Aus Altersgründen gefällt, nicht wegen Strom

Fünf Pappeln hat die Stadt Bad Vilbel am Feldweg zwischen Dortelweil und dem Dottenfelderhof vergangene Woche fällen lassen. Doch die Erklärung sorgt bei vielen Passanten für Kopfschütteln: Die Bäume seien gefällt worden, weil sie zu nahe an eine darüber verlaufende Hochspannungsleitung gewachsen seien, hatte Stadt-Sprecher Yannick Schwander erklärt. Es bestehe die Gefahr, dass der Strom überspringe – daher sei die Fällung nötig gewesen.

Von AGS

Fünf Pappeln hat die Stadt Bad Vilbel am Feldweg zwischen Dortelweil und dem Dottenfelderhof vergangene Woche fällen lassen. Doch die Erklärung sorgt bei vielen Passanten für Kopfschütteln: Die Bäume seien gefällt worden, weil sie zu nahe an eine darüber verlaufende Hochspannungsleitung gewachsen seien, hatte Stadt-Sprecher Yannick Schwander erklärt. Es bestehe die Gefahr, dass der Strom überspringe – daher sei die Fällung nötig gewesen.

An der Stelle knapp nördlich des Bahnübergangs der Niddertalbahn kommen Tag für Tag viele Fußgänger und Radfahrer vorbei. Und viele von ihnen staunen über die Erklärung, so wie Torsten Tarara aus Dortelweil: "Ich habe mir die Stelle mit den gefällten Bäumen angesehen und weit und breit keine, wirklich keine Stromleitung gesehen, die diesen fünf Bäumen und den darunter vorbeifahrenden Radfahren, oder auch Fußgängern hätte gefährlich werden können."

Stadtsprecher rudert zurück

An den Strommasten könne es nicht gelegen haben, sagt der Dortelweiler. Er fragt sich: Ob es vielleicht ein Kommunikationsproblem zwischen dem ausführenden Unternehmen und der Stadt gegeben habe? Oder ob sich die Stadt diesen Bereich überhaupt angesehen habe? Stadt-Sprecher Schwander hatte die Äußerung vergangene Woche ausdrücklich bestätigt, auch auf den Hinweis, dass dort keine Stromleitung verlaufe.

Jetzt aber rudert der Sprecher des Rathauses zurück. "Es gab ein großes Missverständnis." Die Fällungen, die er gemeint habe, hätten zwei Bäume nahe des Dottenfelderhofs betroffen. Dort sei das städtische Gartenamt eingeschritten, weil diese Bäume eben zu nahe an die dortige Stromleitung gewachsen seien, erklärt Yannick Schwander.

Die Fällung der fünf Pappeln direkt nördlich des Bahnübergangs habe "nichts damit zu tun" gehabt und sei außerdem vom Liegenschaftsamt beauftragt worden. "Die dortigen fünf Pappeln waren alt und trugen sehr viel Altholz", erläutert der Stadt-Sprecher. "Das drohte, auf den hochfrequentierten Rad- und Fußweg zu fallen." Daher sei die Stadt zur Fällung gezwungen gewesen. Alle fünf Bäume würden aber durch neue ersetzt. In den Jahren 2011 und 2012 hatte die Stadt bereits die gesamte Pappelreihe entlang des Pappelwegs nördlich von Dortelweil nach Klein-Karben fällen lassen. 67 Bäume wurden seinerzeit entfernt. Dort hatte Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) betont, dass Hybrid- beziehungsweise Säulenpappeln prinzipiell als nicht standortgerecht gelten, da es sich "nicht um einheimische Baumarten handelt".

Sie seien einst als schnell wachsendes Nutzholz angepflanzt worden. Pappeln seien aufgrund ihrer Kulissenwirkung in der Landschaft auch nicht förderlich für Offenland liebende Vogelarten wie Kiebitz und Schafstelze. Die Pappeln nahe des Bahnübergangs hätten mit einem Alter von rund 50 Jahren ebenfalls ihr Höchstalter erreicht gehabt, sagt Yannick Schwander. "Nicht auszuschließen" sei auch, dass die übrigen Pappeln zwischen Bahnübergang und Sportplatz in den kommenden Jahren ebenfalls fallen müssen. "Das wird jedes Jahr begutachtet und dann für jeden einzelnen Baum entschieden."

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