Viel Einsatz für den neuen Glanz

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Er sieht aus wie neu, der Flügel von Wolfframm aus Dresden, erbaut im Jahr 1897. Das gute Stück wurde komplett generalüberholt, rund 200 Stunden hat Holger Becker vom Musikhaus Ortel in Friedberg alleine in die Aufarbeitung der Technik investiert.

Er sieht aus wie neu, der Flügel von Wolfframm aus Dresden, erbaut im Jahr 1897. Das gute Stück wurde komplett generalüberholt, rund 200 Stunden hat Holger Becker vom Musikhaus Ortel in Friedberg alleine in die Aufarbeitung der Technik investiert.

Beim Restauratoren- und Kunsthandwerkermarkt im Rahmen des Jugendstilfestivals im Sprudelhof standen Becker und weitere Experten Besuchern Rede und Antwort und gaben Einblicke in ihre wertvollen Tätigkeiten.

Den Flügel hätte Becker fast entsorgt. Ein Kunde gab ihn vor Jahren in Zahlung. "Der Flügel war ganz schön runtergekommen", sagte Becker. Schon sein Erscheinungsbild sei aber durch das Gehölze so ungewöhnlich, dass sich Becker zu einer Restaurierung des antiken Instruments entschied.

"Ich habe den Flügel dann komplett zerlegt." Viele Teile mussten gewechselt werden. Der Flügel erhielt neue Saiten, Stimmwirbel, Dämpfer, Hämmer und Tastengarnierungen. "Die stark vergilbten Tastenbeläge aus Elfenbein wurden gebleicht, geschliffen und poliert." Das gesamte Spielwerk wurde schließlich neu einreguliert. Das Gehäuse in Nussbaum wurde zerlegt, farblich angeglichen und neu mit Schellack aufpoliert. Die "Hardware" des guten Stücks konnte erhalten werden. Alle Beschläge, Bänder und Rollen sind original. Gerne spielten Besucher des Marktes auf dem Instrument. Parallel organisierte Becker gleich noch ein Vorspiel im Badehaus. Der Flügel steht nun in Friedberg zum Verkauf.

Was bei Pflege und Erhalt antiker Möbelstücke zu beachten ist, erklärten Barbara Naumburg und ihre Mitarbeiter einer Restaurierungswerkstatt aus Frankfurt. Im Rhein-Main-Gebiet sind sie unterwegs, um Möbeln einen Hausbesuch abzustatten. Die Möbeloberflächen werden vor Ort gereinigt, auch lassen sich kleine Blessuren der Möbelstücke daheim bei den Kunden beheben. "Das Retuschieren und Nachpolieren ist vor Ort gut machbar", erklärte Mitarbeiterin Sonja Kruse. Das Ersetzen fehlender Furniere oder auch aufwendigere Arbeiten werden dann in der Werkstatt getätigt.

Viele weitere Restauratoren gewährten Einblicke in ihre Arbeit. So zeigte Benedikt Muhle, wie er Bilderrahmen vergoldet. Harald Sattler erläuterte die aufwendige Möbelrestaurierung. Spezialist Gerhard Arnold informierte über das klassische Polstern. Viele weitere Aussteller bereicherten mit ihren Angeboten das Jugendstilfestival auf dem Gelände.

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