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Impf-Erfahrungen in Wetterauer Arztpraxen ändern sich

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Von: Kim Luisa Engel

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Neben Erst- und Zweitimpfungen gegen das Coronavirus kommen nun auch die Auffrischungs- und die Grippeimpfung in Wetterauer Hausarztpraxen dazu. (Symbolfoto)
Neben Erst- und Zweitimpfungen gegen das Coronavirus kommen nun auch die Auffrischungs- und die Grippeimpfung in Wetterauer Hausarztpraxen dazu. (Symbolfoto) © Imago/photosteinmaurer.com

Wirkt sich die Schließung des Impfzentrums in Büdingen auf die Hausarztpraxen aus? Alexander Jakob und Ansgar Schultheis sprechen darüber und gehen auf die Corona-Auffrischungs- und die Grippeimpfung ein.

Bad Nauheim – Neun Monate lang war das Impfzentrum des Wetteraukreises in Büdingen geöffnet. Knapp 210 000 Dosen von vier Vakzinen seien dort ausgegeben worden - umgerechnet also 83 Liter Impfstoff, wie der Kreis vergangene Woche in einer Pressemitteilung erklärte. Seit etwa eineinhalb Wochen ist das Impfzentrum geschlossen, die Wetterauer Hausärzte aber machen in ihren Praxen weiter.

So auch Dr. Alexander Jakob. Der Vorsitzende des Bezirks Wetterau im hessischen Hausärzteverband impft seit März in seiner Bad Nauheimer Praxis. »Wir haben in der Wetterau sehr früh angefangen, sozusagen als verlängerte Arme des Impfzentrums«, sagt er. Als er und andere Hausärzte damit begonnen hätten, mit Astrazeneca zu immunisieren, sei Impfstoff noch Mangelware, die Nachfrage sehr hoch gewesen. In der Phase vor der Schließung des Büdinger Impfzentrums habe es nicht mehr an Vakzinen gemangelt. Der Arzt sagt, dass in dieser Zeit die Nachfrage nach Corona-Impfungen in den Praxen und im Impfzentrum abgenommen habe. »Das heißt nicht, dass wir nicht mehr impfen. Aber es ist deutlich weniger geworden, auch für die Impfzentren.« Deshalb spüre er trotz der Schließung aktuell keine gehäufte Nachfrage. Das erklärt sich der Mediziner damit, dass bereits sehr viele Menschen geimpft seien. »Dass ständig Anfragen kommen wie ›Ich will geimpft werden!‹, das ist vorbei.«

Wetterau: Wieder mehr Corona-Erst- als Zweitimpfungen in Bad Vilbel

Dr. Ansgar Schultheis macht in seiner Praxis in Bad Vilbel andere Erfahrungen. Natürlich sei die Nachfrage im Vergleich zu Mai weniger geworden, da habe er an normalen Tagen 200 Patienten geimpft. »Im Moment impfen wir 30 bis 40 Personen pro Tag«, sagt er, vor vier Wochen seien es noch weniger gewesen, es ziehe langsam wieder an.

Auswirkungen der Schließung des Impfzentrums habe er nicht bemerkt. Vielmehr sieht Schultheis bessere Aufklärung, steigende Inzidenzen im Herbst und dass auf Nicht-Geimpfte mehr Beschränkungen zukommen als mögliche Gründe dafür, dass sich einige noch impfen ließen. »Was auffällt ist, dass wir in letzter Zeit wieder mehr Erst- als Zweitimpfungen haben«, sagt er. Eine Zeit lang habe die Vilbeler Praxis fast nur noch Zweitimpfungen gemacht, seit etwa vier Wochen gebe es wieder deutlich mehr Erstimpfungen - und seit drei Wochen auch vermehrt Drittimpfungen.

Wetterau: Hauptanfrage nach Corona-Drittimpfung in Bad Nauheim

Laut Schultheis sind es vor allem ältere Menschen, die zur Auffrischung kommen - und solche, die im Gesundheitswesen arbeiten. »Das wird ganz gut angenommen«, sagt der Arzt, der selbst schon zum dritten Mal gegen Corona geimpft ist. Auch Jakob kann bestätigten, dass der Booster gefragt ist: »Im Moment richtet sich die Hauptanfrage eher nach der dritten Impfung.«

Doch hier beobachtet der Bad Nauheimer Mediziner unterschiedliches Verhalten bei den Patienten. So habe sich eine ganze Reihe der Menschen direkt nach der Empfehlung der Gesundheitsminister an die Praxis gewandt. Ein anderer Teil wollte erst abwarten, was der Hausarzt dazu sagt. Daher sei es eine überschaubare Nachfrage, keine die die Praxis überrolle. »Ich denke, es ist sehr gut zu leisten, die dritte Impfung in den Alltag der Praxen zu integrieren«, sagt Jakob.

Wetterau: Hausarztpraxen gut auf Grippeimpfung vorbereitet

Dort kommt seit Anfang Oktober noch die jährliche Grippeimpfung hinzu. Schultheis impft seit vergangenem Freitag. Räumlich und personell sei er gut ausgestattet, sagt er. »Das kriegen wir hin.« Seine Praxis habe bereits sehr viele Anfragen für die Grippeimpfung. Auch Jakob ist zuversichtlich, die Nachfrage sei da.

Beide Mediziner sind jedoch auch gespannt, denn 2020 hätten sich sehr viele Menschen gegen die Grippe impfen lassen. Eine wirkliche Grippe in der Saison 2020/21 hat man laut Jakob kaum gesehen, weshalb viele Patienten fragten, ob sie die Impfung überhaupt bräuchten. »Die Empfehlung ist ganz klar da«, sagt er. Schultheis ergänzt: »Wir haben genug Impfstoff und sind gespannt.«

Die Impfkampagne in der Wetterau

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