+

Winterjacken und Adventsschmuck

  • schließen

Bad Nauheim(cor). 130 Statisten suchte die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) für die Produktion eines Kurzfilms in Bad Nauheim. "Der Aufruf in der WZ hat geholfen", sagt Katrin Lindow-Schröder, Referentin für Fundraising bei der EKHN und Initiatorin für den Kurzfilm. Viele Bürgerinnen und Bürger hätten sich gemeldet; der Aufruf habe auch überregional gewirkt. Zwei Tage lang wurde nun am vergangenen Wochenende in und vor der Dankeskirche gedreht.

In den vorweihnachtlich geschmückten Sitzreihen haben viele Statisten Platz genommen. Passend zur Jahreszeit tragen sie Winterjacken, gedreht wird schließlich eine Szene in der Adventszeit. Vor dem Altar steht eine Pfarrerin, die ihre Gemeindemitglieder begrüßt. Die ist in Bad Nauheim keine Unbekannte, Viola Tscheuschner vom Theater Alte Feuerwache schlüpft für den Kurzfilm in die Rolle der Geistlichen. "Bei ihr haben wir direkt angefragt", sagt Lindow-Schröder. Kaum ist die Szene abgedreht, bereiten Regisseurin Sarah Dunkel und ihr Team bereits die nächste Einstellung vor. Gedreht wird auf der Empore. Währenddessen werden die nächsten Statisten unten in der Maske vorbereitet. Andere genießen die Kaffeepause in der Nachmittagssonne.

Von 9 bis 19 Uhr stehen sie am ersten Drehtag für das Filmprojekt parat. Große Anspannung ist bei keinem zu spüren. Man habe sich gerne gemeldet, um mitzuwirken. "Weil man Bad Nauheimer ist", sagt Timo Michael, der durch die WZ auf den Dreh aufmerksam wurde. "Ich habe den Aufruf online gelesen", berichtet Patricia Bamberger. Gekommen ist auch Heidi Siegesmund; für die Winterszene hat sie gleich eine Pudelmütze mitgebracht. Der Filmdreh sei eine besondere Erfahrung, die nicht nur spannend sei, sondern auch Spaß bereite.

Hinter der Produktion des Kurzfilms steht die EKHN, die in dem gut dreiminütigen Film auf das Thema Fundraising im kirchlichen Kontext aufmerksam machen möchte. Unter Fundraising versteht man Wege, über die beispielsweise ein Verein oder eine Organisation Geld gewinnen kann. Aber eben nicht nur Geld, wie Lindow-Schröder erklärt. "Wir legen Wert darauf, dass Fundraising in erster Linie Beziehungsarbeit ist." Demnach gehe es zwar auch, aber nicht nur, um das Einsammeln von Geld, sondern beispielsweise auch darum, dass man Zeit geschenkt bekomme - oder Menschen für ein Gemeindefest Kuchen backen. Mit dem Film wolle die Kirche zeigen, dass Beziehungsarbeit glücklich mache, sagt Lindow-Schröder.

Der Kurzfilm soll überall in Deutschland Wirkung zeigen; er richtet sich an die Fundraising-Szene im deutschsprachigen Raum und soll auf der EKHN-Fundraising-Homepage veröffentlicht werden. Vier Monate lang war das Filmprojekt vorbereitet worden. Mit zwei "unglaublich intensiven und anstrengenden, aber auch tollen und besonderen Tagen" habe man den Film nun im Kasten, sagte die Regisseurin Sarah Dunkel nach dem Dreharbeiten. "Ein Dankeschön an diese vielen wirklich sehr guten und geduldigen Komparsen und unser großartiges Team. So macht Arbeiten wirklich Spaß."

Der Film wird nun vermutlich im Januar oder Februar fertiggestellt. Die offizielle Vorstellung ist für den 19. Mai 2020 beim Fundraising-Forum in Frankfurt geplant.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare