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Stein des Anstoßes: In dieser Baumscheiben-Abgrenzung ohne reflektierende Warnbake sieht Herwig Langer eine Verkehrsgefährdung. ARCHIVFOTO: NIC

Bad Nauheim: Gefahr durch Baumscheiben-Abgrenzung?

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Herwig Langer, der ehemalige Leiter der Autobahnpolizei-Dienststelle Idstein hat als Pkw-Fahrer leidvolle Erfahrungen mit einer Baumscheiben-Abgrenzung in der Bad Nauheimer Straße gemacht. Doch die Behörden haben ihm eine Abfuhr erteilt.

Bad Nauheim – Herwig Langer ist enttäuscht und verärgert. Der ehemalige Leiter der Autobahnpolizei-Dienststelle Idstein hat als Pkw-Fahrer leidvolle Erfahrungen mit einer Baumscheiben-Abgrenzung in der Bad Nauheimer Straße Am Taubenbaum gemacht, die er für gefährlich hält. Doch die Behörden haben ihm eine Abfuhr erteilt.

Bei Dunkelheit und starkem Regen hatte der Wagen des Rentners in Höhe des Aldi-Marktes eine zwölf Zentimeter hohe Abgrenzung überrollt - Reifen und Felgen wurden stark beschädigt (die WZ berichtete). Aus Sicht Langers ein klarer Fall: Das Fehlen einer reflektierenden Warnbake, die an anderen Baumscheiben-Bordsteinen in dieser Straße aufgestellt ist, habe zu dem Unfall geführt. »Die Begrenzung weist Rillen und Schäden auf, dort sind schon andere Verkehrsteilnehmer drübergefahren«, berichtet der Mann aus Rockenberg. Langer hält deshalb eine Änderung für dringend erforderlich.

Das Rathaus hatte diesem Anliegen allerdings eine Absage erteilt. Nach Auskunft von Erstem Stadtrat Peter Krank werden in jeder Fahrtrichtung mehrere markierte Parkplätze an den Straßenrändern von zwei Baumscheiben eingerahmt. Die erste Baumscheibe ist mit einer Warnbake gekennzeichnet, die zweite nicht. Auch bei schlechter Sicht kann es laut Krank bei vorsichtiger Fahrweise nicht zur Kollision mit dem Bordstein der Abgrenzung kommen. Die städtische Versicherung lehnte es ab, den an Langers Auto entstanden Schaden von gut 300 Euro zu übernehmen. Um die Begleichung des Schadens geht es ihm allerdings nur an zweiter Stelle. Für den Ex-Polizisten steht die Gefahrenabwehr im Fokus.

Der 82-Jährige ließ es mit der städtischen Aussage nicht bewenden. Er wandte sich an den Petitionsausschuss des Landtags, das Innenministerium als oberste Aufsichtsbehörde der Kommunen und direkt an Minister Peter Beuth. Die Antworten fielen für den Pensionär sehr enttäuschend aus, den von Langer beklagten »verkehrswidrigen Zustand« Am Taubenbaum wollte niemand erkennen. Stattdessen wurde ihm vom Ministerium indirekt der Ratschlag erteilt, vielleicht aufs Auto zu verzichten und auf Bus oder Bahn umzusteigen. Zumindest hat der 82-Jährige den Hinweis auf die für Senioren gedachte Verkehrspräventionsaktion »Max« so verstanden. »Das ist eine Sauerei«, meint Langer.

Klein beigeben will er nicht. »Wenn nichts verändert wird, werde ich auf Kosten der Stadt einen Sachverständigen mit der Prüfung der Sache beauftragen«, sagt der ehemalige Polizeibeamte. Auf die Begleichung des Rechnungsbetrags dürfte er vergeblich warten. Erster Stadtrat Krank sieht nämlich keinen Handlungsbedarf in dieser Angelegenheit und wird seine Ansicht nicht so schnell ändern. (bk)

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