Die Vereinsmitglieder setzen den Wurzelballen zum Schutz vor gefräßigen Nagern in einen Wühlmausdrahtkorb ein. FOTO:CF
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Die Vereinsmitglieder setzen den Wurzelballen zum Schutz vor gefräßigen Nagern in einen Wühlmausdrahtkorb ein. FOTO:CF

Alte Sorten sollen Baumbestand verjüngen

  • vonChristine Fauerbach
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Bad Vilbel(cf). Die Nachfrage nach den sechs mit einem ›grünen Band‹ gekennzeichneten ›Pflücken erlaubt‹-Apfelbäumen war riesig. Ständig klingelte das Telefon", berichtet Tanja Tahmassebi-Hack. "Vor allem Familien mit kleinen Kindern waren von der Aktion begeistert", freut sich die Vorsitzende des Vereins Streuobstzentrum Kirschberghütte. Der Apfelbaum Roter Berlepsch etwa wurde komplett abgeerntet. Ihn hatte der Waldkindergarten Bad Vilbel zur Verfügung gestellt. Spaziergänger und Radfahrer pflückten immer wieder.

Im kommenden Jahr sollen auf Vereinsgrundstücken mehr als 20 Apfelbäume mit einem "grünen Band" gekennzeichnet werden. "Wir hoffen, dass sich Streuobstwiesenbesitzer, die ihre Bäume nicht abernten, der Aktion anschließen." Froh seien die Aktiven darüber gewesen, dass der Nachwuchs beim Ernten eifrig mitgeholfen hat und so viele Äpfel vor dem Verrotten gerettet werden konnten.

Getreu der Devise "Herbstzeit ist Pflanzzeit" holten Vereinsmitglieder in den vergangenen beiden Wochen ihre Spaten, Scheren, Pfahlramme, Holzpfähle, Wühlmauskörbe, Schafwollpellets und Düngegranulat aus dem Schuppen und hoben Pflanzlöcher aus, um neue Obstbäume auf die Streuobstwiesen in der Gemarkung Kirschberg zu setzen. Am Samstag haben sich die Pflanztrupps aus jeweils zwei Familien zum letzten Mal in diesem Jahr getroffen. "Wir haben acht Hochstämme eingepflanzt. Vor allem alte Sorten", informiert Tahmassebi-Hack. Bei den Apfelbäumen handelt es sich um die Sorten Geheimrat Oldenburg und Weißer Klarapfel, bei den Birnen Gellerts Butterbirne, bei den Zwetschgen Große Grüne Reneclode und Jojo-Pflaume. Ebenfalls neu gesetzt wurden je ein Exemplar der Süßkirsche Hedelfinger Riesenkirsche und der Sauerkirsche Gerema sowie die Birnenquitte Zydonia Robusta.

Familie Hack und Gisela Sartorius pflanzen als letzten Baum in diesem Herbst den Apfelbaum der Sorte Geheimrat Oldenburg ein. Dessen große, saftigen, mild-säuerlichen Früchte eignen sich besonders gut zur Saft- und Mostherstellung, aber auch als Koch- und Backapfel ist der Herbstapfel beliebt. Mit den Neuanpflanzungen junger Kern- und Steinobsthochstämme verjüngen die Vereinsmitglieder den auf vielen Streuobstwiesen überalterten Baumbestand.

Zu umgefallenen Altbäumen gesetzt

"Wegen der Gefahr von Bodenmüdigkeit, Krankheiten und Schädlingen haben wir unsere jungen Bäume immer im Abstand von fünf, besser zehn Metern zu umgefallenen oder gerodeten Altbäumen gesetzt. Bei diesen alten, teils abgestorbenen, vom Sturm oder den Besitzern gefällten Obstbäumen handelt es sich um sogenannte Biotop-Bäume. Sie sind ein idealer Lebensraum für viele Tiere wie Gartenschläfer, Specht oder Wildbienen", informiert Tanja Tahmassebi-Hack.

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