Zwischen Matsch und Bauschutt: Der Schulweg über die Landschaftsbrücke ist abenteuerlich. Deshalb hat die Stadt jetzt reagiert.
+
Zwischen Matsch und Bauschutt: Der Schulweg über die Landschaftsbrücke ist abenteuerlich. Deshalb hat die Stadt jetzt reagiert.

Alles voller Matsch

Alles voller Matsch: Bad Vilbeler Landschaftsbrücke ist gesperrt statt sauber

  • vonPatrick Eickhoff
    schließen

Die Landschaftsbrücke zwischen Dortelweil und dem Schulzentrum an der Saalburgstraße ist unbefahrbar, sagt Klaus Lindenberg. Das sehen auch die Behörden so - und beschließen eine überraschende Maßnahme.

Jeden Morgen fährt die elfjährige Tochter von Klaus Lindenberg aus dem Quellenpark über die Landschaftsbrücke ins Schulzentrum an der Saalburgstraße auf der anderen Seite. »In der vergangenen Zeit kam sie völlig verdreckt nach Hause«, ärgert sich der 55-Jährige. Das schlechte Wetter gepaart mit den Bauarbeiten vor Ort, hat den Schulweg zwischen Dortelweil und Bad Vilbel in eine regelrechte Matschstraße verwandelt. »Vor rund zwei Wochen habe ich dann erstmal die Bauarbeiter gefragt, ob die Möglichkeit besteht, manche Teile etwas abzusichern.« Doch es stellt sich keine Besserung ein. Klaus Lindenberg kontaktiert die Stadt - mit Erfolg. »Nur nicht mit dem gewünschten Effekt«, bedauert er.

Auch Radfahrer müssen sich eine neue Route suchen.

Denn ein Ortstermin »hatte zum Ergebnis, dass die Verkehrssicherheit auf der sogenannten ›Landschaftsbrücke‹ nicht mehr gewährleistet werden kann«, teilt Pressesprecher Yannick Schwander mit. »Die schlechte Witterung, wie auch der Organisationsablauf auf der Arbeitsstelle selbst, auf der mit Hochdruck an der Fertigstellung des Weges gearbeitet wird, sind ursächlich hierfür. Überlegungen des Straßenbaulastträgers und der Straßenverkehrsbehörde, die Arbeitsstelle so zu sichern, dass auf der einen Seite die Arbeiten ausgeführt werden können und gleichzeitig eine sichere Wegeführung garantiert werden kann, lassen sich leider nun nicht mehr in Einklang bringen.«

Sicherheit als Hauptargument

Klaus Lindenberg zeigt Verständnis. »Ich kann das Argument durchaus nachvollziehen«, sagt er. »Wenn es um Bagger und andere große Fahrzeuge geht, die direkt am Weg unterwegs sind, dann geht die Sicherheit natürlich vor.« Dennoch stelle sich die Frage, wieso einzelne Abschnitte nicht nacheinander angegangen werden. »Ich denke, dass ist eine schlechte Koordinierung der Baumaßnahmen.« Man sitze im Quellenpark ohnehin schon in einer Baustelle. »Das macht die Sperrung nicht einfacher.«

Die Straßenverkehrsbehörde hat unterdessen »eine amtliche Beschilderung aus beiden Richtungen veranlasst«. Jetzt heißt es für Schulkinder, Spaziergänger und Radfahrer einen anderen Weg zu nutzen. Schwander sagt: »Eine sichere Wegeführung steht über die parallel verlaufende Friedberger Straße zur Verfügung, die bis zur Fertigstellung des Weges über die ›Landschaftsbrücke‹ genutzt werden kann.«

Elternbeirat: »Man kann nicht von einem sicheren Weg sprechen«

Klaus Lindenberg, der auch im Elternbeirat der John-F.-Kennedy-Schule in Bad Vilbel ist, sieht das anders. Von einem sicheren Weg könne man nicht sprechen. »Es handelt sich um eine Abfolge von Ein- und Ausfahrten auf einer der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt«, sagt er. »Die Autos fahren vor, blockieren so immer wieder den Radweg. Es ist sehr viel Verkehr.«

Gemeinsam mit seiner Tochter ist er den »neuen« Schulweg am Sonntag mit dem Rad abgefahren. »Und selbst da mussten wir mehrfach absteigen, weil der Weg blockiert war«, sagt Lindenberg. Deshalb hat er mit seiner Frau eine eigene Lösung gefunden. »Gestern waren wir dann auch mal Elterntaxi, wovon ich eigentlich nicht viel halte.« Doch das soll bei den Lindenbergs die Ausnahme bleiben. »Ich fahre in Zukunft mit ihr gemeinsam mit dem Fahrrad zur Schule und meine Frau fährt mittags mit ihr zurück.« Auch das soll kein Dauerzustand werden. »Wir hoffen, dass sie bald wieder über die Brücke fahren kann, denn ein sicherer Weg sieht anders aus.«

Wann der Weg frei ist, hängt von Bauarbeiten ab

Klaus Lindenberg will jetzt erstmal auf Reaktionen anderer Eltern warten. »Wir haben als Elternbeirat informiert, das wird vor allem die Kinder aus Dortelweil betreffen«, sagt er. »Aber ich ärgere mich, denn das war ja nicht das, was ich eigentlich wollte.« Wann der Weg wieder frei ist, hängt von den Bauarbeiten und den Witterungsbedingungen ab. Pressesprecher Schwander sagt: »Ich bedaure diese Entscheidung sehr, die Verkehrssicherheit an dieser Stelle lässt sich aber mit einem vertretbaren Aufwand nicht herstellen.« Positiv sei, sagt Lindenberg, dass der Weg zeitig gesperrt wird und nicht erst ab der Brücke. »Sonst würden die Kinder kommen und müssten davor umdrehen.« Der 55-Jährige ist dennoch nicht zufrieden - besonders nicht mit der Alternative. »Das ist sicherlich ein Schnellschuss, aber keine richtige Lösung.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare