Ein eingespieltes Team: Karl Merz aus Niddatal-Kaichen mit seinem Schwarzwälderfuchs-Wallach "Ronaldo".	(Foto: cf)
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Ein eingespieltes Team: Karl Merz aus Niddatal-Kaichen mit seinem Schwarzwälderfuchs-Wallach »Ronaldo«. (Foto: cf)

Arbeitspferde sind im Kommen

Bad Vilbel (cf). Don Juan ist, wie sein Name vermuten lässt, heißblütig. Und so wieherte und tänzelte der rheinisch-deutsche Kaltblüter laut und aufgeregt beim Anblick der stattlichen Stuten auf dem Dottenfelderhof. Er nahm als einer von sieben Kaltblütern am Ackerwagen-Geschicklichkeitsfahren der Interessengemeinschaft Zugpferde (IGZ) auf dem Dottenfelderhof teil.

Die 130 hessischen und 1400 bundesweiten Mitglieder des gemeinnützigen Vereins setzen sich seit ihrer Gründung 1992 für den vermehrten Einsatz von Arbeitstieren und Zugpferden ein. Auf Veranstaltungen, Lehrgängen und Seminaren werben die Mitglieder europaweit für Naturschutz, Landschaftspflege, Forst- und Landwirtschaft mit Zugtieren nach ökologischen Regeln. Eine tierschutzgerechte Haltung, Ausbildung und Nutzung, die Zucht arbeitstauglicher Pferde- und Rinderrassen, die Bewahrung und Erneuerung des Wissens um die Nutzung der Zugtiere, wie der hessische IGZ-Vorsitzende Thomas Sänger aus Waldsolms und sein Vize Thomas Feußner aus Alsfeld informierten. »Für den Einsatz von Arbeitspferden spricht, dass sie ein Drittel der Energie ihres Futters in Arbeit umsetzen und ein weiteres Drittel in organischen Dünger verwandeln. Das erreicht keine Maschine.«

Effizienter als eine Maschine

Das IGZ-Vorstandsduo nahm mit seinen Arbeitspferden ebenfalls am Geschicklichkeitswettbewerb auf der Weide des Dottenfelderhofes teil. Die Gespanne mussten ihr Können gemäß der Ausbildungs- und Prüfungsrichtlinien in der Praxis unter Beweis stellen. Zu den Herausforderungen gehörten das Einhalten von Spuren, punktgenaues Halten oder das nah und parallel an Hindernisse heranfahren. So mussten die Pferdebesitzer beispielsweise einen Wasserkasten von einem Hindernis herunternehmen, um ihn kurz darauf wieder auf einem anderen abzustellen. Karl Merz aus Niddatal-Kaichen meisterte mit seinem Schwarzwälderfuchs-Wallach Ronaldo (13) diese Aufgabe perfekt.

Für die vor allem in der Forst- und Landwirtschaft, aber auch im Weinbau, Kommunaldienst oder Naturschutz eingesetzten Arbeitspferde bedrohter Haustierrassen waren der Lärm durch die vielen Besucher, Fahrräder und Autos eine zusätzliche Herausforderung. Vor allem Kinder nutzen beim Herbstfest die Gelegenheit, im Sattel der Kaltblüter eine Runde über die Wiese zu drehen. Eins der Pferde war Pâquerette (Gänseblümchen) von Günter Hufmann vom Kirchhof in Ober- ellenbach.

Am Ende des Wettbewerbs freuten sich die drei Gewinnergespanne, Günter Hufmann mit Pâquerette, Karl Merz mit Ronaldo und Thomas Sänger mit Mika, über Sonnenblumen und eine Kiste voller Demeter-Spezialitäten. Stolz informierte Albrecht Denneler die Runde, dass der belgische Kaltblutwallach Fritz vom Dottenfelderhof am 1. Oktober bereits 25 Jahre alt wird. »Er hat heute seinen ersten Wettkampf bestritten«, verkündeten der Betreuer und sein ehrenamtlicher Helfer Hans-Karl Hengstermann.

»Auf Demeterhöfen ist der Einsatz von Arbeitspferden wegen ihrer umweltfreundlichen und klimaneutralen Energieumwandlung und ihre schonenden Bodenbelastung (geringe Verdichtung durch Hufe im Gegensatz zu Reifen) im Kommen«, informierte die PR-Frau des Dottenfelderhofes, Margarethe Hinterlang. Das Interesse der Besucher an den Arbeitspferden und ihrem Können war groß.

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