+
Gerald Schiller Facharzt für Neurologie

Vortrag über Formen von Angst

  • schließen

Bad Nauheim-Steinfurth(pm). Vor Kurzem referierte beim Steinfurther Verein "Menschen in der Nähe" der Medizin-Professor Gerald Schiller, Chefarzt am Klinikum Bad Hersfeld, über das weitverbreitete Krankheitsbild "Angststörungen" und deren Ursachen, Erscheinungsformen und Behandlungsmöglichkeiten. Angst sei zunächst eine gesunde, das Leben erhaltende Empfindung. Angesichts einer äußeren Gefahr werde der Mensch körperlich, gefühlsmäßig und auf gedanklicher Ebene in einen Alarmzustand versetzt, erklärte der Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Geriatrie, Suchtmedizin, Verkehrsmedizin und Sportmedizin.

Im Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie gebe es drei große Gruppen von Angststörungen, die bei Frauen etwa doppelt so häufig vorkämen wie bei Männern. Das sind die Generalisierte Angststörung (wenn Angstsymptome an den meisten Tagen mindestens mehrere Wochen lang auftreten, etwa Angespanntheit, Zittern, Schwitzen, Schwindel), die Panikstörung (wiederholtes grundloses Auftreten massivster Angstsymptome über zehn bis 30 Minuten) und die phobische Störung (Ängste, die sich stets auf eine spezifische Situation oder ein Objekt beziehen, etwa Angst vor Höhe, Spinnen, Feuer). Bei allen diesen Ängsten sei der Übergang vom Normalen zum Krankhaften fließend.

Daneben gebe es auch organische Angststörungen, etwa bei Asthma, Angina pectoris, Schilddrüsenüberfunktion, ferner Ängste im Zusammenhang mit schizophrenen Psychosen, Drogen, im Alkohol- und Drogenentzug. Diese Angststörungen müssten primär angegangen werden, indem die zugrunde liegenden Erkrankungen behandelt werden.

Zur Behandlung der drei großen Gruppen von Angststörungen kämen mehrere Verfahren infrage, die oft wirkungsvoll miteinander kombiniert werden: Medikamente, Psychotherapie und weitere Therapieverfahren, wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung, Sport-, Musik- und Ergotherapie. Je früher man sich in Therapie begebe, desto besser sei die Chance zumindest einer Beschwerdelinderung. Foto: pv

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare