Die Sonne scheint, bestes Badewetter, doch das Freibad des Usa-Wellenbads ist nur mäßig besucht. Abstandsregeln einzuhalten, ist kein Problem.
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Die Sonne scheint, bestes Badewetter, doch das Freibad des Usa-Wellenbads ist nur mäßig besucht. Abstandsregeln einzuhalten, ist kein Problem.

Schwimmbadregeln

Usa-Wellenbad: Wegen Corona Badespaß im Schichtbetrieb

17.45 Uhr, 28 Grad, und die Liegewiese des Usa-Wellenbades ist leer. In Corona-Zeiten wird in der Talaue zwischen Bad Nauheim und Friedberg im Schichtbetrieb geschwommen. Ob das klappt?

Tickets nur online, im Vorverkauf und mit Aufschlag, Maskenpflicht in der Umkleide, kurze Badezeiten: Seit das Usa-Wellenbad nach dem Lockdown wieder geöffnet hat, gibt’s Kritik. Der Ansturm scheint sich auch in Grenzen zu halten. Lohnt sich ein Besuch? Machen wir den Test.

Das Foyer der Schwimmhalle ist geschlossen. Wer ins Freibad will, nimmt den Seiteneingang, wo ein Kassenhäuschen steht. Ein Security-Mann sitzt davor, alles ist ruhig. Auf den Parkplatz wurden Abstandsstriche aufgemalt. Dort stellen sich die ersten Badegäste an, während Vereinssportler die Anlage verlassen. Die SG Bad Nauheim und die DLRG hatten gerade Training. Nerven die Corona-Regeln? »Nee, ist kein Ding«, sagt ein 19-jähriger Rettungsschwimmer aus Assenheim.

»In Bad Homburg ist die Wiese abgesperrt und die Bahnen sind schlecht aufgeteilt«, berichtet ein Vater, der seinen Sohn vom Training abholt. »Hier klappt alles sehr gut. Es gibt viel Platz auf der Wiese.«

Das bestätigt eine vierköpfige Familie aus Friedberg. »Auch der Einlass geht sehr schnell«, sagt die Frau. In der Schlange hinter mir stehen rund 50 Leute. 656 Besucher dürften rein. Diese Zahl, sagt ein Bademeister, habe man vergangenen Samstag beinahe erreicht. Sonst sind es deutlich weniger. Ich habe von 18.30 bis 20 Uhr gebucht. Der Eintritt kostet 2 Euro, mit Vorverkaufsgebühr 3,20 Euro. Im Internet wären es 75 Cent mehr gewesen. »Genau genommen ist das nur eine Stunde Badezeit«, werde ich aufgeklärt. Badeschluss ist nämlich um 19.30 Uhr. Dann wird das Bad desinfiziert, wie in allen Pausen zwischen den Badezeiten. In eine Liste eintragen muss sich niemand, die Eintrittskarten sind personalisiert. Um Punkt 18.30 Uhr öffnet Betriebsleiter Sascha Riek einen zweiten Eingang. Jetzt geht alles ganz schnell, wenige Minuten später tummeln sich die ersten Badegäste im Becken.

Usa-Wellenbad Bad Nauheim: Viele Familien mit Kindern

Das große Becken ist in vier Bahnen aufgeteilt. »Wenn man rechts schwimmt, kommt man sich nicht in die Quere«, sagt ein Mann aus Ober-Mörlen. Bevor ich mich weiter umschaue, schwimme ich ein paar Bahnen. (Das klingt besser als: Nach der dritten Bahn wäre ich fast abgesoffen, weil die Arme schwer wie Blei waren. Wann war ich das letzte Mal schwimmen?) »Abends kommen viele Leute, die Bahnen schwimmen«, sagt der Ober-Mörler. Man sieht viele Familien, Erwachsene, die mit Kindern im Planschbecken spielen oder sich im Nichtschwimmerbecken abkühlen. »Das ist ein anderes Klientel wie sonst«, sagt eine Bad Nauheimerin. »Aber nachmittags kommen auch Jugendliche.«

Was ins Auge fällt: Das Wasser ist absolut klar, Becken und Außengelände sind blitzblank sauber. Immer wieder hört man: »Trotz Corona: Das klappt alles.« Auf der Wiese gibt es genügend Schattenplätze. Am Sprungturm stellen sich die Wagemutigen mit Abstand brav in eine Reihe. Rettungschwimmer Fabian Wolf wacht darüber, dass alles gesittet abläuft. Nur die Rutsche im Nichtschwimmerbecken ist gesperrt. Von ihr muss eine ominöse Seuchengefahr ausgehen.

Usa-Wellenbad Bad Nauheim: Manche vergessen ihre Maske

Wer auf die Toilette oder in die Umkleide will, muss eine Maske aufsetzen und nachher die Hände desinfizieren. Manche vergessen ihre Maske. Dann müssen sie zurück zu ihrer Tasche und sie holen. Ohne Maske, das machen die beiden Security-Mitarbeiter in freundlichem Ton deutlich, kommt hier keiner rein. Und raus, das muss ich mir anhören, geht’s nicht durch den Eingang, sondern durch den Ausgang. »Wenn hier mehr Leute sind, ist der Abstand sonst nicht gewährleistet.«

Ein Freibadbesuch in Corona-Zeiten - das sei überhaupt kein Problem, sagt eine Besucherin. Weil Online-Verkauf, Vorverkaufsgebühr und verkürzte Badezeit manche vom Schwimmbadbesuch abhielten, bekomme man auch kurzfristig noch Karten. Ob das auch nach diesem Wochenende noch gilt? Es wird über 30 Grad heiß.

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