Usa: Letztes Teilstück wird renaturiert

Bad Nauheim–Nieder-Mörlen (bk). In weiten Teilen ist die 30 Kilometer lange Usa bereits renaturiert, der Flusslauf ähnelt nicht mehr einem begradigten Kanal. In Bad Nauheim muss nur noch ein 1,4 Kilometer langer Abschnitt auf Nieder-Mörlener Gemarkung in einen naturnahen Zustand versetzt werden. Das Stadtparlament gab für die Investition einstimmig grünes Licht: 144 000 Euro werden bereitgestellt.

Wie Jürgen Patscha (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung) am Rande der Sitzung erklärte, sollen die Arbeiten im Herbst erledigt werden.

Das Usa-Teilstück zwischen den Brücken in Höhe der Straße Am Haingraben und am Golfplatz ist derzeit begradigt. "Die Böschungen sind kanalartig vertieft eingegraben und teilweise mit alten Grabsteinen mauerartig befestigt", heißt es in der Beschlussvorlage. Der Kanalcharakter soll durch unterschiedliche breite Flusslauf-Profile beseitigt werden. Kiesbette und kleine dammartige Querbauten (Buhnen) sollen für Wasserwirbel sorgen. Ziel ist es, dem Fluss ein vielfältigeres Aussehen zu geben und Lebensraum für mehr Tier- und Pflanzenarten zu schaffen. Die Planer erhoffen sich eine Verbesserung der Gewässergüte um mindestens eine Klasse. Weitere Bestandteile des Projekts sind die Schaffung eines Zugangs zur Usa in Höhe der Frauenwaldschule, damit Kinder den Fluss als Lehrbiotop nutzen können, und eine naturnahe Bepflanzung.

In der kurzen Debatte meldete sich Hans-Peter Thyssen (SPD) zu Wort und äußerte einen Wunsch des Ortsbeirats Nieder-Mörlen. Der Fußweg entlang der Usa sei zwischen dem Wehr und der Brücke in Höhe der Straße In der Weed in sehr schlechtem Zustand, vor allem behinderte Personen und Eltern mit Kinderwagen könnten den schmalen Pfad kaum noch benutzen. Wie Thyssen am Rande der Sitzung sagte, sei die Uferböschung stellenweise abgerutscht. Nach Ansicht des Ortsbeirats könnte eine Sanierung des 200 Meter langen Stücks zeitgleich zur Renaturierungsaktion erfolgen.

Wie Bürgermeister Armin Häuser anmerkte, stehe für diesen Zweck kein Geld zur Verfügung. Sollte die Sicherheit der Fußgänger nicht mehr gewährleistet sein, müsse das Wegeteilstück notfalls gesperrt werden (weitere Parlamentsnachrichten, Seite 32).

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