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Das Bad Vilbeler Kurhaus ist eingerüstet. Damit beginnen die Sanierungsarbeiten für das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Volkshaus. Das Gebäude soll mit dem Neubau der Stadthalle mittels einer Orangerie verbunden werden.

Vor dem Hessentag

Auftakt zur Kurhaussanierung

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Im Westen des Bad Vilbeler Kurparks sind die Arbeiten zum Neubau der Stadthalle im Gange. Jetzt geht es auch am Kurhaus los, das Gerüst ist gestellt. Bis zum Hessentag soll das ehemalige Volkshaus in neuem Glanz erstrahlen.

Bad Vilbel(pe). Wer in diesen Tagen aus der Bad Vilbeler Innenstadt oder vom Platz der neuen Mitte aus über die Büchereibrücke in Richtung Kurhaus läuft, dürfte es unschwer übersehen. Das gelbe Haus im Westteil des Kurparks ist eingerüstet worden. Am Donnerstagmorgen rückte die Firma an und stellte ein riesiges Gerüst an der Stirnseite und der Seite zur Nidda hin auf. Die beiden anderen Seiten blieben zunächst gerüstfrei, denn dort schließt sich der Neubau der Stadthalle an.

Dort ist man seit der letzten öffentlichen Baustellenführung sehr rasch weitergekommen. Die Arbeiter der Firma Jökel, die den Zuschlag für den zweiten Bauabschnitt erhalten hat, errichten derzeit die Orangerie. Das wird jener gläserne Bau, der die neue Stadthalle später einmal mit dem Kurhaus verbinden wird. Alles mit Blick auf die Nidda und den Traditionssprudel.

Gedeckte Außenfarbe

Am Donnerstag waren auch Stadtwerke-Geschäftsführer und Stadtrat Klaus Minkel und der technische Leiter der Stadtwerke, Klaus Rotter, vor Ort. Sie besprachen bereits, welche Farbe das Kurhaus später einmal haben wird. "Jetzt ist das Gebäude noch ockergelb, aber bald wird es eher in einer gedeckten Farbe gehalten", sagt Rotter. "Wir wollen das Gebäude wieder nach dem historischen Vorbild herstellen", versprechen Rotter und Minkel. Dazu haben sie vor geraumer Zeit nicht nur eine historische Zeichnung aus dem Archiv gezogen, sondern auch mit dem Denkmalamt alles abgestimmt. Denn das aus den Jahren 1927/28 stammende ehemalige Volkshaus steht unter Denkmalschutz. Das hatte das Stuttgarter Architekturbüro Vielmo, das den Gesamtentwurf für das Gebäude-Ensemble entworfen hatte, zu berücksichtigen. Markant neu wird nicht nur die Farbe des Außenputzes sein, sondern vor allem die Fenster. "Die werden ebenfalls nach dem historischen Vorbild hergestellt", sagt Minkel. Wie das aussehen wird, zeigt die Architektenskizze aus dem Stuttgarter Büro. Die Fenster enthalten mehrere Längs- und Quersprossen. Da das Haus auch gleichzeitig energetisch saniert wird, erhalten die künftigen Fenster eine Doppelverglasung. Deshalb werden sie laut Minkel auch nicht mehr aus Holz, sondern aus Metall bestehen. "Das ist mit dem Denkmalschutz abgestimmt, weil Holz die großen, schweren Doppelverglasungen bei den großen Fenstern nicht aufnehmen kann", teilt der Liegenschaftsdezernent mit. Eine Firma aus der Region habe die Ausschreibung gewonnen und sei bereits dabei, die neuen Fenster zu produzieren.

20 Millionen Euro Kosten

Bis zum Hessentag Anfang Juni sollen die neuen Fenster eingebaut und der neue Putz bzw. die neue Farbe aufgetragen sein. Dann wird sich den Besucherinnen und Besuchern aus ganz Hessen vom Kurpark und von der neuen Büchereibrücke aus kommend ein schmuckes Kurhaus darbieten.

Dessen Sanierung, die nach dem Hessentag innen weitergehen wird, lässt sich die Stadt rund 20 Millionen Euro kosten. Ein Teil des Geldes wird schon jetzt verbaut: Allein die Metallfenster werden nach Angaben Minkels rund 435 000 Euro kosten. Weitere notwendige Holzarbeiten an dem Gebäude werden mit rund 70 000 Euro veranschlagt. Zu den Kosten für den Außenputz konnte der Stadtwerke-Chef und Liegenschaftsdezernent aktuell noch keine Angaben machen. Diese Arbeiten gingen erst noch in die Ausschreibung, aber erst nach Beendigung der Fensterarbeiten.

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