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»Supporterkeule« Rene Marquardt ist normalerweise Moderator und Stimmungsmacher bei Sportveranstaltungen. Eine Aufgabe, die er auch während der Pandemie ausfüllen möchte. Deshalb ist er jetzt in den sozialen Medien aktiv geworden.

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Auch in schwierigen Zeiten motiviert

  • vonNiklas Mag
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Rene Marquardt aus Gronau hält die Flagge für den Sport in die Höhe. Mit kleinen Spendenaktionen und täglichen Posts in den sozialen Medien möchte der gebürtige Hamburger der Außenwelt in diesen schwierigen Zeiten ver-mitteln, dass man sich trotz Pandemie weiter für Sport begeistern kann. Eine Aufgabe, die seiner motivierenden und freundlichen Art genau in die Karten spielt.

Eigentlich fühle ich mich bei diesem Wetter ja erst richtig wohl«, meint Rene Marquardt und lacht, während er für die Kamera posiert. Als Nordlicht können die starken Winde und der Nieselregen ihm wenig ausmachen. Sein Hamburger Dialekt passt perfekt in die Szenerie. Diesen hat der Sportler nicht verloren, lebt aber seit fast zehn Jahren in Gronau. Rene Marquardt brennt für Sport, arbeitet eigentlich hauptberuflich in Frankfurt als Koch mit Jugendlichen mit Behinderung. Seiner großen Leidenschaft, dem Ausdauersport, frönt er normalerweise als Stimmungsmacher, Anheizer und Moderator, wenn er nicht selbst bei Triathlons und Laufveranstaltungen unter den Teilnehmern ist. »Das fällt momentan natürlich alles komplett weg«, erzählt er bedrückt und zieht den Reißverschluss der Jacke etwas hoch, während der Wind stärker wird.

Sonnenbrille als Markenzeichen

Als »Supporterkeule« ist der Gronauer bekannt, die Sonnenbrille und die Sportklamotten sind ein Markenzeichen seiner Rolle, mit der er an den Laufstrecken für Stimmung sorgt. »Ich mache aber auch selbst viel Sport und bin den Ironman schon mitgelaufen«, beschreibt er. »Wegen der Pandemie organisiere ich mich im Augenblick etwas um«, so Marquardt. Doch ist schnell zu erkennen, dass es der »Supporterkeule« um mehr geht, als um fehlende Einnahmen wegen ausfallender Moderationen.

Rene Marquardt möchte die Flagge für den Sport hochhalten und nutzt mit viel Elan die Möglichkeiten der sozialen Medien. Über 1550 Follower hat er auf Instagram bereits zusammen und versorgt diese unter anderem mit spannenden Interviews, um durch die Pandemie zu kommen. »Ich habe ein Interview mit Erik Meijer, den man als Experte bei Sky kennt, hochgeladen«, sagt er und scrollt auf seinem Smartphone durch seine Posts der vergangenen Tage. »Und erst vor wenigen Tagen habe ich mich mit Nis Sienknecht unterhalten, der Triathlet ist. Es gibt ja auch Triathleten, die dem Sport hauptberuflich nachgehen. Auch für diese ist das im Moment eine schlimme Zeit, und das möchte ich darstellen.«

Die Gesellschaft vergesse schnell, dass hauptberuflichen Sportlern durch die Pandemie die gesamte Existenzgrundlage genommen ist, mahnt Marquardt. Doch selbst bei diesem ernsten Thema verliert er seine grundlegende Lockerheit nicht. Ganz im Gegenteil: Der extrovertierte Hamburger kann mit seiner Gute-Laune-Plattform auf Instagram mehr und mehr von Corona belastete Sportler begeistern. »Ich möchte herüberbringen, dass die Leute am Ball bleiben sollen und sich trotzdem mit Sport beschäftigen und sich dafür begeistern können«, fasst Marquardt zusammen und strahlt.

170 Euro für Verein KinderEngel

Weiterhin habe er Supportkeulen-T-Shirts von Optimum Sportbrillen in Bruchköbel geschenkt bekommen. »Ich habe mich dann entschieden, diese bei Instagram zu versteigern für den guten Zweck. Insgesamt seien so 170 Euro für den Verein KinderEngel RheinMain zusammengekommen. Auch Lauf-Trikots von der Challenge Roth, einem Triathlon in Franken, habe er an KinderEngel gespendet und werde weitere in Kürze an sportbegeisterte Kinder mit Downsyndrom in Gelnhausen geben.

»Insgesamt möchte ich einfach eine Plattform bieten, damit Sportler und Vereine zu Wort kommen. Was sie vorhaben, welche Problematiken vor ihnen liegen. Denn es geht momentan jedem so«, weiß Marquardt. Die selbst gestellte Aufgabe, in der Welt des Sports die Stimmung aufzubessern, scheint für ihn wie gemacht: »Und man kann trotz allem ja auch noch dem Sport nachgehen. Gerade für die eigene Gesundheit ist das weiterhin ganz wichtig. Und ich finde es auch wichtig, sich weiter sportliche Ziele zu stecken.«

Ganz klar: Rene Marquardt sprüht vor Ideen und seine lustige und offene Art hilft ganz offensichtlich, vielen geplagten Sportlern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Unermüdlich füllt der Sportler seinen Instagram-Account mit Inhalten und hat gerade erst begonnen: »Ich werde sehen, wie ich das in Zukunft noch ausbauen kann«, meint der motivierte Gronauer.

Rene Marquardt war nicht immer Sportler durch und durch. 2004 hörte der gebürtige Hamburger, der damals im Begriff war, Vater zu werden, mit dem Rauchen auf, begann mit dem Laufen und absolvierte 2005 seinen ersten Marathon. Beim »Quarterman«, einem jährlichen Triathlon in Bruchköbel, sorgte er vor einigen Jahren für Stimmung und somit war die »Supporterkeule« geboren. Marquardts Instagram-Account ist unter dem Nutzernamen »Supporterkeule« zu finden, mehr unter www.supporterkeule.de. nma

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