Von Frauen für Frauen: Die Soroptimistinnen Anne Wilmers (l.) und Georgette Storbeck (r.) mit Jeannette Stragies. FOTO: PV
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Von Frauen für Frauen: Die Soroptimistinnen Anne Wilmers (l.) und Georgette Storbeck (r.) mit Jeannette Stragies. FOTO: PV

Unterstützung für Frauen in Bedrängnis

  • vonred Redaktion
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Bad Nauheim(pm). Als "direkte Corona-Hilfe" hat der Serviceclub Soroptimist International Bad Nauheim unlängst dem Frauen-Notruf Wetterau eine Spende zukommen lassen. Beide Organisationen verbindet eine langjährige Kooperation, die zuletzt durch kulturelle Veranstaltungen wie ein Filmprojekt oder eine Bierdeckelaktion im Herbst sichtbar wurde. Die Soroptimistinnen handeln nach ihrem Leitmotto "Bewusst machen - Bekennen - Bewegen" und wollen die gesellschaftliche Position von Frauen und Mädchen stärken. Besonders an den "Orange Days" im November setzen die Soroptimistinnen sich gegen Gewalt gegenüber Frauen ein.

Der Frauen-Notruf Wetterau ist eine Beratungs- und Interventionsstelle, die bei körperlicher, sexualisierter und seelischer Gewalt Hilfe bietet. Der Verein unterstützt Frauen, Mädchen und Trans bei häuslicher Gewalt, Telefonterror, Stalking, sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, aber auch nach versuchter oder vollendeter Vergewaltigung.

Ansprechpartner in Notlagen

In seiner Funktion als Interventionsstelle ist der Frauen-Notruf mit Sitz in Nidda auch Ansprechpartner für Behörden, Einrichtungen, Betroffene und Ausübende von Gewalt. Neben der persönlichen Unterstützung führen die Mitarbeiterinnen Fortbildungen durch.

Wie dem Jahresbericht 2019 zu entnehmen ist, wird jede zweite bis dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer körperlicher und sexualisierter Gewalt. Durch den monatelangen Lockdown und eine nach wie vor angespannte soziale und finanzielle Situation in vielen Familien verzeichnet der Frauen-Notruf ansteigende Zahlen. Gerade für Frauen aus dem ländlichen Raum ist eine Beratungsstelle oft schwer erreichbar.

Die coronabedingten Hygienevorschriften schränken Beratungsgespräche ein. Darauf reagiert der Frauen-Notruf mit dem Ausbau der technischen Ausstattung, um auch mobil und aus dem Home Office arbeiten zu können. Es wurden ein Laptop, Smartphones und Monitore angeschafft. Akut von Gewalt betroffene Frauen können nun per Online-Beratung niedrigschwellig und auf Wunsch anonym Unterstützung erhalten.

Der Frauen-Notruf Wetterau wird zu fast 80 Prozent durch das Land Hessen und den Wetteraukreis finanziert. Die Spende der Soroptimistinnen über 500 Euro wird für die digitale Ausstattung eingesetzt. Jeanette Stragies und Christiane Wettig vom Frauen-Notruf nahmen den Scheck von den Soroptimistinnen Anne Wilmers und Georgette Storbeck entgegen. Beide Organisationen machen schon heute auf die Kampagne "Orange days 2020" im Herbst aufmerksam, bei der Aufklärung über Gewalt gegenüber Frauen im Fokus steht.

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