Fachmärkte

Wichtige Bauprojekte in Bad Nauheim: Positive Nachrichten von zwei Investoren

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Die Entwicklung des Stoll-Geländes und des benachbarten Kissel-Areals in Bad Nauheim geht voran. Die Baugenehmigung für die Fachmärkte liegt vor, die Salus-Kinik hat eine Baufirma gefunden.

In den letzten Monaten wurden auf dem Stoll-Gelände an der Schwalheimer Straße in Bad Nauheim die Ruinen des ehemaligen Karosseriebaubetriebs abgerissen, Bagger ebneten das Gelände ein. Vor geraumer Zeit wurden diese Baumaschinen wieder abgezogen. Das weckte bei einigen Bad Nauheimern den begründeten Verdacht, dort komme es doch nicht zum Bau eines Fachmarktzentrums. Begründet deshalb, weil die Industriebrache dort bereits seit 24 Jahren existiert und der Bau der Märkte bereits mehrfach verschoben wurde.

Doch diesmal scheint es wirklich loszugehen. "Die Baugenehmigung ist kürzlich übergeben worden, im Frühjahr wird mit der Erschließung gestartet", sagt Bürgermeister Klaus Kreß. Zur Verkehrsanbindung dieses Geländes und des benachbarten Kissel-Areals gehört ein neuer Kreisel auf der Schwalheimer Straße. Wann dieser Kreisverkehr errichtet wird und ob dazu eine Vollsperrung der Straße erforderlich ist, weiß der Bürgermeister noch nicht zu sagen.

Einweihung im kommenden Jahr?

Sicher ist sich Kreß dagegen, dass am finalen Konzept für das Marktgebäude (siehe weiteren Artikel) nichts geändert wird. Der Investor, die in der Nähe von Fulda angesiedelte Werner-Gruppe hat zum Baubeginn oder zum Fertigstellungstermin trotz mehrfacher Anfrage keine Stellung genommen. Kreß geht von einer Einweihung im kommenden Jahr aus: "Genehmigung und Planung liegen vor. Wenn sie jetzt anfangen, sollte der Neubau 2020 fertig sein."

Von fertiger Planung und Baugenehmigung ist die Leitung der Salus-Kliniken weit entfernt. Bekanntlich soll auf dem Kissel-Gelände und anderen Grundstücken – insgesamt 2,6 Hektar – in direkter Nachbarschaft zum künftigen Fachmarktzentrum eine Reha-Klinik entstehen. Behandelt werden sollen in erster Linie Patienten, die von illegalen Drogen abhängig sind.

Salus-Chef gibt Entwarnung

Obwohl sich das private Gesundheitsunternehmen die Fläche vor geraumer Zeit gesichert hatte, schien das Projekt wieder auf der Kippe zu stehen. Der außergewöhnliche Grund: Für das 50 Millionen Euro schwere Bauvorhaben fand sich kein Generalunternehmer.

"Das habe ich noch nie erlebt und auch nicht für möglich gehalten", sagt Salus-Gründer Alfons Domma. Der Chef kann nun allerdings Entwarnung geben. Per Handschlag sei ein Vertrag mit einem Unternehmen aus dem Münsterland geschlossen worden. Die schriftliche Fassung werde zurzeit ausgearbeitet. "Im Raum Frankfurt hat sich einfach keine Baufirma gefunden. Die dortigen Betriebe, die für ein solches Vorhaben in Frage kommen, sind alle mit Wohnungsbau ausgelastet."

Baubeginn Anfang 2020?

Dieser Tage woll es zu einem weiteren Treffen zwischen der Salus-Chefetage und den Verantwortlichen im Rathaus kommen, um die Details zu besprechen. Domma visiert den Baubeginn für Anfang 2020 an. "Ich bin guten Mutes, dass das klappt." Nach 18 Monaten soll die neue Klinik stehen, die das große Gesundheitsangebot in Bad Nauheim abrunden wird.

Ursprünglich hatte Salus mit einer Investitionssumme von 40 Millionen Euro kalkuliert. Inzwischen ist die prognostizierte Zahl wegen des enormen Anstiegs der Baupreise auf 50 Millionen geklettert. Dieser Betrag, den das Unternehmen nach den Worten des Gründers gerade noch schultern kann, wird aber nur ausreichen, weil auf das ursprünglich geplante Schwimmbad verzichtet wird.

Grund für den Umzug nach Bad Nauheim sind die fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten am jetzigen Standort Friedrichsdorf. Dort liegt die Salus-Klinik mitten in der Stadt. "Die Bettenzahl von 290 soll gar nicht aufgestockt werden, aber wir wollen den Patienten künftig ausschließlich Einzelzimmer anbieten, was heute Standard ist. Dafür brauchen wir mehr Platz, der in Bad Nauheim vorhanden ist", erläutert Domma den Hintergrund der Rieseninvestition.

Info

Tegut und Küchenfachmarkt

Kaum eine Planung hat in den letzten Jahren für so viel Wirbel in Bad Nauheim gesorgt wie die Fachmärkte auf dem 2,3 Hektar großen Stoll-Gelände. Mehrfach wurde das Konzept verworfen, neu ausgerichtet, der Investor gewechselt. Nach heftigen Protesten, die nicht zuletzt vom innerstädtischen Einzelhandel getragen wurden, scheiterte ein Bürgerentscheid zur Verhinderung des Projekts denkbar knapp. Schließlich bekam die Werner-Gruppe den Zuschlag, die für das Grundstück 2,3 Millionen Euro an die Stadt gezahlt hat. Ein ähnlich hoher Betrag dürfte für Erschließungsarbeiten (inklusive Kreiselbau) und die Entsorgung belasteter Erde fällig werden. Auch die Werner-Gruppe hat ihr Konzept noch mal geändert, weil sich für den eigentlich vorgesehenen Elektronikmarkt offenbar kein Betreiber fand. Die jetzt vorliegende Baugenehmigung sieht ein großes Gebäude vor, das Tegut-Markt, Küchenfachmarkt, Fitnessstudio, Café und Büroräume vorsieht. 155 Parkplätze werden entstehen. (bk)

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