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Auch dieser Teichmolch ist glücklich in seinem Feuchtgebiet angekommen.

Zahlreiche Amphibien gerettet

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Bad Nauheim (pm). Vor Kurzem beendete der NABU Bad Nauheim die Betreuung der Frühjahrswanderung der Amphibien hin zu den Laichgewässern. Zuvor hatten die Amphibienschützer des Bad Nauheimer Vereins erneut zwei Schutzzäune errichtet und über mehrere Wochen betreut.

In Zusammenarbeit mit dem Wetterauer Kreisverband der Naturschutzorganisation und der Ortsgruppe Rockenberg wurde von den Mitgliedern ein 400 Meter langer Amphibienschutzzaun an der Landesstraße 3134 zwischen Steinfurth und Oppershofen im Bereich des Naturschutzgebiets »Breitwiese« regelmäßig betreut. Dieser Zaun dient dazu, die dort zu ihren Laichgewässern in der Wetter-Aue wandernden Kröten, Frösche und Molche vor der Gefahr, überfahren zu werden, zu bewahren.

Fazit fällt nicht nur positiv aus

Der Amphibienschutzzaun wurde nach Angaben des NABU Bad Nauheim Ende Februar von acht Ehrenamtlichen aufgestellt, bis Mitte April von elf Amphibienschützern betreut und dann nach dem Ende der Frühjahrswanderung der Amphibien zu den Laichgewässern gemeinsam wieder abgebaut.

Das Fazit der Naturschützer am Ende der Aktion fällt hier nicht nur positiv aus: Weit über 1800 Amphibien konnte zwar ein sicheres Erreichen der Laichgewässer ermöglicht werden, leider seien aber auch 30 Amphibien im Bereich schwer abzusichernder Feldwege-Einmündungen und an den Enden des Zauns überfahren worden.

Erdkröten bildeten die Mehrzahl der in den Fangeimern gefundenen Amphibien. Deren Zahl bewegte sich mit 1542 Tieren etwa 30 Prozent über der Population der vergangenen Jahre.

Besonders erfreut sind die ehrenamtlichen Amphibienbetreuer darüber, dass 301 Molche (Teich-, Berg-, Faden-, und Kammmolche) wanderten, ein Anstieg von über 600 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr.

So erfreulich die hohe Zahl geretteter Amphibien und die in den Vorjahren deutlich gewachsene Population der dort in der Aue laichenden Amphibien ist, so inakzeptabel ist laut NABU die hohe Zahl der trotz des mobilen Schutzzauns überfahrenen Tiere. »Hier ist dringend die Errichtung einer stationären Amphibienleiteinrichtung mit Tunneln unter der Straße notwendig, die auch den aus der Aue in den sommerlichen Landlebensraum zurückwandernden Alt- und frisch geschlüpften Jungtieren ein sicheres Queren der Straße ermöglichen würde«, betonen die Verantwortlichen der Ortsgruppe.

Ein zweiter Amphibienschutzzaun wurde am 21. Februar und 7. März in der Bad Nauheimer Kernstadt entlang der Hochwaldstraße - zwischen Waldhaus und dem Wohngebiet - von sieben Aktiven des NABU Bad Nauheim im Waldbereich errichtet, um die zum Ablaichen zu den Waldteichen wandernden Amphibien vor dem Straßenverkehr zu schützen.

An dieser Stelle wurden von zwölf Ehrenamtlichen bis Mitte April die am Zaun in Fangeimern gesammelten Amphibien allmorgendlich über die innerstädtische Straße getragen und auf der anderen Seite wieder in die Freiheit entlassen.

Zahl der Erdkröten wird kleiner

In diesem Jahr konnte mit dem 200 Meter langen Zaun 152 Erdkröten ein sicheres Erreichen der Laichgewässer ermöglicht werden. Der dortige Schwund der Erdkröten-Population in den vergangenen beiden Jahren um 21 Prozent ist wahrscheinlich auch auf menschengemachte Einflüsse zurückzuführen.

Gestört wird die Bestandserhaltung nach Angaben der Naturschützer durch die Nutzung des Amphibiengewässers an den Waldteichen durch schwimmende Hunde. Der NABU Bad Nauheim fordert die Hundebesitzer deshalb dazu auf, die Naturschutzfunktion des obersten Gewässers als Amphibienschutzteich zu re-spektieren.

Der besondere Dank des NABU-Ortsvorstands gilt den beiden Organisatorinnen der Aktion, Pia Rolly für den Zaun zwischen Steinfurth und Rockenberg sowie Brigitte Kokes für den Zaun im Hochwald-Gebiet.

Weitere Informationen zum Thema Amphibienschutz und den vielfältigen anderen Aktivitäten des NABU Bad Nauheim zum Schutz der Natur und Möglichkeiten zur Mitarbeit finden alle interessierten Bürger im Internet unter deer Adresse www.NABU-Bad-Nauheim.de.

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