Wird der ärztliche Notdienst in der Seniorenresidenz "Quellenhof" geschlossen, sodass die Bad Vilbeler künftig nach Frankfurt fahren müssen?
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Wird der ärztliche Notdienst in der Seniorenresidenz "Quellenhof" geschlossen, sodass die Bad Vilbeler künftig nach Frankfurt fahren müssen?

Aus für ärztlichen Notdienst?

Bad Vilbel (ach). Der ärztliche Notdienst, der in der Seniorenresidenz "Quellenhof" in Bad Vilbel untergebracht ist, soll vermutlich geschlossen werden.

Dies bedeutet, dass die Hilfe suchenden Bürgerinnen und Bürger sich künftig an den ärztlichen Notdienst nach Frankfurt wenden müssen. Die Regierungskoalition aus CDU und FDP möchte das jedoch abwenden und hat für die nächste Stadtverordnetenversammlung am Dienstag, 8. April, einen Dringlichkeitsantrag formuliert. Darin machen sich die beiden Fraktionen für den Erhalt des Notdienstes in der Quellenstadt stark.

"Wir wollen den Bad Vilbeler Notdienst erhalten. Die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV), den brunnenstädtischen Notdienst in den Frankfurter Notdienst einzugliedern, lehnen wir ab. Das bedeutet eine deutliche Verschlechterung der medizinischen Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt", so die beiden Fraktionsvorsitzenden Irene Utter (CDU) und Jörg-Uwe Hahn (FDP).

Nach den Plänen der KV soll Bad Vilbel bereits im Oktober an den Frankfurter Notdienst angeschlossen werden. CDU und FDP unterstützen den Magistrat bei seinen Bestrebungen, den Erhalt des Ärztlichen Notdienstes in Bad Vilbel zu bewirken.

"Der Notdienst in Bad Vilbel funktioniert. Wir sehen keine Gründe an diesem bewährten System etwas zu ändern", so die beiden Fraktionsvorsitzenden weiter.

Die Regierungskoalition befürchtet, dass der Notdienst in Frankfurt von zusätzlichen Patienten aus Bad Vilbel überlastet wird. "Da kommen dann nochmal mehr als 30 000 Bürgerinnen und Bürger hinzu", schätzen Utter und Hahn

Sie wollen deshalb alles versuchen, um diese Fusion aufzuhalten und den Willen der Bad Vilbeler Bevölkerung deutlich zu machen.

Nach Auskunft von Stadtsprecher Bastian Zander setze sich auch Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr für den Erhalt des ärztlichen Notdienstes in Bad Vilbel ein. Er habe bereits mit der KV und der Ärzteschaft Gespräche geführt.

Der Notdienst funktioniere derzeit problemlos, sodass es aus Sicht der Stadt gebe es keinen Grund, an der Einrichtung etwas zu ändern oder sie gar nach Frankfurt zu verlegen. "Die jetzige Versorgung ist zufriedenstellend, und es gibt keinen Anlass, da jetzt ein Fass aufzumachen" sagte Zander.

Die Bad Vilbeler Ärzte organisieren den ärztlichen Notdienst, der außerhalb der normalen Praxiszeiten geöffnet ist, in Eigenregie. 2011 war im Gespräch gewesen, den Notdienst für Karben und Bad Vilbel zusammenzulegen. Dies allerdings kam wegen Einwänden aus der Karbener Ärzteschaft nicht zustande. Die Karbener Mediziner hatten sich mit Kollegen in der westlichen Wetterau zusammengetan; der ärtzliche Notdienst hat seinen Sitz in Bad Nauheim. Dies aber bedeutet nicht, dass sich nicht auch Karbener an den Bad Vilbeler Notdienst wenden können. Allerdings können aus rechtlichen Gründen von bad Vilbel aus den Karbenenern keine Hausbesuche angeboten werden.

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