Referentin Ute Sinn
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Referentin Ute Sinn

»Vergebung ist der Schlüssel«

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Bad Nauheim (pm). Trotz erster Corona-Meldungen konnte Moderatorin Heike Tauchnitz zu Beginn des Monats noch 160 Frauen zum gemeinsamen Frühstücken im Hotel Dolce begrüßen. Zur Freude der Gäste hatten die ehrenamtlichen Helfer des Frühstückstreffens für Frauen die Tische im Hotel liebevoll mit Blumen und einem selbst gebastelten Schlüsselblumen- Aufsteller mit dem Spruch: »Vergebung ist der Schlüssel, die Vergangenheit zu akzeptieren und das Augenmerk auf die Gegenwart und die Zukunft zu legen«, versehen.

Die Veranstaltungen werden von Frauen aus verschiedenen christlichen Kirchen und Gemeinden organisiert und in öffentlichen Räumen veranstaltet. Sie seien konfessionell unabhängig und arbeiteten mit bestehenden christlichen Kirchen zusammen, wie Heike Tauchnitz erklärte.

2021 neuer Veranstaltungsort

Die Moderatorin bedankte sich zu Beginn im Namen des Vereins Frühstückstreffen für Frauen Friedberg/Bad Nauheim für die jahrlange, sehr gute Zusammenarbeit mit dem Hotel Dolce in Bad Nauheim und teilte den Zuhörerinnen mit, dass dies die letzte Veranstaltung an diesem Ort sei. Sie wies darauf hin, dass der nächste Vormittagstermin des Frühstückstreffens für Frauen 2021 in der Adolf-Reichwein-Halle in Rosbach stattfinden werde.

Zum Thema »Was gebe ich mir, wenn ich vergebe«, war Ute Sinn als Referentin eingeladen. Sie lebt, malt und arbeitet als Seelsorgerin und psychologische Beraterin mit eigener Praxis und Atelier in Wetter an der Ruhr. Sie ist Autorin des Buches »Deine Liebe lässt mich leben« und verschiedener Publikationen, unter anderem in christlichen Frauenzeitschriften.

Ute Sinn begann ihren Vortrag mit der Aussage, dass alle Menschen auf Beziehungen ausgelegt seien, die von Echtheit, Tragfähigkeit und Ehrlichkeit geprägt sein sollten. Dadurch machten wir uns aber auch verletzlich. Man stelle sich mitunter die Frage, warum man von anderen verletzt werde. Das Zurückziehen aus einer Beziehung helfe oft nicht weiter. Man wolle den Schmerz oft festhalten, dadurch entstehe aber Groll. Man gebe somit dem Täter Macht und Einfluss über das eigene Leben. Verdrängen und Rechtfertigung führten vielfach zu unehrlichen Beziehungen, Groll mache bitter und man verliere den Zugang zu seinen Mitmenschen.

Jeder Mensch sei selbst verantwortlich für seine Haltung zum Thema Vergebung. Vergebung bedeute nicht etwa, Kränkungen immer wieder zuzulassen oder zu rechtfertigen oder sich auf den Richterstuhl zu setzen, um überheblich zu leugnen. Man könne allen vergeben, die einem etwas geschuldet hätten und sich auch selbst vergeben für Dinge, die man nicht loslassen könne.

Der Satz »Die Zeit heilt alle Wunden« ist laut Ute Sinn nicht zutreffend. Nur ein ehrliches und von Herzen kommendes Vergeben könne den Prozess der Heilung anstoßen. Vergebung bestehe aus verschiedenen Schritten und es sei sehr wichtig, dass Gefühle Raum haben dürften und dass man diese auch zulasse. Vergeben und erinnern schlössen sich nicht aus.

Es sei eine aktive Entscheidung, zu sagen, dass man nicht bis zum Lebensende voller Bitterkeit sein wolle und dass Jesus Christus durch seinen Kreuzestod Vergebung vorgelebt habe. Bei Jesus Christus gebe es komplette Heilung, nicht nur ein Pflaster.

Ute Sinn schloss ihren Vortrag mit dem Satz: »Du entlässt in der Vergebung einen Gefangenen und entdeckst, Du warst es selbst.« Im Anschluss an den Vortag gab es zahlreiche Fragen aus dem begeisterten Publikum, die Ute Sinn alle ausführlich und mit viel Engagement und Herzenswärme beantwortete. Musikalisch umrahmt wurde das Programm von Judith Watz und Ulli Steinmüller. FOTO: PV

Die nächste Abendveranstaltung des Frühstückstreffens für Frauen »Ein Abend für Frauen« findet am Freitag, 28. September, um 20 Uhr im Rosensaal in Steinfurth statt. Das Thema lautet: »Heimat, wo ich zu Hause bin - oder vom Geheimnis der Kraniche«.

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