Mensa und Küche ziehen in einen Neubau um, damit im Hauptgebäude der Waldorfschule (Bild) mehr Platz für die Grundschulklassen und die Oberstufe geschaffen werden kann.	FOTO: NICI MERZ
+
Mensa und Küche ziehen in einen Neubau um, damit im Hauptgebäude der Waldorfschule (Bild) mehr Platz für die Grundschulklassen und die Oberstufe geschaffen werden kann. FOTO: NICI MERZ

Bebauungsplan verabschiedet

Waldorfschule: Wachstum macht Ausbau erforderlich

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
    schließen

Die Stadt Bad Nauheim wächst, die Schulen wachsen mit. Jetzt geht die Waldorfschule an die Detailplanung, um mehr Platz zu schaffen. Die Politiker stehen dem Projekt wohlwollend gegenüber.

Diskussionsbedarf gab es in der jüngsten Sitzung des Bad Nauheimer Bauausschuss nicht, als Vorsitzender Manfred Jordis den Tagesordnungspunkt »Änderung des Bebauungsplans Am Taubenbaum« aufrief. Der behördliche Planungsprozess, um die Voraussetzungen für eine Erweiterung der Waldorfschule zu schaffen, läuft seit etwa einem Jahr. Nach Auskunft von Bürgermeister Klaus Kreß wurde der Satzungsbeschluss einstimmig gefasst. Letzte Hürde ist jetzt das Stadtparlament, das am 28. Januar tagt und den Bebauungsplan ebenfalls absegnen dürfte.

Die Waldorf-Pädagogik erfreut sich in Bad Nauheim offenbar zunehmender Beliebtheit. Das lässt sich aus der Nachfrage nach Plätzen in Kita und Schule ablesen. Auf dem Gelände am Taubenbaum wird das komplette gängige Betreuungs- und Bildungsprogramm angeboten. Nach Angaben von Jens Theurer, Geschäftsführer des Waldorf-Schulvereins, werden Krippe und Kita von rund 80 Kindern besucht. Die Schule ist seit 2019 zweizügig - von der 1. bis zur 13. Klasse. Zurzeit werden rund 500 Kinder und Jugendliche unterrichtet, in fünf Jahren werden es Prognosen zufolge bis zu 620 sein.

Steigende Zahlen in Kita und Schule

Für die Schulgemeinde ist es deshalb höchste Zeit, die Raumkapazitäten auszubauen. Laut Theurer werden die Detailplanungen in diesem Jahr abgeschlossen. 2022 soll der Startschuss für die Bauaktivitäten fallen, zum Schuljahresbeginn 2023/24 wird Einweihung gefeiert.

Wie sich der Beschlussvorlage entnehmen lässt, mit der sich der Bauausschuss beschäftigt hat, entstehen im Hauptgebäude neue Räume für die Grundschul-Klassen und die Oberstufe. Voraussetzung dafür ist die Auslagerung von Küche und Mensa in einen Neubau, der im Schulgarten entsteht.

Ebenfalls neu errichtet wird ein Werkgebäude, da Handwerk, Gartenarbeit und Kunst in der Waldorf-Pädagogik traditionell einen breiten Raum einnehmen. Bislang stehen für diese Fächer Container bereit, nach Ansicht des Schulvereins eine unbefriedigende Lösung. Neubau Nummer drei wird künftig die Krippe beherbergen, das alte Kindergarten-Gebäude wird erweitert. Für die Nachmittagsbetreuung wird ebenfalls mehr Platz geschaffen.

Schule bekommt neue Nachbarn

Für das Projekt ist der Waldorf-Bauverein verantwortlich. Er errichtet die Häuser und vermietet sie anschließend an den Schulverein. Das Investitionsvolumen schätzt der Geschäftsführer auf einen sechsstelligen Betrag, recht wenig für dieses ehrgeizige Vorhaben. Zur Minimierung der Kosten trägt die engagierte Eltern- und Schülerschaft bei, die sich an solchen Arbeiten stets beteiligt.

Vor der Verabschiedung des geänderten Bebauungsplans gab es aus Sicht der Stadtverwaltung nur einen kritischen Punkt, der genauer geprüft werden musste. Derzeit stehen die Gebäude auf dem benachbarten großen Gewerbegrundstück leer. Dort sollen allerdings in Kürze Eigentumswohnungen und Büroräume entstehen. Deshalb stellte sich die Frage der Lärmbelästigung durch den Schulbetrieb. Wie ein Gutachten ergab, ist eine Überschreitung der Grenzwerte für ein Mischgebiet nicht zu erwarten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare