Ackerverkauf

Ärger über Ackerverkauf an Dottenfelder Bodenstiftung

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Die neugegründete Dottenfelder Bodenstiftung hat 143 Hektar Ackerflächen für 3,2 Millionen Euro vom Land gekauft. Bisher waren die Flächen nur gepachtet. Bauern aus der Region kritisieren die Begleitumstände und den Preis.

Landwirte in der Region sind verärgert über den Verkauf von 143 Hektar Ackerland an die Dottenfelder Bodenstiftung für 3,2 Millionen Euro. Von "Wahlgeschenken", "Verschleuderung des Eigentums von sechs Millionen Bürgern zu Dumpingpreisen" und "fehlender Transparenz" ist die Rede.

Ärger über Vergabeverfahren und Konditionen

Angesichts der Tatsache, dass Fläche die Produktions- und Einkommensgrundlage der Landwirte bildet und in der südlichen Wetterau immer mehr landwirtschaftliche Nutzfläche wegfällt, scheint der Unmut verständlich. Dazu sagt Florian Dangel, Geschäftsführer des Regionalbauernverbandes Wetterau-Frankfurt: "Ich kann verstehen, dass Mitgliedsbetriebe vor Ort diese Entscheidung angesichts des Flächenfraßes in der Region, dem kolportierten Symbolpreis für das Land, der ein Drittel unter dem aktuellen liegt, sowie die Stärkung eines Betriebes aus politischen Gründen, nicht begrüßen können. Keiner will die Landwirte des Dottenfelderhofes angreifen."

Offensichtlich sei die Ungleichbehandlung, verständlich der Ärger bei den Familienbetrieben über Vergabeverfahren und Konditionen. Da die 143 Hektar dem Land gehörten, greife das Grundstückverkehrsgesetz in diesem Fall nicht. Es gilt nur beim Verkauf durch Privatleute und Kommunen von Flächen ab einem halben Hektar Größe.

Der stellvertretende Dortelweiler Ortslandwirt Michael Steinmetz erfuhr vom Verkauf aus der Presse. Bauern aus der Region hätten sich für die Äcker interessiert. "Kein Betrieb hat mehr ausreichend Flächen. Mit jedem Bau- oder Gewerbegebiet, Biotop, Ausgleichsflächen, die oft mit unserer Gemarkung nichts zu tun haben, oder dem Bau der neuen Bahngleise wird die landwirtschaftliche Fläche geringer." Vor allem zu diesem Preis hätten Bauern für Parzellen mitgeboten.

Bis zu sechs Euro für den Quadratmeter

Je nach Lage und Bodengüte werde in Dortelweil für einen Quadratmeter Ackerland derzeit bis zu sechs Euro und mehr gezahlt. Von den fünf Betrieben in Dortelweil werden drei in Vollzeit bewirtschaftet, in Gronau ist es von drei Höfen nur noch einer. Von diesen bestätigt ein Bauer, der namentlich nicht genannt werden möchte, die Aussagen von Dangel und Steinmetz. Da es sich bei den 143 Hektar nicht um eine zusammenliegende Fläche gehandelt habe, hätte dem Verkauf von einzelnen Parzellen nichts entgegengestanden. Nur bei einem Verkauf der gesamten Fläche als Paket, wie geschehen, wären die Bauern leer ausgegangen. "Das hätte sich zum regulären Preis keiner leisten können. Dann wären überregionale Investoren zum Zug gekommen."

Vor diesem Hintergrund sei es akzeptabel, dass die Bauern des Dottenfelderhofes, die das Land bereits in Pacht bewirtschafteten, es über die Stiftung bekommen haben. "Bei Verlust des Landes an einen Investor wären Arbeitsplätze verloren gegangen, die Züchtung gefährdet gewesen." Das Land Hessen begrüßte den Verkauf bei Übergabe der Stiftungsurkunde, weil diese sich unter anderem für die Förderung und Stärkung des ökologischen und biologisch-dynamischen Landbaus sowie die Forschung an ökologischem Saatgut einsetze.

Info

Flächennutzungsplan-Änderung kann eingesehen werden

Der Dottenfelderhof soll ausgebaut werden. Insbesondere der Hofladen und die Schulungsräume sollen erweitert werden. Zu diesem Zweck muss für eine Fläche von gut fünf Hektar der Regionale Flächennutzungsplan geändert werden. Das Verfahren dafür ist angelaufen. Bürgerinnen und Bürger können sich zu dem Vorhaben bis Dienstag, 6. November, äußern. Die Planunterlagen sind unter ww.region-frankfurt.de/beteiligungsverfahren einsehbar. Auch ein Beteiligungsformular steht zur Verfügung. Zudem können die Unterlagen in der Geschäftsstelle des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain, Poststraße 16, Frankfurt (Nähe Hauptbahnhof), angeschaut werden. Die Bürozeiten sind montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr. (cf)

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