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Naturfreunde bauen den Amphibienschutzzaun an der Hochwaldstraße auf. Er soll verhindern, dass die Tierchen überfahren werden:

Zäune für Kröten, Frösche, Molche

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Bad Nauheim (pm). Der NABU Bad Nauheim hat Material für die zwei Amphibienschutzzäune angeschafft, die kürzlich - wie auch in den vergangenen Jahren - an der Landstraße zwischen Steinfurth und Oppershofen und im Südwesten von Bad Nauheim an der viel befahrenen Hochwaldstraße aufgebaut worden sind. Sie befinden sich jeweils am höheren Gelände der betroffenen Straße, und in größeren Abständen sind direkt hinter den Zäunen Eimer eingegraben, in die die - überwiegend nachts - wandernden Tiere fallen, wenn sie entlang der Zäune nach einem Durchschlupf suchen.

Während der Zaun aufgestellt ist, kontrollieren täglich, auch am Wochenende, Aktive, überwiegend NABU-Mitglieder, die Länge inklusive aller Eimer, um eine Artenbestimmung vorzunehmen und die Tiere über die gefährliche Straße zu tragen, damit sie dann die Wanderung zu ihren Laichgründen fortsetzen können. Auf- und Abbau und die Betreuung werden jeweils von einer Person organisatorisch betreut.

Zuvor wurden die Maßnahmen mit den zuständigen Behörden der Stadt Bad Nauheim beziehungsweise der Gemeinde Rockenberg und mit der Behörde Hessen Mobil abgestimmt. Bei den täglichen Kontrollen wechseln sich einzelne Aktive ab, insgesamt sind da 20 Personen beteiligt. Bisher wurden, wie in früheren Jahren, unterschiedliche Amphibienarten angetroffen und sicher über die Straßen gebracht: Erdkröten, Grasfrösche, Bergmolche, Kammmolche und Teichmolche.

Langsam fahren und aufpassen

Insbesondere beim Aufbau ergaben sich in diesem Jahr besondere Herausforderungen durch die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Es waren weniger Aktive beteiligt, und sie arbeiteten an verschiedenen Tagen und zu unterschiedlichen Zeiten in weiten Abständen voneinander.

Die Betreuung läuft nun seit etwa drei Wochen. Mitte März war in den Vorjahren der Höhepunkt der Wanderungen. Danach sieht es momentan nicht aus. Zwar wurde es vorübergehend etwas milder, doch drohen bundesweit wieder Nachtfröste. Die Amphibienwanderung 2021 bleibt ein Geduldsspiel. Der besondere Dank des NABU Bad Nauheim gilt den beiden Organisatorinnen Brigitte Kokes für den Zaun im Hochwald und Pia Rolly für den Zaun zwischen Steinfurth und Rockenberg. Der NABU bittet die Autofahrer darum, in diesen Bereichen und insbesondere am Anfang und am Ende der Zäune langsam und achtsam zu fahren, um sicherzustellen, dass die »Vagabunden«, die alle Eimer umgangen haben, geschont werden.

Informationen über die ganzjährig stattfindenden Naturschutz- und Biotoppflege-Einsätze und die weiteren Aktivitäten des NABU Bad Nauheim finden Interessierte unter www.NABU-Bad-Nauheim.de.

Teichmolche während der Betreuung.

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