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Ein Blauschaf mit Symbolcharakter gibt es von der Stadt Bad Nauheim als Geschenk - v. l. Peter Krank, Magnus Schneider, Thomas Mächtle und Christina Vennemann-Korb.

Viel Raum für Bewegung

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Bad Nauheim(cor). Ob klettern, turnen, rennen, balancieren oder auch musizieren, präsentieren und spielen - in der neuen Bewegungshalle der Sophie-Scholl-Schule Wetterau ist dies nun alles möglich. Am Dienstag wurde der große Neubau in einer Feierstunde offiziell eingeweiht. Hinter der Bewegungshalle steckt das große Engagement vieler Menschen, die dazu beigetragen haben, das Projekt zu verwirklichen.

Mit der Halle hat die Schule nun ihr Herzstück erhalten. 1,55 Millionen Euro hat der Bau gekostet. Bezuschusst wurde das Projekt durch die "Aktion Mensch" mit 110 000 Euro. Ein Jahr lang wurde gebaut, pünktlich zum Schulbeginn 2019/2020 konnte der Schulbetrieb im Neubau aufgenommen werden. "Ein wichtiger Baustein unseres Konzepts ist die Bewegungsförderung", sagte Schulleiterin Christina Vennemann-Korb.

Ringe, Taue, Ballwurfmaschine

Die neue Halle bietet hierfür viel Raum. Ihre Grundfläche ist annähernd so groß wie ein Tennisfeld. Genutzt wird der Neubau aber auch für diverse Fächer und Theaterspiel, als Aula und für Workshops oder Vorträge. Unlängst haben die Kinder der Schule ihre Bewegungshalle begeistert in Besitz genommen. Ausgestattet ist sie unter anderem mit Ringen und Tauen, einer Ballwurfanlage und zwei großen Sprossenwänden. Kombinationen von verschiedenen Reckstangen ermöglichen dazu eine Vielzahl von Bewegungs- und Spielvarianten. Das barrierefreie Gebäude hat zudem zwei große Räume erhalten, die für den Unterricht genutzt werden können. Auch die Nachmittagsbetreuung findet hier ihren Platz. Stolz präsentierten die Kinder zur Einweihungsfeier die neuen Geräte. Auch luden sie die Erwachsenen ein, das Angebot selbst zu erproben. Zuvor hatte die Adlerklasse die Gäste musikalisch begrüßt.

Vor zehn Jahren, am 24. Oktober 2009, wurden die ersten Räume der inklusiven Grundschule bezogen. Ins Leben gerufen wurde die Sophie-Scholl-Schule Wetterau auf private Initiative engagierter Eltern und der Lebenshilfe Wetterau/Gießen. Drei von ihnen sind die Väter Andreas Weigand, Oliver Wohlers und Ralf Teckentrup, die mit der Charity-Gala zugunsten der integrativen Schule nicht nur Spenden sammeln, sondern auch der Stadt Bad Nauheim einen besonderen kulturellen Glanzpunkt bescheren. Ein großes Dankeschön wurde am Dienstag ihnen und den weiteren Unterstützern der Schule sowie den beiden Fördervereinen ausgesprochen. Der zur Gala gegründete Förderverein Inklusion ermöglichte die Anschubfinanzierung in Höhe von 300 000 Euro. Der Förderverein der Sophie-Scholl-Schule Wetterau übernahm die Kosten der Boulderwand.

Durch großzügige Spenden unterstützt auch Dr. Manuela Schmid seit Jahren die Projekte der Schule, den Anwesenden ließ sie ihre Grüße ausrichten. Auch Gala-Schirmherrin Regine Sixt steht der Sophie-Scholl-Schule zur Seite. Jüngst spendete sie 30 000 Euro für das neue Bewegungskonzept in der Halle. Ein "Mann der ersten Stunde" ist Oliver Pocher, der nicht nur als Moderator der Benefizgala agiert, sondern auch wie selbstverständlich Gewinne aus Fernsehshows gespendet hat.

Inklusion soll intensiviert werden

Heute könnten alle gemeinsam auf eine Erfolgsgeschichte blicken, wie Thomas Mächtle, Geschäftsführer der Lebenshilfe Wetterau, erklärte. Magnus Schneider (Geschäftsführer der Sophie-Scholl-Schulen gGmbH) sprach diverse Entwicklungsschritte an, vom holprigen Start im maroden Gebäude bis hin zum heutigen Stellenwert in der Schullandschaft. "Alle sind gleich, jeder ist wichtig", betonte Erster Stadtrat Peter Krank und überreichte ein "blaues Schaf" des Künstlers Rainer Bonk als Geschenk. Die Blauschafe sind nicht nur Botschafter für friedliches Miteinander und Toleranz, sondern auch für soziales Denken und Handeln, und somit auch für Inklusion. Die Sophie-Scholl-Schule sei hier ein Vorreiter mit vielen Impulsen. "Es ist wichtig, dass man sich auf den Weg macht." Das Thema Inklusion müsse auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen weiterentwickelt werden. Die Stadt plane daher einen Inklusions-Kongress.

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