Hoffen, dass das Projekt stattfinden kann (v. l.): Sonja Rohde, Musikschulleiter Ulrich Nagel und die Vorsitzende des Fördervereins der Musikschule, Helga Bucerius-Macco. 	FOTO: HMS
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Hoffen, dass das Projekt stattfinden kann (v. l.): Sonja Rohde, Musikschulleiter Ulrich Nagel und die Vorsitzende des Fördervereins der Musikschule, Helga Bucerius-Macco. FOTO: HMS

»Wichtig für talentierte Musiker«

  • vonHanna von Prosch
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Bad Nauheim (hms). »Wir fördern Begabung« ist das Motto des Fördervereins der Musikschule. Dazu zählt auch die jährliche Projektwoche des Jugendsinfonieorchesters Wetterau. Trotz der noch bestehenden Corona-Beschränkungen soll sie auch in diesen Herbstferien stattfinden, als Ermutigung und Ausgleich zum Homeschooling. 50 Jugendliche haben sich schon angemeldet. Violinen, Bratschen und Posaune können noch aufgenommen werden.

In mehreren Konzerten begeisterten die Jugendlichen mit Dirigent Markus Neumeyer im vergangenen Jahr das Publikum. Jetzt, wo direkte soziale Kontakte so rar sind, sind sie heiß darauf, wieder zusammen spielen zu können, neue Werke zu erarbeiten, ihre Fähigkeiten zu erweitern. Aber da ist aktuell nicht nur das Hemmnis von ausreichend großen Probenräumen und der gemeinsamen Unterkunft in der Jugendherberge Rothenfels am Main, sondern vor allem eine finanzielle Lücke. Rund 25 000 Euro beträgt der Projektetat. Gedeckt wird er durch die Eigenbeiträge der Teilnehmenden (200 Euro), den Förderverein der Musikschule, Konzertspenden sowie einen bisherigen kräftigen Zuschuss von der Stiftung Sparkasse Oberhessen oder der Ovag. Diese Mittel stünden für 2020 nicht zur Verfügung, hatte Landrat Jan Weckler, Schirmherr des Projekts, schon im Januar mitgeteilt. Musikschulleiter Ulrich Nagel hofft nun auf einen Zuschuss des Landkreises.

Mehrere Varianten denkbar

Als private Unterstützerin bleibt Sonja Rohde bei der Stange. Für sie ist die musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen sehr wichtig: »Wenn Kinder positive Grundlagen bekommen, können sie später darauf zurückgreifen.«

Mit der Musikschule ist sie schon lange über ihren verstorbenen Mann verbunden, der als Bürgermeister 2003 den damaligen Trägerverein und heutigen Förderverein der Musikschule als Gesellschafter mit der Stadt verband.

Für Vereinsvorsitzende Helga Bucerius-Macco war ein Jugendsinfonieorchester und das Konzertprojekt schon immer ein Wunschtraum. »Wir müssen es auch in Corona-Zeiten weiterführen.«

Für das diesjährige Konzept gibt es mehrere Varianten. Nagel: »Wir favorisieren den fünftägigen Aufenthalt in der Burg Rothenfels, wo sich Abstands- und Hygieneregeln einhalten lassen. Dort können wir in dem 250 Quadratmeter großen Rittersaal gemeinsam proben. Sollte das wegen der Corona-Bestimmungen doch nicht möglich sein, kann ab September und in den Herbstferien in der Musikschule geprobt werden. Wo wir dann das ganze Orchester unterbringen, ist noch nicht klar. Ich hoffe aber, dass bis dann die Fünf-Quadratmeter-Regelung fällt.« Ob anschließend Konzerte stattfinden können, weiß auch Nagel noch nicht. »Das Repertoire ist ja nicht verloren. Aber für unsere talentierten Jugendlichen wäre das Projekt jetzt sehr wichtig, damit sie sich nicht zurückziehen.«

Was die finanzielle Enge betrifft, müsste er notfalls die Zahl der Dozenten reduzieren oder auf den gemeinsamen Aufenthalt verzichten.

Wie in den vergangenen Jahren haben auch diesmal wieder Ines Strecker und Walter Dorn die künstlerische und organisatorische Leitung. Für das Programm haben sie den ersten Satz aus Beethovens Sinfonie Nr. 5 vorgesehen, Mendelssohn Bartholdys Hebriden-Ouvertüre, die Harry-Potter-Suite von John Williams und die Carmen-Suite von George Bizet. Markus Neumeyer ist als Dirigent engagiert.

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