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Der 84-jährige Walter Heil leitet Anfängerkurse der DLRG

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Bad Vilbel. »In zehn Stunden lernen die Kinder bei uns schwimmen.« Walter Heil, Vilbeler Urgestein, ist seit 20 Jahren - also seit seiner Pensionierung - ehrenamtlicher Schwimmlehrer für die Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), die seit 51 Jahren besteht. An diesem Donnerstagabend unterrichtet er 13 Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren.

Bad Vilbel. »In zehn Stunden lernen die Kinder bei uns schwimmen.« Walter Heil, Vilbeler Urgestein, ist seit 20 Jahren - also seit seiner Pensionierung - ehrenamtlicher Schwimmlehrer für die Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), die seit 51 Jahren besteht. An diesem Donnerstagabend unterrichtet er 13 Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren. »Das ist ein gutes Alter, um mit dem Schwimmen anzufangen«, findet Heil. Gemeinsam mit Elisabeth Pappert und Erwin Ballweg bringt er den Kindern spielerisch bei, wie man sich im Wasser bewegt und Vertrauen zu dem nassen Element bekommt.

»Es macht immer wieder Spaß, mit den Kindern zu arbeiten«, erkärt der 84-jährige Heil. Wie man das in diesem Alter noch problemlos schafft? Heil zuckt mit den Schultern und lächelt: »Ich bin gesund, und kann es eben noch.« Dafür ist er dankbar und gibt jeden Donnerstag zweimal Schwimmunterricht für kleine und größere Anfänger. In seiner langen Laufbahn, die er bereits als junger Mann begann und als Realschullehrer fortführte, brachte er hochgerechnet rund 5000 Mädchen und Jungen in der Quellenstadt und Umgebung das Schwimmen bei.

Aber beim Anfängerschwimmen bleibt es für den rüstigen Pensionär nicht. Seit vielen Jahren ist er Ausbilder der DLRG für die Rettungsschwimmer. »Früher gab es auch Anfängerkurse für Erwachsene«, erläutert Heil. Inzwischen kämen einfach keine mehr. Weil die DLRG-Schwimmlehrer unentgeltlich arbeiten, koste der Zehn-Stunden-Schwimmkurs nur 25 Euro. »Und wenn es zwei Stunden länger braucht, ist es auch nicht schlimm«, nimmt es Heil locker.

Die Kinder sind eifrig bei der Sache. Sie gleiten von der Rutsche auf die schwimmende Matte und machen über die Matte einen Purzelbaum ins Wasser - Hauptsache es spritzt. Oder sie spielen mit den drei Erwachsenen »Karussell«: Alle stellen sich im Kreis auf, fassen sich an den Händen und auf Zuruf legen sich immer andere Kinder einfach auf dem Rücken ins Wasser und werden mitgedreht, während die anderen weitergehen. »Es gibt da keine Probleme. Wenn ein Kind etwas macht, machen es die anderen mit«, verrät Heil das Rezept seines für alle entspannten und kurzweiligen Schwimmunterrichts.

Natürlich gehört für die Mädchen und Jungen auch das Üben mit der »Schwimmnudel« und mit dem Schwimmbrett dazu. Mit der Nudel vor der Brust trauen sie sich sogar ins ganz tiefe Wasser. Heil steht dabei immer am Beckenrand und gibt den Kindern Anweisungen, wie sie sich noch ein bisschen besser bewegen können. Ein paar von ihnen üben schon für das »Seepferdchen«.

Aber nicht nur im Wasser fühlt sich Heil zu Hause. Im Massenheimer Heimatmuseum wie auch im Brunnenmuseum Bad Vilbel mischt er gern mit und hilft, wo er kann. Und als wäre das nicht genug, bildet er seit 60 Jahren hessische Lehrer zu alpinen Wanderführern aus.

Für seine ehrenamtliche Tätigkeit wurde er bereits von der Stadt ausgezeichnet. Außerdem erhielt Heil zum 50-Jährigen der Ortsgruppe im November 2008 für seine Jahrzehnte währende ehrenamtliche Tätigkeit für die DLRG das Verdienstabzeichen in Gold mit Diamant. Das ist die höchste Auszeichnung, die in diesem Verband vergeben werden kann. Seit fünf Jahren ist er auch Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Aber das ist ihm nicht so wichtig, wie den Kindern den Spaß am Schwimmen beizubringen - und damit in gewisser Hinsicht Überlebenshilfe zu geben. Bisher habe jeder bei ihm das Schwimmen gelernt, so Heil. »Also, wer es bei mir nicht lernt...«, sagt Heil. Aber den Satz kann er gar nicht zuende führen. Das ist einfach nicht denkbar. Andreas Hofmann

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