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Freuen sich auf das Festival, das von Freitag, 27. August, bis Sonntag, 29. August, stattfindet (v. l.): Peter Heidt, Claudia Roth, Kerstin Schulz, Antje Habenicht, Andreas Meub und Sven Klausnitzer.

27. bis 29. August 2021

»Wisselsheim rockt«: Ein Dorf und vier Konzerte

  • VonPetra Ihm-Fahle
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Menschen treffen sich, um Kultur und Beisammensein zu genießen. So hält es auch der Verein »Schönes Dorfleben«, der die heiße Vorbereitungsphase für das Festival »Wisselsheim rockt« einläutet.

Bad Nauheim – Wir stellen das Karussell vor die Eichbergstraße, den Essensstand gegenüber des Kastanienhofs. Dann steht der schön im Schatten. Und wo soll das Spülmobil hin?« Kerstin Schulz und Claudia Roth schauen sich an. Sie sitzen im Wohnzimmer ihrer Freunde Sven Klausnitzer und Antje Habenicht. Dort machen sie eine Skizze vom Dorfplatz, denn »Wisselsheim rockt« steht an: Von Freitag, 27. August, bis zum Sonntag, 29. August, ist einiges geplant, inklusive eines Hygienekonzeptes und ausgeschilderter Parkplätze.

Andreas Meub kommt herein. Wie alle anderen aus dem Planungsteam stammt der 54-Jährige aus dem Stadtteil. Peter Heidt ist eine Ausnahme. Er wohnt in der Kernstadt, lebte aber zeitweise in Wisselsheim. Alle tragen T-Shirts, die sie als Mitglieder des Vereins »Schönes Dorfleben« ausweisen.

Band, die in Wacken begeisterte, tritt beim Konzert in Bad Nauheim auf

Heidt erzählt, wie er abends in den Kastanienhof gegangen ist, als er damals neu im Dorf gewesen ist. »›Wir würfeln. Willst du mitwürfeln?‹ ›Ei, würfle ich mit.‹ So fing es an«, schildert der 56-Jährige. Freundschaften entstanden, weiterhin ist er zweiter Vorsitzender des Vereins. Ziel ist vor allem die Ausrichtung des rockigen Musik-Ereignisses, wenn auch nicht nur.

Am Freitag, 27. August, geht es mit der Musik um 20 Uhr los, Einlass ist um 18 Uhr. Zwei Bands mit Frontfrauen treten auf, zunächst Pauli aus Schwalheim, anschließend »Deine Cousine« aus Hamburg. »›Deine Cousine‹ haben wir in Wacken gesehen. Sie macht deutsche rockige Texte«, schildert Sven Klausnitzer. 2019 waren er, Heidt und Meub zum letzten Mal auf dem Open-Air-Festival in Schleswig-Holstein. Sie sind Heavy-Metal- und Hardrock-Fans. »Deine Cousine« trat dort auf der »Biergarten-Stage« auf. »Sensationell. Eine Powerfrau auf der Bühne. Wir haben gesagt: ›Die brauchen wir in Wisselsheim‹«, fährt der 53-jährige Vereinsvorsitzende fort. Die Texte seien gut, auch die Musik. Zu Hause waren ebenfalls alle überzeugt. »Wir kennen das Album schon auswendig und können alle mitsingen«, sagt Schatzmeisterin Antje Habenicht und lacht.

Klausnitzer schrieb der »Cousine« eine E-Mail, sie hatte Zeit. Schon im vergangenen Jahr sollte sie kommen, doch aufgrund der Corona-Pandemie fiel das Ereignis aus. Die diesjährige Veranstaltung empfindet der Verein als Quantensprung. Heidt: »Wir machen nicht nur eine Kerb, sondern ein dreitägiges Festival.« Beide Bands hätten eine gewisse Zugkraft, machten eigene Musik. »Deine Cousine« etwa arbeitete mit Udo Lindenberg zusammen. Bis dahin kamen die Künstler aus der Region. So war die Band »SoundsLike« aus Frankfurt 2018/19 da, die auch diesmal samstags dabei ist. Sonntags spielt Peter Liebert.

Festival in Bad Nauheimer Stadtteil: Geld soll Flutopfern zugutekommen

Seit der Inhalt des Events bekannt ist, klingelt laut Klausnitzer das Telefon. Die Karten für 15 Euro sind im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich. Samstag und sonntags ist ebenfalls Programm, aber ohne Eintritt. Der Verein will allerdings Festivalbändchen anbieten, die Besucher gegen eine Spende ab drei Euro aufwärts bekommen können. Das Geld wollen die Ehrenamtlichen für Flutopfer spenden.

Der Verein »Schönes Dorfleben« besteht seit 2017, Auslöser war der Wegfall der Kerb. Die Nachbarinnen Antje Habenicht, Anna Platek, Silke Walschewsky und Judith Giger waren der Ansicht: »Das geht nicht. Wir wollten ein Kinderkarussell organisieren, und dann kamen immer mehr Ideen.« Ein Ort der Geselligkeit sollte entstehen, um die Dorfgemeinschaft zu beleben. Sie begannen, Spenden zu sammeln. »Dann haben wir es auf 2018 verlegt und dann kam Sven ins Spiel. Er sagte, ›Lasst uns das doch mit etwas Livemusik verbinden‹.« Somit war klar: Die Dimension würde größer, ein Verein musste her. Die Frauen überredeten Heidt, Klausnitzer, Meub. »Wir haben zu siebt den Verein gegründet. Später kam noch Thomas Schulz dazu.« 30 Mitglieder haben sie, es gibt Unterstützer und Förderer. Die Musik ist nicht alles, es gibt auch Aktionen an Weihnachten, Kinderbasteln und Ausflüge. Pandemiebedingt stand einiges still. Die Aktivitäten kommen gut an, wie die Vorstandsmitglieder feststellen: »Es stärkt die Dorfgemeinschaft.«

Programm, Ticketverkauf und Hygienekonzept beim Bad Nauheimer Festival

Am Freitag, 27. August, beginnt das Festival »Wisselsheim rockt«. Die Musik geht um 20 Uhr los, Einlass ist um 18 Uhr. Zunächst tritt Pauli mit Band aus Schwalheim auf, anschließend »Deine Cousine« aus Hamburg. Am Samstag, 28. August, geht es ab 16 Uhr mit Kinderkarussell und Kerbtreiben los. Ab 19 Uhr kommt die Band »SoundsLike«; der Eintritt ist frei. Am Sonntag, 29. August, beginnt um 11 Uhr auf dem Dorfplatz ein Gottesdienst unter freiem Himmel. Der evangelische Pfarrer von Wisselsheim, Siegfried Nickel, hält die Andacht. Es folgt der Frühschoppen mit Freibier, so lange der Vorrat reicht. Ab 13 Uhr spielt Wolfgang Liebert am Keyboard. Nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen, Kinderkarussell und Kerbtreiben. Die Veranstalter sorgen für ein Hygienekonzept: Wer dabei sein will, muss entweder durchgeimpft oder genesen sein oder braucht einen negativen Corona-Test. Kinder müssen den Test erst ab 16 Jahre vorlegen. Um ein Durcheinander zu vermeiden, wenn Gäste ihre Gläser abgeben wollen, hat der Verein ein Spülmobil organisiert. »Wir gehen davon aus, dass wir das Festival trotz steigender Inzidenzen durchführen werden, da ein schlüssiges Hygienekonzept vorliegt«, sind die Veranstalter zuversichtlich. Karten für den Freitagabend gibt es im Vorverkauf bei der Bäckerei »Zucker und Zimt«. Man kann die Tickets auch online bei Eventim und an der Abendkasse erhalten. Der Eintritt beträgt 15 Euro, der Besuch am Samstag und am Sonntag ist kostenlos.

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