlagen liegen beim Kreisbauamt. Aber dort hat man noch Fragen. Wie die WZ erfahren hat, geht es hier um die Darstellung der Barrierefreiheit in den Plänen. Der Investor hat in einem Interview versichert, dass alle Becken im Schwimmbad für körperlich behinderte Menschen zugänglich sein werden. Zurzeit sind die Behörden aber noch mit einem ganz anderen Thema beschäftigt: der Zufahrt zur Baustelle. Denn für die Arbeiten für das Kommunalbad oder Sportbad, die Therme und die beiden Parkhäuser und später für das Freibad und das Hotel sind umfangreiche Fahrzeugbewegungen zu erwarten. Zahlreiche Lastwagen werden täglich von und zur Baustelle rollen. Das soll aber nicht über die Homburger Straße passieren, jener wichtigen Straße, die nicht nur Massenheim mit der Kernstadt verbindet, sondern über die auch der Verkehr von und zur B 3 rollt.

Diese Straße wird gerade grundlegend saniert. »Es gilt, die Homburger Straße zu schonen«, sagt Stadtrat Klaus Minkel. Die Verantwortlichen haben sich eine Lösung erdacht, die zwischen den Behörden gerade in der Abstimmung ist. Von der Abfahrt von Frankfurt kommend nach Bad Vilbel hinein soll es eine separate Abfahrt zur Baustelle geben.

Auf Abfahrt abbremsen

Hessen-Mobil-Sprecherin Cornelia Höhl bestätigt, dass darüber zurzeit verhandelt werde. »Es ist richtig, dass eine separate Baustellenzufahrt geplant ist. Details hierzu sind noch in der Abstimmung und werden danach abschließend vertraglich geregelt.« Diese Details wolle sie noch nicht nennen.

Ganz unproblematisch dürfte die Verwirklichung dieser Idee nicht werden. Denn auf der Abfahrt müsste die zulässige Geschwindigkeit deutlich reduziert werden, damit die abbiegenden Autos nicht auf die langsameren Baustellenfahrzeuge auffahren. Neben Hessen Mobil ist auch die Vilbeler Straßenverkehrsbehörde mit einer Lösung befasst.

Zurzeit in der Abklärung ist noch ein weiteres Thema. Stadtrat Minkel hat für die nächste Magistratssitzung am Montag eine Vorlage vorbereitet. Dabei geht es darum, eine sogenannte Befreiung vom Bebauungsplan zu erreichen. Im B-Plan für dieses Gebiet ist nämlich eine Straße gar nicht vorgesehen, dürfte also rein rechtlich gar nicht gebaut werden.

Außerdem muss der Investor mit Hilfe der Stadt noch mit der Unteren Naturschützbehörde verhandeln, weil die Bäume und Büsche zwischen Abfahrt und dem künftigen Kombibadgelände entfernt werden müssen.

Bis alles miteinander abgestimmt ist, kann es also noch ein wenig dauern. »Demnächst« sei mit der Baugenehmigung zu rechnen, sagt Minkel. Er kennt die Anfrage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Christian Kühl, die dieser zur nächsten Sitzung des Stadtparlaments am 20. Juni einbringen will. Und antwortet auf die Frage, wann denn das Kommunalbad fertig sein werde: »2018/19«. Wund will, wie berichtet, dieses Bad zuerst bauen. Hintergrund ist, dass die Stadt dann einen Ersatz für das marode städtische Hallenbad im Kurpark hätte, das abgerissen werden könnte.

Kühl erkundigt sich zudem nach dem Freibad. Dazu informiert der Stadtrat, dass zunächst acht Bahnen zu je 25 Metern Länge zugesagt worden seien. Es kämen aber sechs Bahnen zu je 50 Metern, »mithin 50 Prozent mehr Wasserfläche, als zunächst zugesagt«. Das Freibad werde nach dem Kombibad gebaut.

All das und mehr werden die Bürger vom Investor aus Friedrichshafen selber erfahren. Er will, wie bereits in der WZ im März angekündigt, in einer Bürgerversammlung die Pläne für das gigantische Kombibad und die beiden dazugehörigen Parkhäuser mit rund 2000 Stellplätzen persönlich vorstellen.

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