Die Waldorfschule Wetterau soll erweitert werden. Unter anderem ist vorgesehen, die Werkstattcontainer durch einen Massivbau zu ersetzen.
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Die Waldorfschule Wetterau soll erweitert werden. Unter anderem ist vorgesehen, die Werkstattcontainer durch einen Massivbau zu ersetzen.

Erweiterung geplant

Waldorfschule auf Wachstumskurs

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Neubaugebiete wie Bad Nauheim Süd wirken sich auf die Infrastruktur der Kurstadt aus. Das bekommt auch die Waldorfschule zu spüren. Die steigende Nachfrage macht eine Erweiterung nötig.

In seiner letzten Sitzung vor der Corona-Pause hatte der Bad Nauheimer Bauausschuss grünes Licht für die Erweiterung der Waldorfschule Wetterau gegeben. Notwendig ist dafür eine Änderung des Bebauungsplans »Am Taubenbaum«, die jetzt in die Wege geleitet werden soll. Der Ausschuss votierte einstimmig dafür, das letzte Wort hat eigentlich das Stadtparlament. Wegen der Corona-Krise ist aber offenbar vorgesehen, anstelle der Stadtverordnetenversammlung am 28. April den Haupt- und Finanzausschuss tagen zu lassen, um wichtige Beschlüsse fassen zu können. Bürgermeister Klaus Kreß betonte im Bauausschuss die große Bedeutung der Waldorfschule für den Schulstandort Bad Nauheim. »Die Erweiterungspläne sind eine kluge Ausrichtung für die Zukunft«, sagte der Rathauschef.

Waldorfschule Bad Nauheim: Erste Klasse jetzt zweizügig

Die Waldorfschule und die angeschlossene Kita wachsen seit Jahren kontinuierlich. »Bis 2019 hatten wir 60 Ü 3- und U 3-Kinder in der Tagesstätte, die damit eigentlich schon knackevoll war«, sagt Jana Theurer, Geschäftsführerin des Waldorf-Schulvereins. Aufgrund der großen Nachfrage sei im vergangenen Jahr gleichwohl eine 20-köpfige Naturgruppe für Kita-Kinder gegründet worden. Durch das Wachstum der Tagesstätte erhöhte sich der Druck auf die Grundschule. »2019 wurde deshalb auch entschieden, die erste Klasse zweizügig zu machen«, erklärt Theurer. Dadurch hätten Eltern ohne Kind in der Waldorf-Kita wieder eine Chance, einen Schulplatz zu erhalten. Die Waldorfschule ist jetzt zweizügig von der 1. bis zu 13. Klasse.

Aufgrund dieser Entscheidungen wird laut Theurer eine Erweiterung der Räumlichkeiten unumgänglich. Die Pläne sehen zwei wesentliche Punkte vor: zum einen den Bau eines neuen Werkstattgebäudes, zum anderen die Errichtung eines Hauses, in dem Mensa und Küche untergebracht werden sollen. Wie die Geschäftsführerin erläutert, nehmen Handarbeit, Handwerk, Gartenarbeit und Kunst in der Waldorf-Pädagogik breiten Raum ein. Bislang seien die Werkstätten in Containern untergebracht - eine behelfsmäßige Lösung. »Die Genehmigung für die Container gilt nur noch vier Jahre. Wir werden sie deshalb durch einen Massivbau ersetzen«, sagt Theurer.

Waldorfschule Bad Nauheim: Eigenes Gebäude für Küche und Mensa

Küche und Mensa sind bislang im Hauptgebäude untergebracht, wo mehr Platz für Klassenräume geschaffen werden muss. Daher wird im Schulgarten ein Neubau für Küche und Mensa errichtet. Auch ein Teil der Nachmittagsbetreuung soll dort künftig untergebracht werden. »Uns ist es wichtig, das Gelände so natürlich wie möglich zu belassen. Es soll nicht alles zugebaut werden«, erklärt die Geschäftsführerin. Weiterer Bestandteil des Projekts sind Umbau-Aktivitäten im Haupt- und Kita-Gebäude.

Nach Angaben von Theurer werden in der Schule derzeit gut 500 Kinder unterrichtet, in fünf, sechs Jahren könnten es maximal 620 sein. Wenn die Stadt das Planungsrecht geschaffen hat, will der Bauverein, der die Gebäude errichtet und an den Schulverein vermietet, im kommenden Jahr die Detailplanung entwerfen und Aufträge ausschreiben. Der Startschuss dürfte 2022 fallen, spätestens zum Schuljahresbeginn 2023/24 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Das Konzept enthält noch eine Unbekannte. Auf dem Nachbargrundstück ist nämlich eine Wohnbebauung vorgesehen. Und im angrenzenden Teil des Schulgeländes existiert die Schmiede, die auch an Wochenenden genutzt wird. Eine Verlegung ist nach Aussage von Theurer nicht möglich. »Zusammen mit dem Wohnbau-Investor haben wir ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben. Wir werden sicher eine Lösung des Problems finden.«

Über die Finanzierung des Bauprojekts wurde bereits mit der Hausbank gesprochen, die grünes Licht gegeben habe. Die Kosten können durch das große Engagement der Elternschaft gedrückt werden, die sich stets an solchen Arbeiten beteiligt. Zwar liegen noch keine genauen Berechnungen vor, doch Theurer geht von einem sechsstelligen Investitionsvolumen aus.

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