Projekte wie die Erneuerung der Info-Schilder am Geologischen Garten müssen warten. In der Corona-Krise konzentriert sich die Stadt auf die wesentlichen Aufgaben.	FOTO: NIC
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Projekte wie die Erneuerung der Info-Schilder am Geologischen Garten müssen warten. In der Corona-Krise konzentriert sich die Stadt auf die wesentlichen Aufgaben. FOTO: NIC

Stadtverwaltung

Wichtigstes Ziel: Arbeitsfähigkeit erhalten

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Noch gibt es bei den Beschäftigten der Stadt Bad Nauheim keinen Corona-Fall. Doch es müssen Vorbereitungen getroffen werden, damit die Arbeitsfähigkeit auf jeden Fall erhalten bleibt.

In der Corona-Krise muss die Bad Nauheimer Stadtverwaltung flexibel reagieren, um die Arbeitsfähigkeit aufrechtzuerhalten. »Gott sei Dank hatten wir bei unseren Mitarbeitern bislang keine Infektion, doch wir müssen darauf vorbereitet sein«, sagt Bürgermeister Klaus Kreß. Deshalb wird beispielsweise im Kur- und Servicebetrieb (KuS), der eine bedeutende Funktion für das Leben in der Stadt hat, seit geraumer Zeit in zwei Schichten gearbeitet.

»Wenn sich etwa der Fahrer eines Abfalltransport-Lkw mit Corona infizieren würde, müsste ich die gesamte Mannschaft aus dem Spiel nehmen«, sagt der Bürgermeister. Dank der Zweiteilung des Teams müsste nur die Hälfte der Mitarbeiter in Quarantäne, der Rest könnte im Dienst bleiben. Sichergestellt sei, dass sich die zwei Trupps beim Schichtwechsel nicht begegnen.

Je nach Erfordernissen der einzelnen Abteilung des KuS sei eine Früh- und Spätschicht eingeteilt oder die Teams wechselten sich tageweise ab. Laut Kreß gehören neben der Abfallentsorgung die Baumpflege und die Heilquellen-Unterhaltung zu den Aufgaben, die unbedingt erforderlich sind. »Würden wir nicht bewässern, könnte das enorme Folgekosten verursachen.«

Schichtarbeit und Homeoffice

Auch außerhalb des Kur- und Servicebetriebs gibt es Tätigkeiten, bei denen die Arbeitsfähigkeit unbedingt gewährleistet werden muss. Der Rathauschef nennt die Beschäftigten der Stadtwerke, die für die Kontrolle des Strom- und Gasnetzes verantwortlich sind, die Mitarbeiter der Kläranlagen und der Friedhöfe. Auch in diesen Bereichen gilt Schichtarbeit. Die Bediensteten der Stadtverwaltung sind nach Angaben des Bürgermeisters zu 80 Prozent von zu Hause aus tätig.

»Wer zu einer Risikogruppe gehört und kein Homeoffice machen kann, ist freigestellt«, erklärt Kreß. Oft werde Resturlaub genommen oder es könnten Überstunden abgefeiert werden. Um Personalressourcen, die aktuell nicht zur Verfügung stehen, nach Möglichkeit auszugleichen, werden manche Beschäftigten mit neuen Aufgaben betraut. Beispiel: Der gesperrte Waldsportplatz muss derzeit nicht gepflegt werden, die dafür zuständigen Mitarbeiter verstärken das Grünpflegeteam.

Klare Prioritäten

In Krisenzeiten müssen sich die städtischen Mitarbeiter also auf die lebensnotwendigen Aufgaben konzentrieren. Deshalb wird etwa im April kein Sperrmüll abgeholt. Über die neue Prioritätensetzung werden auch Bürger informiert, die im städtischen Internet-Mängelmelder auf kleine Missstände hinweisen, etwa wenn illegal entsorgter Müll nicht sofort beseitigt wird, die Bepflanzung von Blumenkästen länger dauert als üblich oder der Geologische Lehrgarten in Nieder-Mörlen in einem betrüblichen Zustand ist.

»Der Kur- und Servicebetrieb bündelt in der momentanen Situation alle verfügbaren Personalressourcen, um die Müllabfuhr und Entwässerung aufrechtzuerhalten. Auch im Bereich der Grünpflege werden nur die Arbeiten erledigt, die unbedingt erforderlich sind, um nachhaltige Schäden zu vermeiden«, heißt es in der Antwort der Verwaltung auf die Eingabe eines Bürgers im Mängelmelder.

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