Gesundheit und Erholung

Vision vom Kneipp-Dreieck

  • vonCorinna Weigelt
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»Kneipp meets Politik« lautete der Titel des Kneipp-Seminars in Bad Nauheim. Dabei kam auch die Vision von einem Kneipp-Dreieck in der Wetterau zur Sprache.

Das waren hochinteressante und ehrliche Vorträge, die mich optimistisch und fröhlich stimmen«, sagte Prof. Klaus L. Schmidt am Ende des Kneipp-Seminars. Nicht nur der frühere ärztliche Leiter der Kerckhoff-Klinik kam als Zuhörer zu dieser Erkenntnis. Zahlreiche Teilnehmer nutzten das Angebot des fünften Bad Nauheimer Kneipp-Seminars am Donnerstag in der Trinkkuranlage. »Kneipp meets Politik« lautete in diesem Jahr der Titel des Seminars, das Themen rund um die »Symbiose der Kneipptherapie mit ortsgebundenen Heilmitteln« bot.

Für das Seminar arbeiten der Verband Deutscher Kneippheilbäder und Kneippkurorte, der Deutsche Kneipp-Bund LV Hessen und der Kneippverein Bad Nauheim/Friedberg/Bad Salzhausen, der mit 1075 Mitgliedern stärkste Kneippverein Hessens, zusammen.

Wir brauchen keine Therme des Jahrhunderts, sondern eine Therme und ein Kurmittelhaus

Lutz Ehnert

»Sich austauschen und diskutieren« lautete der Wunsch des Vorsitzenden des hiesigen Kneippvereins, Dr. Lutz Ehnert, der Ziele und Entwicklungen des Vereins und die Perspektiven für die Wetterau erläuterte. Gemeinsam mit Bad Salzhausen/Nidda und Bad Vilbel habe man die Vision eines »Wetterauer Kneippbäder-Dreiecks« – drei Heilbäder als Gesundheits- und Erholungsressort unter dem Motto »Von der Heilkraft des Wassers zur High-Tech-Medizin«. Die Lage der drei Heilbäder sei ideal, zentral in Hessen und Deutschland gelegen. Das Dreieck biete mit Sole-Heilbädern, Natur-Fluss- und Seenlandschaften, Mineralheilbad, Gesundheitsstadt, Kneippkurorten und Herz-Lungentransplantation viel Potenzial. Die Gesundheitswege durch die Wetterau, so auch zwischen Bad Nauheim und Bad Salzhausen, könnten beispielsweise in Schwalheim um eine Trinkwasserstelle, die Löwenquelle, ergänzt werden.

Für Bad Nauheim sei das Thema Therme besonders wichtig, und dass die Politik hier mitziehe. »Wir brauchen keine Therme des Jahrhunderts, sondern eine Therme und ein Kurmittelhaus«, sagte Ehnert. Ebenso sei es ein Anliegen, Sole-Wannenbäder zu reaktivieren. Der Kneippverein sei ein wichtiger Motor für die Gesundheitsstadt. Jüngst wurden die erste Kneipp-Kita zertifiziert und ein neuer Gussraum im Hotel »Arabella« eingeweiht. Unterstützung erhalte man auch von Stadt und Stadtmarketing.  

Dass Kneipp nicht nur in Bad Nauheim allzeit aktuell sei und natürliche Heilmittel bedeutsam für die jeweiligen Heilbäder seien, verdeutlichten weitere Redner, darunter Achim Bädorf, Geschäftsführender Vorsitzender des Verbandes Deutscher Kneippheilbäder und Kneipp-Kurorte. Allerdings fehle eine gerechtere Bezahlung und Wertschätzung seitens der Gesundheitspolitik. Bürgermeister Klaus Kreß lobte das Engagement des Kneippvereins und ging auf die Kneipp-Säule Balance ein. »Wer sich damit auseinandersetzt, erkennt, dass es immer wichtiger wird, diese Balance zu halten«, sagte Kreß in Bezug auf die schnelllebige Gesellschaft und die fortschreitende Digitalisierung.

Auf der Suche nach der inneren Balance werde heutzutage ein Personal Coach beauftragt, sagte der Bad Endbacher Bürgermeister Markus Schäfer, der für den Hessischen Heilbäderverband ein Grußwort sprach. Psychosomatische Erkrankungen stünden an erster Stelle der Gründe für Arbeitsunfähigkeit. Schäfer empfahl für eines der nächsten Seminare das Thema »digitale Balance«. Weitere Themen des Seminars gewährten Einblicke in die balneophysikalische Forschung und die heilende Erde. (cor)

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