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Hiesbach-Vorsitzender Harald Weber-Ströhle und sein Herings-Team bereiten Heringe und Grüne Soße für die Abholer Anke Rüting (2. v. r.) und Gerdi Kampmann vor.

Wegen Corona alles zum Mitnehmen

  • vonHarald Schuchardt
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Bad Nauheim (har). Das Heringsessen nach einer närrischen Saison hat bei den Hiesbach-Karnevalisten eine lange Tradition. Auch wenn die Faschingssaison diesmal komplett Corona zum Opfer gefallen ist, wollten die Bad Nauheimer Hiesbach-Narren nicht auf ihr Heringsessen verzichten.

So reifte die Idee, Heringe oder Grüne Soße (als Alternative für Nicht-Fischesser) mit gekochten Kartoffeln »to go« anzubieten. Die Aktion wurde jedoch nicht am Aschermittwoch - wie ansonsten üblich - veranstaltet, sondern erst am Samstag. Das hat bei den Hiesbach-Aktiven Tradition. Warum das so ist, erläuterte Hiesbach-Vorsitzender Harald Weber-Ströhle: »Das geht zurück auf die 70er Jahre. Damals wurde das Heringsessen auf den Samstag gelegt, weil die meisten Mitglieder am Aschermittwoch noch zu betrunken waren.«

Sprach’s und lachte laut los zusammen mit den weiteren Mitgliedern des Heringsteams, zu dem Kora Hack, Claudia Tüscher, Elke und Holger Straub sowie Ralf Meyer gehören.

Am Freitag hatte das Team 17,5 Kilo Matjes, 6 Kilo Zwiebel, 3 Kilo Äpfel, 1,5 Kilo Gewürzgurken und 400 Gramm Dill sowie vier Packungen Grüne Soße samt 48 fest gekochten Eiern geschnippelt und die beiden Soßen hergestellt. Schließlich mussten noch 25 Kilo Kartoffeln geschält und geschnitten werden.

Mit Abstand und Alkohol

»Wir haben das Corona-konform gemacht, mit Abstand und Alkohol, denn der Hering muss ja schwimmen.« Wieder lachten alle im überdachten einstigen Hofbereich im Anwesen der Familie Tüscher in der Weinbergstraße, wo die vorab bestellten 83 Portionen Heringssalat und 16 Portionen »Grie Soß« ausgegeben wurden. Damit auch Fremde das Anwesen leicht finden, war die große Narrenfahne über dem Eingang gehisst worden.

»Der überdachte Eingangsbereich der ehemaligen Bäckerei ist genau der richtige Ort dafür«, sagte Weber-Ströhle, der von der Zahl der Vorbestellungen positiv überrascht worden war, kommen doch zum »normalen« Heringsessen in der Regel 60 bis 70 Personen, meist aktive Mitglieder und einige wenige Gäste.

Nicht nur aus Bad Nauheim kamen die Bestellungen. Anke Rüting von der VFCG aus Friedberg hatte sechs Portionen Heringssalat bestellt. »Zum einen essen wir gerne Matjes, zum anderen sind unsere Vereine befreundet, und wir wollen die Idee unterstützen«, erklärte Rüting, die ihren Heringssalat samt Salzkartoffeln als erste in Empfang nehmen konnte. Allerdings nicht wie geplant um 17.11 Uhr, sondern knappe zehn Minuten später, da die Kartoffeln etwas länger gebraucht hatten als vorgesehen. Das störte niemanden, auch nicht Gerdi Kampmann, die viermal Grüne Soße und zweimal Heringssalat abholte.

Natürlich hatten alle Besteller die passenden »Dippe« mitgebracht. Dazu gab es zwei kleine Überraschungen in Form eines »Sonderpins« als Ersatz für den sonst in einer Saison üblichen Orden und ein kleines Fläschchen Wein, gestiftet von Senator Claus Kaiser.

Zu den Abholern gehörten mit Bürgermeister Klaus Kress und Erstem Stadtrat Peter Krank auch zwei Stammgäste des Heringsessens. »Sie kommen immer zu uns, wenn sie Zeit haben«, sagte Weber-Ströhle.

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