Anlieger wollen 30-Minuten-Takt

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In den Neunzigerjahren sollte die Bahnverbindung von Frankfurt über Bad Vilbel, Niederdorfelden, Schöneck, Nidderau und Altenstadt nach Glauburg/Stockheim eingestellt werden. Die Benutzerzahlen sanken stetig, und deshalb war von Wirtschaftlichkeit keine Rede mehr, weshalb auch nichts mehr investiert wurde. Dann plötzlich der Umschwung. Die Benutzerzahlen stiegen wieder und zeigten den Verantwortlichen, dass ohne Ausbau die Grenzen schnell erreicht würden. Genau der Punkt ist nun gekommen.

In den Neunzigerjahren sollte die Bahnverbindung von Frankfurt über Bad Vilbel, Niederdorfelden, Schöneck, Nidderau und Altenstadt nach Glauburg/Stockheim eingestellt werden. Die Benutzerzahlen sanken stetig, und deshalb war von Wirtschaftlichkeit keine Rede mehr, weshalb auch nichts mehr investiert wurde. Dann plötzlich der Umschwung. Die Benutzerzahlen stiegen wieder und zeigten den Verantwortlichen, dass ohne Ausbau die Grenzen schnell erreicht würden. Genau der Punkt ist nun gekommen.

Nach langem Drängen der Anrainerkommunen, die immerhin nach Aussagen des Niederdorfelder Bürgermeisters Klaus Büttner zusammen fast 50 Prozent der Kosten für die Bahn tragen, hat sich der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der die Hauptlast an der Bahn trägt, zu einer Machbarkeitsstudie zur Optimierung der Niddertalbahn überreden lassen. Diese wurde kürzlich auf einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Niddertal (AGNV) im Schönecker Rathaus vorgestellt. Nach der Präsentation der Studie kam Thomas Busch für den RMV zu dem vorläufigen Ergebnis: "Der Umsetzung der avisierten Maßnahmen zur Optimierung der NTB wird ein hoher Kosten-Nutzen-Faktor bescheinigt". Untersucht wurde in der Studie unter anderem die Elektrifizierung, der teilweise zweigleisige Ausbau, eine weitere Geschwindigkeitserhöhung, die Schaffung von Kreuzungsmöglichkeiten, die Verlegung der Station Kilianstädten und die zusätzlichen Trassenbelegungsmöglichkeiten auf der Main-Weser-Bahn.

"Die Studie bestärkt den RMV, in die Niddertalbahn weiter zu investieren, um zum Ausschreibungsende 2027 einen zukunftsfähigen Weiterbetrieb der NTB zu ermöglichen. Möglicherweise sogar als elektrifizierte Regionalbahn, also als Abzweiger der S6 oder Verlängerung der U-Bahn U5", so Busch.

Ziel soll es sein, eine halbstündige Taktung zu ermöglichen, zu den Stoßzeiten Verstärkerzüge einzusetzen und möglicherweise auch die Stadt Büdingen umsteigefrei anzubinden. Diese Ankündigung stieß bei den Mitgliedern des AGNV auf breite Unterstützung. "Allerdings muss jetzt auch gehandelt werden, und zwar sehr schnell. Angesichts der verstopften Straßen morgens im Berufsverkehr nach Frankfurt muss wenigstens die Bahn funktionieren", stellt Büttner genervt fest. Die überfüllten Züge morgens und abends gebe es nicht erst seit gestern, und deshalb sei die Zeit großer Ankündigungen längst überschritten. "Es müssen jetzt Taten folgen."

Unterstützung aus Bad Vilbel

Unterstützung erhält Büttner nicht nur von Bad Vilbels Erstem Stadtrat Sebastian Wysocki, der ebenfalls den Halb-stunden-Takt über den ganzen Tag und Verstärkerzüge zu den Stoßzeiten einfordert, sondern auch von den Verkehrsdezernenten der Kreise, Winfried Ottmann für den Main-Kinzig-Kreis und Karl Peter Schäfer für den Wetteraukreis. Auch sie fordern eine zeitnahe Umsetzung der vorgestellten Maßnahmen, da die Niddertalbahn entscheidend dazu beitragen könne, die Straßen nach Frankfurt zu entlasten. Der Bevölkerungszuwachs durch die zahlreichen Neubaugebiete entlang der Bahnlinie mache einen Ausbau dringend notwendig.

Weil eine Elektrifizierung zu lange dauern würde, schlägt der RMV in einem ersten Schritt den Ausbau von Zweigleisigkeit auf Teilstrecken vor, um mit den zusätzlichen Begegnungsmöglichkeiten der Züge die Taktung im Fahrplan erhöhen zu können. Erst später soll über die Elektrifizierung nachgedacht werden.

Auch wenn sich alle Beteiligten über den schnellen Ausbau einig sind, bleibt ein großes Fragezeichen: wer zahlt? Laut Rainer Vogel (Grüne), dem Geschäftsführer der AGNV, sollen der zweigleisige Ausbau und der Umbau der Bahnhöfe allein rund 30 Millionen Euro kosten. Doch trotz aller Bedenken ist nun klar, dass ein "Weiter so" nicht funktioniert. Deshalb kündigte Ottmann als Verkehrsdezernent des MKK an, in Kürze eine Niddertalbahnkonferenz einberufen zu wollen, auf der auch die Schnittpunkte zu anderen Schienenprojekten, wie beispielsweise die Nordmainische S-Bahn, angesprochen werden sollen.

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