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Bei Heiko Färber (l.) und Timo Schulz (3. v. l.) haben sich (v. r.) CDU-Bundestagskandidat Armin Häuser, Landrat Jan Weckler, Kreisbeigeordneter Matthias Walther sowie die Kreistagsabgeordneten Adrian Roskoni und Oliver von Massow über die Situation im Tierheim informiert.

Zahl der abgegebenen Hunde nimmt zu

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Bad Nauheim-Rödgen (pm). Eine plötzlich auftretende Allergie - nach einem Jahr vielleicht nicht allzu wahrscheinlich, dennoch eine öfter gehörte Begründung dafür, warum der während der Pandemie angeschaffte Familienhund doch wieder abgegeben werden müsse. Über dieses und andere Probleme im Tierheim Wetterau in Rödgen sowie über den Sanierungsbedarf der Quarantänestation hat sich CDU-Bundestagskandidat Armin Häuser gemeinsam mit Landrat Jan Weckler, Kreisbeigeordnetem Matthias Walther und einigen Vertretern der CDU-Kreistagsfraktion bei Heiko Färber, dem Vorsitzenden des Trägervereins Tierheim Wetterau, informiert.

»Wir merken, dass das Pandemiegeschehen nachlässt: Die Zahl der Hunde, die abgegeben werden, hat sich in den letzten Wochen verdoppelt«, sagt Färber. Seine vier hauptamtlichen Mitarbeiter, allesamt ausgebildete Fachkräfte, die Auszubildende und ihn selbst stelle eine solche Abgabe vor ein Dilemma.

Die Aufgabe des Tierheims ist die Aufnahme von Fundtieren oder von Tieren, die durch Polizei oder Veterinäramt beschlagnahmt wurden. Zudem gibt es eine Wildtierauffang-station. Dafür zahlen die 22 Wetterauer Kommunen, die dem Verein angeschlossen sind, eine Umlage, zudem beteiligt sich der Wetteraukreis, was zusammen mit dem Spendenaufkommen von etwa 40 000 Euro jährlich zur Finanzierung des Betriebs gerade ausreiche.

»Für die Tiere, die sie selbst zu sich geholt haben, sind grundsätzlich und ausschließlich die Eigentümer verantwortlich«, sagte Färber - wohl wissend, dass die strikte Befolgung dieser Regel manchem Hund oder Kaninchen ein wesentlich dramatischeres Schicksal zuteil werden ließe als »nur« den Verlust des bisherigen Zuhauses. Also ist oft Abwägen angesagt, zumindest soweit der Platz reicht.

Mit derzeit 20 Hunden sind die Boxen gut besetzt. Muss z. B. nach einer Beschlagnahmung eine größere Anzahl Tiere aufgenommen werden, kooperiert das Tierheim mit Einrichtungen in Nachbarkreisen, die sich umgekehrt im Bedarfsfall ihrerseits auf Hilfe in Rödgen verlassen können.

Limitiert wird die Aufnahmemöglichkeit des Tierheims durch die Zahl der Quarantäneplätze. Acht gibt es, und mehr einzurichten, hält Färber nicht für sinnvoll: »Es ist zu teuer, 20 Quarantäneplätze vorzuhalten, von denen zwei Drittel die meiste Zeit im Jahr leer stehen.«

Unabhängig von der Zahl der Plätze: Der seit Jahren bekannte Sanierungsbedarf des im Sumpfgebiet seitlich der Wetter stehenden und chronisch feuchten Quarantänebaus sei von den Besuchern nach der Besichtigung anerkannt worden. 2022 wolle man die Frage einer Lösung angehen, sagte Färber. Ebenso wie seine Besucher bewerte er derzeit einen Neubau als die wirtschaftlichste Variante. Über die Finanzierung werde man zu verhandeln haben.

Beim Verlassen des Grundstücks habe sich Häuser von der positiven Wirkung einer Verpachtung überzeugen können, die er in seiner Zeit als Bad Nauheimer Bürgermeister in die Wege geleitet hatte: Auf dem Gelände, das dem Tierheim seither überlassen ist, können sich die Hunde mehrere Stunden am Tag nach Herzenslust austoben.

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