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Virales Gewalt-Video aus Bad Nauheim: Polizei bezweifelt Echtheit der Informationen

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Ein Video aus der Bad Nauheimer Fußgängerzone sorgt derzeit für Aufregung im Internet: Knapp 6000-mal wurde es allein auf Facebook geteilt. Nun nimmt die Polizei Stellung zu den Bildern.

Eine Person wird in der Bad Nauheimer Innenstadt von einem Mann attackiert. Das Opfer lässt die Kamera laufen, während der Aggressor auf ihn zukommt. Das entsprechende Video, das einen Vorfall vom Samstagabend zeigt, wird derzeit im Internet heiß diskutiert und häufig geteilt: Knapp eine Viertelmillion Menschen hatten es am Dienstagmittag bereits gesehen. Doch bei der Polizei sieht man die Aufnahmen und die dazu geteilten Informationen kritisch.

Hintergrund: In der Beschreibung der Szene schreibt der Poster von einem "Hilfesuchenden", der ihn attackiert habe, womit der Aggressor mutmaßlich als Flüchtling ausgemacht werden soll. "Vielen Dank, Frau Merkel!", heißt es. Und weiter: "Um 18.50 Uhr wurden durch den 'Hilfesuchenden' mehrere Personen in der Fußgängerzone mit Pfefferspray angegriffen!" Viele Kommentare auf das Video sind nicht zitierfähig.

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Bei der Polizei Mittelhessen ist der Vorfall bekannt. "Die Ermittlungen laufen bezüglich einer versuchten Körperverletzung zum Nachteil des Posters", heißt es hier. Ebenso erklärt Pressesprecherin Sylvia Frech aber auch: "Bei dem Tatverdächtigen, welcher vermutlich im Video zu sehen ist, handelt es sich jedoch nicht um einen Syrer, sondern um einen Mann bulgarischen Herkunft, der in Bad Nauheim wohnhaft ist."

Und: Von einem Angriff mit Pfefferspray, den die Person, die das Video auf Facebook veröffentlicht hat, dem Aggressor vorwirft, und dadurch verletzte Personen am Samstagabend in der Bad Nauheimer Innenstadt weiß die Polizei nichts. Die Informationen werden angezweifelt: "Es liegen keine Anzeigen diesbezüglich vor. Es scheint unwahrscheinlich, dass potentielle Opfer sich nicht bei der Polizei gemeldet hätten, so dass derzeit nicht davon ausgegangen wird, dass ein solcher Vorfall tatsächlich stattfand."

Darüber hinaus werde das Video und die Kommentierung dazu strafrechtlich geprüft.

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