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Waschen, scheren, Zöpfchen binden

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Von: Valerie Pfitzner

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Am Sonntag ist Welttag der Frisuren. Nicht nur für Menschen, auch für Hunde gibt es Friseure. Wie ein Salonbesuch abläuft verrät Cornelia Aßmus in ihrem Hundesalon in Bad Nauheim.

Lilly, Frida und Herr Brack sind Shampooduft gewöhnt. Jeden Tag sind die Pudeldamen und der Labradoodle-Rüde mit ihrem Frauchen im Hundesalon und lassen es sich gut gehen. Sie haben schon lange keine Angst mehr vor Schermaschine oder Bürste. Damit sind sie eher die Ausnahmen unter den Vierbeinern: »Es gibt wenige Hunde, die es wirklich genießen, frisiert zu werden«, sagt Cornelia Aßmus. Seit vier Jahren betreibt sie »Wello’s Hundesalon« in der Hauptstraße. Trotzdem: Kunden gibt es viele. Denn Hunde hin und wieder zu scheren, zu entfilzen und ordentlich zu bürsten, sei wichtig, besonders für Langhaarrassen: »So langes Haar, wie den Hunden heute angezüchtet wird, würde es in der Natur gar nicht geben. Das ist im Sommer viel zu heiß und es verfilzt unheimlich schnell.« Seinem Fifi, Bello oder Rex daher ab und zu einen Friseurbesuch zu gönnen, findet Aßmus nur fair: »Wir haben es gezüchtet, also müssen wir es auch pflegen.«

Die zwei Malteser sind aufgeregt, als sie von Frauchen und Herrchen in den Salon gebracht werden. Es ist ihr erster Besuch beim Friseur und nicht nur, dass Lilli und Herr Brack sie gleich begrüßen wollen, auch sonst ist den beiden kleinen Vierbeinern alles nicht so recht geheuer. Aushilfe Grit Grauert nimmt sie aber ganz behutsam auf den Arm und wäscht sie mit Filzshampoo. Danach setzt sie die zwei nassen Vierbeiner auf den Frisiertisch und leint sie an. Das muss sein, erklärt die Chefin: »Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn ein Hund runterfällt.« Die Malteser, die immer noch nicht so recht wissen, ob ihnen das alles so gefällt, wehren sich zwar nicht, sehen aber mit nassem Fell noch ein bisschen mehr nach begossenem Pudel aus als ohnehin schon. Bevor sie anfangen zu frieren, packt Grauert den Föhn aus und beginnt, die zwei weißen Hunde zu trocknen. Da werden Beinchen und Schwänzchen nach oben gezogen und mit der Bürste wird fleißig gekämmt: »Dabei gehen alle Knoten aus dem Fell raus«, erklärt Grauert. Das tue den Hunden gut, ergänzt ihre Chefin: »Wenn Haare verknotet oder verfilzt sind, ist die Haut unter Dauerspannung und kann sich nicht mehr dehnen. Weil das weh tut, sind die Hunde meist froh, wenn die Knoten weg sind.«

Bommeln bei Pudeln, Zöpfchen bei Terriern – die typischen Hundefrisurentrends aus den 80er Jahren gebe es zwar immer noch, aber nur vereinzelt. Die meisten bekämen den sogenannten Babyschnitt: Dabei wird das Fell so geschnitten, dass der Kopf möglichst groß wirkt und das Kindchenschema entsteht: »Alle wollen Babys. Das ist halt so«, sagt Cornelia Aßmus. Die beiden Malteser bekommen bei ihrem Friseurbesuch einen ganz klassischen Schnitt mit der Maschine. Wichtig für die Friseurin: »Immer mit der Wuchsrichtung scheren.« Als letztes schneidet Grit Grauert den beiden die Krallen. Auch das sei in der heutigen Zeit besonders wichtig, erklärt Aßmus: »Die meisten Hunde bewegen sich kaum draußen und wenn, dann nur in der Stadt. Dabei wetzen sich die Krallen nicht ausreichend ab.«

Als die beiden Malteser fertig sind, sehen sie wieder frisch und sauber aus. Genau so soll das sein, sagt Cornelia Aßmus: »Hunde sollten zwar schick sein, aber noch Hunde bleiben dürfen.«  

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Wie viel Pflege Hunde brauchen

Welche Pflege ein Hund braucht, hängt von Faktoren wie Rasse, Fellstruktur und Alter sowie seinen Lebensumständen ab. Einige Dinge sind jedoch für jeden Vierbeiner wichtig. Ganz oben auf dem Pflegeplan steht die Haarpracht: Regelmäßiges Bürsten ist das Wichtigste. Ziel ist es, Schmutz, totes Haar und überschüssige Unterwolle zu entfernen und Verfilzungen zu vermeiden. Ein Bad ist ab und an ebenfalls angebracht. Das muss nicht das Eintauchen in der Wanne sein: Der Sprung in Fluss oder See reichen völlig aus. Eine Wäsche mit Shampoo ist nur nötig, wenn der Vierbeiner extrem verschmutzt ist, stark riecht oder Hautprobleme hat. Abgesehen vom Fell sollten sich Hundebesitzer regelmäßig die Pfoten ihrer Tiere vornehmen. Am besten kontrollieren Halter den Ballen auf Risse und Schnitte oder Fremdkörper. Auch kann es gerade im Winter sinnvoll sein, die Ballen mit Melkfett oder Pfotenpflegeprodukten einzucremen, damit sie nicht spröde werden. Komplett wird die Hundepflege, wenn man sich noch Augen, Ohren und Zähnen zuwendet. Bei den Augen reicht ein prüfender Blick und das gelegentliche Entfernen von Augensekret mit warmem Wasser. Die Ohren inspizieren Besitzer am besten ein- bis zweimal wöchentlich. Dabei gilt es, überflüssige Haare zu entfernen, und die Gehörgänge mithilfe eines Tuches von Ohrenschmalz zu befreien.

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