Eine Mehrheit im Bad Nauheimer Stadtparlament hat sich dagegen ausgesprochen, am Ticket-Kauf-System für den Besuch des Usa-Wellenbades etwas zu ändern. Die FDP hat sich für eine Änderung eingesetzt.
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Eine Mehrheit im Bad Nauheimer Stadtparlament hat sich dagegen ausgesprochen, am Ticket-Kauf-System für den Besuch des Usa-Wellenbades etwas zu ändern. Die FDP hat sich für eine Änderung eingesetzt.

Schwimmbad-Besuch

Usa-Wellenbad Bad Nauheim/Friedberg: Umstrittenes Ticket-System bleibt

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Wer ins Usa-Bad will, muss sein Ticket im Vorverkauf erwerben, beispielsweise im Online-Verfahren, für das eine Servicegebühr anfällt. Im Bad Nauheimer Parlament war das Streitpunkt.

Das Verfahren, mit dem Tickets für das Usa-Wellenbad verkauft werden, bleibt bestehen. Das gilt zumindest, wenn es nach dem Willen des Bad Nauheimer Parlaments geht, das am Donnerstag mit Stimmen von CDU, FW/UWG und Grünen einen Antrag der FDP-Fraktion abgelehnt hat. Die Liberalen hatten sich dafür starkgemacht, den Verkauf bürgerfreundlicher zu gestalten. Denn die Service-Gebühr bei der Online-Bestellung und die Preise, die nach Ansicht der FDP zu hoch sind, schreckten ab.

Fraktionsvorsitzender Benjamin Pizarro forderte, Erster Stadtrat Peter Krank (parteilos) solle sich für eine Änderung starkmachen. Krank ist Vorsitzender des Verbandsvorstands des Usa-Wellenbads Bad Nauheim/Friedberg. Pizarro: »Insbesondere sollte ein Modus gefunden werden, bei dem keine Vorverkaufsgebühren anfallen.«

Damit sprach der FDP-Politiker auch die Servicegebühr für den Online-Kauf an. Die fällt in Höhe von 1,95 Euro pro Verkaufsvorgang an, unabhängig von der Zahl der bestellten Karten, deren Preis pro Stück bei 4,85 Euro inklusive Vorverkaufsgebühr liegt. Eine Karte kann somit bis zu 6,80 Euro kosten. Pizarro bemängelte das und verwies auf die anderen Bäder in der Region, die moderatere Preise hätten.

Zum Vergleich führte der Freidemokrat das Seedamm-Bad in Bad Homburg an: Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern zahle dort insgesamt zwölf Euro, »ohne Vorverkaufsgebühr mit Onlinekauf«. In Bad Nauheim seien es 19,40 Euro in der Tourist Info (ohne Service-Gebühr) oder online 21,35 Euro (mit Service-Gebühr). »Klar, dass die Menschen woanders hingehen.« Die gesunkenen Besucherzahlen im Usa-Wellenbad sprächen eine deutliche Sprache, weshalb Handlungsbedarf bestehe, um das hohe Defizit nicht zu vergrößern.

Mehr Vollzahler als im August 2019

Peter Krank widersprach, indem er die Zahlen aus dem August nannte. »2019 waren es knapp 17 700 Besucher inklusive Vereinen, Kursen und Schülern. Davon waren rund 10 500 Besucher Vollzahler.« Im August 2020 seien es etwa 12 800 vollzahlende Besucher gewesen. »Mehr als 2019«, stellte er fest. Offensichtlich wüssten die Menschen das schöne Schwimmbad zu schätzen, sagte Krank.

Seiner Ansicht nach rechtfertigen die Anstrengungen des Usa-Bads, das Sicherheitsdienste stelle und regelmäßig desinfiziere, den Preis. Der sei nicht übertrieben höher als früher. In der Zweckverbandsversammlung habe die FDP all dem zugestimmt, ohne den Verkauf via Online-Plattform zu kritisieren. Wie Krank erläuterte, erhalte das Schwimmbad 2021 ein neues Kassensystem. »Dann haben auch wir ein Online-System und können Tickets ohne Vorverkaufsgebühr verkaufen.«

Hitzetage im August haben sich bemerkbar gemacht

Manfred Jordis (CDU) wunderte sich über die FDP. Bei einer Sitzung im Sommer hätten noch »alle gejubelt, weil das Schwimmbad aufmacht, obwohl klar war, wie schwierig es wird«. Das Bad hätte den Ticket-Verkauf im Sommer laut Jordis nicht anders organisieren können. Denn Schlangenbildung vor der Kasse sei zu vermeiden. »Bei Reservix fällt nun mal eine Gebühr an - wer zur Bad Nauheim Info geht, bekommt das Ticket ohne Gebühr.« Wie er anmerkte, sei das Parlament nicht zuständig für diese Frage, sondern die Schwimmbad-Gremien. Britta Weber (FDP) stellte klar, den Eintrittspreis durchaus infrage gestellt zu haben, aber sie sei abgefertigt worden. »Es ist ein prima Preis«, habe es geheißen.

Markus Theis (FW/UWG) hob die dramatische Situation hervor, in der sich die Gesellschaft momentan befinde. »Dass wir überhaupt das Schwimmbad aufgemacht haben, ist ein Kraftakt.«

Wie Sascha Rieck, Betriebsleiter des Usa-Wellenbades, gegenüber dieser Zeitung erklärte, sei an Hitzetagen die Nachfrage hoch gewesen: »Es waren ein oder zwei richtig heiße Wochenenden im August, das Wetter war Bombe, und da waren die mittleren Zeitfenster ausverkauft.«

Freibad bis 28. September geöffnet

Aktuell hat das Freibad des Usa-Wellenbades von Montag bis Sonntag zwischen 8 und 13.30 Uhr und von 14.30 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4,85 Euro pro Person und fünfeinhalbstündigem Zeitfenster plus gegebenenfalls einer Online-Servicegebühr in Höhe von 1,95 Euro. Diese Zeitfenster gelten seit Anfang September. Laut Betriebsleiter Sascha Rieck können Besucher vom Freibad aus weiterhin das Warmwasser-Außenbecken der Halle und - seit 1. September - das 50-Meter-Becken drinnen nutzen. Nur montags bis freitags von 17 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 11 Uhr stehe das große Innenbecken wegen des Vereinsschwimmens nicht zur Verfügung. Wie Rieck mitteilt, hat das Freibad noch bis einschließlich Montag, 28. September, offen. Ab Dienstag, 29. September, öffnet das Hallenbad. Die Preise bleiben unverändert, die Corona-Regeln ebenfalls.

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