Wulfhard Bäumlein (links) und Jochen Waiblinger vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club fordern, auch auf der Fahrbahn anzuzeigen, wo Radfahrer gegen die Einbahnstraße fahren dürfen. FOTO: HOLGER PEGELOW
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Wulfhard Bäumlein (links) und Jochen Waiblinger vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club fordern, auch auf der Fahrbahn anzuzeigen, wo Radfahrer gegen die Einbahnstraße fahren dürfen. FOTO: HOLGER PEGELOW

Radfahren in Bad Vilbel

ADFC Bad Vilbel: Mehr Sicherheit an Straßeneinmündungen

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Der ADFC begrüßt, dass Zweiradfahrer nun in vielen Straßen in Bad Vilbel gegen die Einbahnrichtung fahren dürfen, weist aber auch auf Gefahren hin.

Bad Vilbel(pe). Wer in Bad Vilbel etwa die Alte Straße mit dem Auto befährt, sollte auf der Hut sein. Links und rechts parken Autos, oft bis an die Einmündungen der Seitenstraßen heran. Da ist der Einblick schwer. Zudem müssen Autofahrerinnen und Autofahrer seit Kurzem auch auf Radfahrer achten, denn die dürfen nun entgegen der Fahrtrichtung in der Einbahnstraße radeln. Die Waldstraße ist so eine Straße. Die darf man als Radfahrer jetzt von der Alten Straße her kommend nach links abbiegen, um dann weiter zur Frankfurter Straße zu fahren.

Zwar begrüßt der ADFC, dass Zweiradfahrer nun gegen die Einbahnrichtung fahren dürfen, weist aber auch auf die Gefahren hin. "Man sollte deutlicher erkennen können, dass hier Radfahrer gegen die Einbahnrichtung unterwegs sind, sagen Jochen Waiblinger und Wulfhard Bäumlein. Denn allein die kleinen Schilder "Radfahrer frei" unter dem Schild "Verbot der Einfahrt" ist den organisierten Vertretern der Radfahrer zu wenig. "Piktogramme auf den Straßen könnten hier eine große Hilfe sein", sagen sie. Solche auf der Fahrbahn aufgemalten Symbole schlagen sie etwa für diesen Bereich vor. "Damit kann verhindert werden, dass Autos zu dicht an der Einmündung in die Alte Straße parken und damit Radfahrern die Sicht versperren."

Missverständnissen vorbeugen

Auch an anderen Straßenkreuzungen und -einmündungen wünschen sie sich solche Symbole, meist ein Rechteck mit Pfeil und Fahrradsymbol darauf, wie sie vor Ort erläutern. Damit könne man beispielsweise auch dem Missverständnis vorbeugen, dass die Radfahrer auf dem Gehweg fahren sollen. "Sie sollen auf der Straße fahren, auch entgegen der Fahrtrichtung für Autofahrer", betonten die beiden ADFCler.

Falsch verstanden werden wollen sie indes nicht. "Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Stadt viele Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet hat." Das sei eine alte Forderung des ADFC. Seit Erster Stadtrat Wysocki für den Radverkehr zuständig sei, finde man immer ein offenes Ohr. "Und wir arbeiten auch sehr gut mit dem Leiter der Straßenverkehrsbehörde, Herrn Jehner, zusammen", betonen Bäumlein und Waiblinger. Man verstehe sich seitens des ADFC ja auch nicht als reine Kritiker, sondern wolle konstruktiv dazu beitragen, die Situation für Radfahrerinnen und Radfahrer in der Stadt zu verbessern. Deswegen habe man sich Gedanken darüber gemacht, wie man die Sicherheit noch erhöhen könne. Piktogramme könnten eine Möglichkeit dafür sein.

Stadtsprecher Yannick Schwander teilt auf Anfrage mit, alle Einbahnstraßen, die entsprechend ausgewiesen werden, beruhten auf Einzelfallprüfungen. "Eine allgemeine Freigabe ist nicht vorgesehen, da jede Straße auch entsprechende Vorgaben vorweisen muss."

Freigabe nur nach Einzelfallprürüfung

Ein Piktogramm könne immer nur die Ergänzung zu den rechtlich bindenden Straßenverkehrsschildern sein. Grundsätzlich stehe die Straßenverkehrsbehörde Piktogrammen offen gegenüber. Diese würden aber auch stets einer Einzelfallprüfung unterzogen und dort ergänzend angebracht, wo die Situation dies erfordert.

Aktuell seien 14 der rund 40 Einbahnstraßen im Stadtgebiet für den Radverkehr freigegeben. Da einige Einbahnstraßen wichtige Rollen im innerörtlichen Verkehr übernehmen, könnten diese nicht für die Fahrt entgegen der Einbahnrichtung freigegeben werden. Dies seien zum Beispiel die Frankfurter Straße und die Parkstraße als sogenannter Innenstadtring.

Weitere Prüfungen geplant

Hinzu kämen Straßen, für die eine Einfahrt verboten sei, jedoch der Radverkehr hier passieren darf. Diese seien der Felsenkeller, die Heinrich-Heine-Straße und die Feststraße in der Kernstadt sowie die Hohemarkstraße in Dortelweil sowie die Bodelschwinghstraße auf dem Heilsberg.

Ob weitere Straßen hinzukommen, würden erneut Einzelfallprüfungen zeigen. Wie man aber erkennen könne, sei man seitens des Verkehrsdezernenten und der Straßenverkehrsbehörde immer bemüht, weitere Straßen auszuweisen.

In Bad Vilbel gibt es insgesamt 40 Einbahnstraßen. Von denen sind nach Angaben der Stadt 14 für das Radeln in der Gegenrichtung freigegeben.

Dabei handelt es sich um folgende Einbahnstraßen: Schulstraße, Friedensstraße, Schlesienring, Samlandweg, Otto-Fricke-Straße, Römerstraße, Quellenstraße, Carl-Schurz-Straße, Danziger Straße, Waldstraße, Alte Straße (zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Schützenstraße), Windecker Straße, Grüner Weg und Gronauer Weg. pe

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