Freie Bahn im Freibad: Dieser Anblick hat sich an manchen Tagen geboten, was die finanzielle Belastung der Städte Bad Nauheim und Friedberg deutlich erhöht.
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Freie Bahn im Freibad: Dieser Anblick hat sich an manchen Tagen geboten, was die finanzielle Belastung der Städte Bad Nauheim und Friedberg deutlich erhöht.

Nach Lockdown-Ende

Corona-Krise: Usa-Wellenbad-Defizit steigt enorm

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Nach dem Ende des Lockdowns kommen viel weniger Besucher ins Usa-Wellenbad als erwartet. Die Städte Bad Nauheim und Friedberg müssen eine deutliche finanzielle Mehrbelastung verkraften.

Die Corona-Krise bedeutet für die Kommunen enorme Einnahmeverluste und teilweise höhere Ausgaben. Das bekommen die beiden Nachbarstädte Bad Nauheim und Friedberg auch im Usa-Wellenbad zu spüren. Kürzlich hat die Verbandsversammlung des Schwimmbads, der Politiker aus beiden Kommunen angehören, einen Nachtragshaushalt für das laufende Jahr verabschiedet. Danach steigt der Zuschussbedarf für den laufenden Betrieb um 670 000 Euro auf 1,775 Millionen Euro an. Die zwei beteiligten Städte müssen somit eine Mehrbelastung von jeweils 335 000 Euro verkraften.

Über diese unerfreulichen Zahlen informierte Bad Nauheims Erster Stadtrat Peter Krank, der auch Vorstandsvorsitzender des Schwimmbad-Zweckverbands ist, jetzt den Haupt- und Finanzausschuss der Kurstadt.

Nach Aussage von Krank haben sich die Besucherzahlen nach der Wiedereröffnung des Freibads deutlich schlechter entwickelt als erhofft. »Wir haben mit einem Rückgang um die 50 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren gerechnet, doch tatsächlich sind es 75 Prozent. Das Defizit für 2020 könnte sich noch weiter erhöhen, wenn die Hallen-Saison beginnt.«

Im Juli 2019 waren fast 33 000 Badegäste gekommen, im Juli diese Jahres - trotz Trockenheit und hohen Temperaturen - nur gut 5600. Allerdings ging der Corona-Lockdown im Freibad auch erst am 13. Juli zu Ende. »Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Bürger unter Corona-Bedingungen nicht ins Schwimmbad gehen«, sagte der Erste Stadtrat.

Usa-Wellenbad Bad Nauheim: Im Hallenbad noch weniger Besucher?

Um den Fehlbetrag nicht explodieren zu lassen, haben Vorstand und Geschäftsführung auf die von der Zweckverbandsversammlung ursprünglich angestrebte parallele Wiedereröffnung von Frei- und Hallenbad verzichtet. Ohnehin verursacht die Pandemie hohe Personalkosten, weil mehr kontrolliert wird und strenge Hygieneregeln eingehalten werden müssen. Im Wellenbad wird dieser Aufwand noch höher sein als im Freien. »Deshalb haben wir uns entschlossen, die Freibad-Saison möglichst lange laufen zu lassen, vermutlich bis Mitte September. Erst danach wird die Halle geöffnet«, erklärte Krank. Im Hallenbad rechnen die Verantwortlichen allerdings mit noch geringeren Besucherzahlen. Unter diesen Bedingungen und angesichts der Unsicherheit, was die künftige Entwicklung angeht, sei es äußerst schwierig den Schwimmbad-Haushalt für 2021 aufzustellen.

Ob die negative Entwicklung auch mit den reglementierten Besuchszeiten und dem Kartenvorverkauf samt Gebühren zusammenhängt, wollten einige Ausschuss-Mitglieder wissen. Der Vorverkauf wird nach Angaben von Krank gut angenommen. Diesbezüglich bekomme er viele positive Reaktionen aus der Bevölkerung. Denkbar sei, diese Art des Ticketverkaufs auch nach dem Ende der Corona-Pandemie anzubieten.

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