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In gemütlicher Runde hören die Besucher der ersten Lesung im Bienengrund aus dem Roman "Die Geschichte der Bienen".

Auch die Bienen hören zu

Bad Vilbel(fei). Es ist ein lauer Sommerabend, nicht zu heiß und nicht zu kalt. Im Garten Bienengrund des Bad Vilbeler Bienenzuchtvereins schwirren am Dienstagabend nicht nur die Bienen umher. "Lesen an besonderen Orten", eine Aktion der Stadtbibliothek Bad Vilbel, findet an diesen Abend zwischen Blumen und Bienen statt. Passend zum Garten, ließt die Leiterin der Bibliothek, Bettina Hoppmann-Schrader, aus dem Roman "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde vor.

"Die Geschichte der Bienen" ist der erste Band eines literarischen Klimaquartetts. Der zweite Teil heißt "Die Geschichte des Wassers", Folgebände erscheinen noch. Ziel der Autorin sei es, aktuelle ökologische Themen aufzugreifen und die Folgen menschlichen Handels für die Natur aufzuzeigen, erklärt Hoppmann-Schrader und schlägt die Buchseiten auf.

Bunte Holzbänke sind mitten um einen kleinen Holztisch aufgestellt, umringt von vielfältigen Blumenbeeten und Bienenstöcken. Zu Hören ist Vogelgezwitscher, das Rascheln der Blätter im Wind und ab und an ein Passant oder die Bahn.

Passend zur Kulisse werden die Zuhörer mit einer fesselnden Geschichte über einen Wissenschaftler berieselt, der sich ganz der Imkerei hingibt. In die Erzählung sind dabei immer wieder interessante Informationen über die Imkerei eingebaut, die unter anderem Einblicke in das Leben in einem Bienenstock geben.

"Unser Konzept ist, das Buch mit dem Ort zu verknüpfen und dadurch eine besondere Beziehung zum Buch aufzubauen", erklärt Hoppmann-Schrader. Und besonders ist der Bienengrund allemal: Ein kleiner, gemütlicher Garten mit verstecktem Eingang. Um dorthin zu gelangen, müssen die Besucher erst mal einen kleinen Hügel hinunterlaufen. Durch die dichte Bepflanzung ist es vom Bienengrund aus kaum möglich, die Straße zu sehen. So abgeschieden ist der Platz ideal, um sich in Ruhe der Lesung zu widmen.

"Dies ist ein Ort der Kreativität, wo sich die Gedanken entfalten können und man Platz hat, sich einzubringen. Man kann hier sein eigens Beet pflegen oder eine Patenschaft für eines unserer Bienenvölker übernehmen", erklärt Sabine von Trotha, Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Bad Vilbel und fügt hinzu: "Wir haben auch einen offenen Imker-Treff."

"Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Der Eindruck muss erst verarbeitet werden." Besucherin Nikola Bals ist sprachlos. Vor allem habe sie aber der besondere Ort hergelockt. "Ich bin lieber draußen in der Natur als in geschlossenen Räumen, zu einer normalen Lesung wäre ich wahrscheinlich nicht gegangen" erklärt sie.

Durch das viele Grün und die frische Luft könne man viel besser in das Thema eintauchen. Das Zusammenspiel zwischen Vorlesen und Natur sei sehr gut gelungen, so Bals. Das einzige was sie ein wenig gestört habe, waren die Züge, die ab und zu am Bienengrund vorbeifuhren.

Die Reihe "Lesen an besonderen Orten" geht weiter: Am Mittwoch, dem 24. Juli, lädt Hoppmann-Schrader zu einer Lesung in Massenheim am Erlenbach hinter dem Spielplatz ein. An den Banggärten wird "Die Geschichte des Wassers", von Maja Lunde gelesen. Die Lesung beginnt um 20.15 Uhr, der Eintritt ist frei.

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