Noch sind die Becken verwaist, aber vielleicht ändert sich das in absehbarer Zeit. Wann, ist noch ungewiss.
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Noch sind die Becken verwaist, aber vielleicht ändert sich das in absehbarer Zeit. Wann, ist noch ungewiss.

Freibad

Usa-Wellenbad in der Warteschleife: Hoffen auf das „Go“ in Bad Nauheim und Friedberg

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Pandemiebedingt ist die Öffnung des Usa-Wellenbads Bad Nauheim/Friedberg ungewiss, die Vorarbeiten laufen aber auf Hochtouren. Käme ein »Go«, will das Bad schnell reagieren können.

Bad Nauheim/Friedberg - Der Rasen auf dem Gelände des Usa-Wellenbads Bad Nauheim/Friedberg ist schon gemäht, das Ausgabefenster des Kiosks noch mit Brettern vernagelt. Im Blaumann läuft Andreas Klotz, Fachangestellter für Bäderbetriebe, über das Gelände. »Ziiisch!« Betriebsleiter Sascha Rieck drückt aufs Knöpfchen einer Kaltwasserdusche, Wasser sprüht heraus. Der 41-Jährige hockt sich an den Rand des großen Beckens, schaut nach, ob die Überlaufrinne sauber ist und das Gitter richtig aufliegt. Die Arbeit im Freibad ist in vollem Gang.

»Wir sind in der Vorbereitung, um möglichst zeitnah auf die Öffnung reagieren zu können, sobald es erlaubt ist«, erläutert Rieck. Aktuell stünden das Team und die Verantwortlichen vor einer schwierigen, weil ungewissen Situation. Seit dem 2. November sind die Bäder - pandemiebedingt und auf behördliche Anweisung hin - für den öffentlichen Publikumsverkehr geschlossen. Derzeit gibt es laut Rieck noch keine Anhaltspunkte, wann sie wieder aufmachen dürfen.

Usa-Wellenbad Bad Nauheim/Friedberg: Fast überall Wasser abgelassen

»Alles Wasser ist abgelassen. Lediglich in dem großen 50-Meter-Becken in der Halle ist es mit minimalster Aufbereitung dringeblieben.« Das war erforderlich, da nie bekannt war, wann die Gäste zurückkommen. »Wüsste man von vornherein, dass ein halbes Jahr geschlossen ist, könnte man anders an so eine Sache herangehen«, stellt Rieck fest. Es sei eine riesige Herausforderung, zeitnah auf die kurzfristige Aufhebung behördlicher Schließungen zu reagieren. Das liegt am Vorlauf, der notwendig ist: Die Mitarbeiter müssen altes Beckenwasser rauslassen, Fliesen und Silikonfugen reparieren. »Das ist mittlerweile geschehen. Im Sportbecken haben wir mit den Reinigungsarbeiten begonnen, um anschließend die Befüllung vorzubereiten.« Umwelteinflüsse tragen Reisig, Laub und Sand ins Wasser - Vögel und Enten tun ihr Übriges. »Sobald wir das Becken in Betrieb haben, beginnen die Kosten, das heißt, der Reinigungsaufwand muss hochgehalten werden.«

An dieser Stelle komme wieder die Ungewissheit ins Spiel. Rieck: »Letztes Jahr hat die Regierung die Öffnung der Bäder kurzfristig zugelassen. Mittwochs war die Pressekonferenz des Landes, dass die Bäder montags öffnen können.« Das Usa-Wellenbad brauchte daraufhin noch etwas Zeit, insofern sei die Kurzfristigkeit ein Problem gewesen. »Ich hoffe, dass die Regierung den Perspektivplan diesmal längerfristig bekannt gibt«, sagt er.

Usa-Wellenbad Bad Nauheim/Friedberg: Hoffen auf mehr zeitlichen Vorlauf

Rieck hofft und glaubt daran, dass die Bäder bald wieder öffnen, »spätestens, wenn die Hitzetage losgehen und wir vor den Schulferien stehen«, vermutet er. Bei 30 Grad könne man es Menschen nicht verbieten, ins Wasser zu gehen und sich abzukühlen. Voraussetzung sei freilich, dass es verantwortbar sei: unter ähnlichen Hygieneauflagen und Zugangsbeschränkungen wie im Sommer 2020. »Man muss ja auch ehrlich sagen: Nach einem halben Jahr Schließzeit ohne Gäste wäre man froh, wenn wenigstens die Öffnungsmöglichkeiten des letzten Jahrs gegeben wären. Das wäre schon mal ein Anfang.«

In diesem Jahr stünden neue Möglichkeiten zur Verfügung. »Wir haben Tests, es wird von Monat zu Monat mehr geimpft. Das lässt auch darauf hoffen, dass es bald vertretbar ist, Bäder öffnen zu dürfen.«

Zum Öffnungsszenario kann Betriebsleiter Rieck noch keine Aussagen machen, weil er noch nicht weiß, wie die Vorgaben sind. Heute lasse sich noch nicht sagen, ob das Bad das Konzept aus dem Vorjahr eins zu eins übernehmen könne. »Wir kennen ja die behördlichen Auflagen noch nicht.« Bleibe es wie im vergangenen Jahr, sei es einfacher. »Wenn aber plötzlich jeder einen Negativ-Test vorweisen müsste, der nicht älter als 24 Stunden ist, kämen zusätzliche Hindernisse auf den Gast zu.«

Bedenken, dass der Weiterbestand des Bades in Gefahr ist, hat Sascha Rieck allerdings nicht. »Wir hängen jetzt in der Warteschleife«, sagt er. Viele Menschen beschäftige diese Frage - nicht nur das Schwimmbad.

Rückblick: So lief der Pandemie-Sommer 2020

Die Freibad-Saison 2020 im Usa-Wellenbad, das damals erst am 13. Juli öffnete, war von Hygieneauflagen und Zugangsbeschränkungen geprägt. Insbesondere die Hitzetage wurden laut Betriebsleiter Sascha Rieck sehr gut angenommen, die Zeitfenster seien an diesen Tagen ausgebucht gewesen. Im September nannte Peter Krank, Vorstandsvorsitzender des Zweckverbands, dem Stadtparlament erfreuliche Zahlen. Dabei zog er den Vergleichsmonat August heran: Im August 2019 seien knapp 17 700 Besucher inklusive Vereine, Kurse und Schüler gekommen, davon rund 10 500 Besucher als Vollzahler. Im August des Pandemiejahres 2020 seien es deutlich mehr - etwa 12 800 - voll zahlende Besucher gewesen. Sascha Rieck: »Es war überraschend, wie der Saisonverlauf unter diesen Auflagen war.« Gäste hätten sich teilweise zwar über die Zeitfenster beschwert, andere hätten aber positive Rückmeldungen gegeben: Wie sauber das Bad sei, wie sicher sie sich fühlten. »Viele haben gesagt, das Bad müsste immer so sein. Menschen, die Ruhe und Ordnung lieben, haben sich wohlgefühlt. Sie lobten die Sauberkeit, Ästhetik, das klare Wasser, und einige wünschten sich, dass es immer so wäre.« Die Zeitfenster hätten zahlreichen Menschen ermöglicht, das Bad auch an Hitzetagen zu nutzen. Ohne die »Time Slots« wären laut Rieck Vereinssport und Schwimmkurse zu kurz gekommen. Schulschwimmen sei im Freibad unter den strengen Auflagen ebenfalls realisiert worden. Laut Statistik seien bei der Stadtmarketing GmbH in Bad Nauheim, beim Ticketshop Friedberg und im Internet mehr Einzeltickets verkauft worden als in den Vorjahren an der Kasse im Schwimmbad. Bis Ende September 2020 war das Freibad geöffnet, anschließend die Halle. Nach einem guten Monat musste das Bad auf behördliche Anordnung hin aber schließen.

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