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Das Bewusstsein für Hygiene, Gesundheit und Körper wird um 1900 größer: Das zeigt »Baden um 1900« im Badehaus 3 im Sprudelhof. FOTO H.A.M. Hölzinger

Vier Badezellen werden hergerichtet

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Bad Nauheim (pm). Eigentlich war der 21. Mai als Termin zur Eröffnung des Jugendstilforums mit der Ausstellung der Sammlung Geisler »1900 > modern times« vorgesehen. Aber nun muss der Jugendstilverein wie so viele Ausstellungsmacher, Museen und andere kulturelle Institutionen auf die Lockerungen der Corona-Kontakt-Beschränkungen warten.

Doch bis dahin wird den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Zeit nicht lang, denn es gäbe noch einiges zu tun, sagen die Verantwortlichen.

Zurzeit werden im Sprudelhof vier Badezellen hergerichtet, die allerhand Wissenswertes über das »Baden um 1900« vermitteln, wie zum Beispiel die Darstellung der damaligen Reformbewegung, die Bewusstsein für Körper, Gesundheit und Hygiene weckte. Zur gleichen Zeit baute man die Infrastruktur der Städte aus, und immer mehr Haushalte bekamen nun fließendes Wasser und damit Einrichtungen wie Bäder und WCs.

Teil der Ausstellung zum Auftakt

Besonders sorgfältig gestaltete Accessoires wie Hand- und Tischspiegel, Bürsten und Kämme, Seifenschalen und Behältnisse für Cremes und Schminke gehörten nun zum Inventar der privaten Bäder.

Schon zuvor waren Kur- und Schwimmbäder als Gesundheits- und Hygienetempel beliebt und galten als soziale Treffpunkte, die ein gesellschaftliches Leben bereicherten. Diese Begegnungsorte präsentierten sich oftmals im attraktiven Dekor des Jugendstils, wie heute noch an der Fenstergestaltung und den Fliesenornamenten in den Badezellen des Sprudelhofes zu erkennen ist.

Inmitten dieser stilvollen Ausgestaltungen von namhaften Künstlern der Epoche wird die Ausstellung die damals populären Skulpturen von Badeszenen präsentieren, die durch neue Techniken nun in größerer Anzahl hergestellt, preislich erschwinglich wurden und so manches private Badezimmer schmückten. Der Mittelpunkt dieser kleinen Schau sei sicherlich die figürliche Darstellung »Die Wasserschöpferin« des Berliner Bildhauers Emil Cauer von 1901. Das Original aus Marmor steht vor der Berliner Nationalgalerie.

Diese kleine Kabinett-Schau ist Teil der Auftakt-Ausstellung »Jugendstilkeramik - Tendenzen einer neuen Zeit«, mit der der Jugendstilverein das Jugendstilforum beginnen wird. Besucher erwartet eine museale Dauer- und Wechselausstellung von ausgesuchten Jugendstilpreziosen in dem einmaligen Ambiente des begehbaren Denkmals Sprudelhof.

Die Darstellung »Die Wasserschöpferin« des Bildhauers Emil Cauer von 1901 wird zu sehen sein. Das Original steht vor der Berliner Nationalgalerie.

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