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Tüftler will mit Elvis-Roboter begeistern

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Harald Hock und Klaus Kreß (v. l.)) sind fasziniert von dem Elvis-Roboter, den Gábor Barócsi geschaffen hat. © Petra Ihm-Fahle

Gábor Barócsi, der jüngst in sein Wohnzimmer eingeladen hat, brennt für seine Idee. Bei einer »Aloha-Party« präsentierte der 47-jährige Koch seinen selbst gebauten Elvis-Roboter.

Ein Mann mit schwarzen Koteletten öffnet die Tür, das ist Gábor Barócsi, seit seiner Kindheit ein Fan von Elvis Presley. Hereinspaziert zur Aloha-Party mit selbst gebautem Elvis-Roboter! Seit März lebt Barócsi in Pohlheim-Dorf-Güll, vorher hatte in Bad Nauheim gewohnt, Er arbeitet als Koch in der Kurparkklinik der Gesundheitsstadt. Sein Projekt, den Roboter, will der 47-Jährige in ansprechendem Ambiente zeigen und es den Gästen gemütlich machen. Dazu hat er ein Vier-Gänge-Menü im Hawaii-Stil vorbereitet. Aus der Küche, wo der Gastgeber kocht, duftet es verlockend.

Mutter Evi sowie einige Kollegen, Nachbarn und Elvis-Fans sind da. Bürgermeister Klaus Kreß und Stadtmarketing-Chef Harald Hock, beide aus Bad Nauheim, treffen ebenfalls gerade ein. Sie erhalten Hawaii-Ketten und Plätze an der Kopfseite der Speisetafel. »Es ist eine ungewöhnliche Einladung, eine spannende Geschichte«, sagt Kreß. Da er gern Neues ausprobiert, wie er erzählt, freut er sich auf den Abend. Hock geht es genauso: »Ich freue mich auf die Kombi aus Essen und natürlich dem Roboter-Elvis, den ich noch nie gesehen habe.« Beide dachten zuerst, der Treffpunkt sei in der benachbarten Klosterwaldhalle und waren überrascht, als der Weg in ein privates Wohnzimmer führte. Der Raum ist stimmungsvoll eingerichtet, mit Fototapete, Rock’n’Roll-Accessoires, Aquarium, und großen Elvis-Pappaufstellern.

Auch ein 3D-Drucker im Einsatz

In der Wohnung hat Barócsi auch einen Hobbyraum, in dem er an seinem Roboter bastelt, der teilweise aus Silikon besteht. Bereits seit sechs Jahren werkelt er daran, setzt dazu auch einen 3-D-Drucker ein. Bevor er sein Geschöpf vorführt, verzehren die Gäste die Köstlichkeiten: Garnelen auf Toast, Ananas-Curry-Suppe in Kokosmilch und »Huli-Huli-Hähnchen«, eine hawaiianische Spezialität. »Elvis gab 1973 ein großes Konzert in Hawaii«, erzählt Barócsi, wie er auf die kulinarische Idee kam.

Schließlich ist es so weit, er baut ein Mischpult auf. Über die Wand flimmern Bilder aus der Zeit, als GI Elvis in die Wetterau kam. Eine Lichtshow beginnt, Seifenblasen fliegen. In einer verhüllten Kabine steht der Roboter, die Betrachter sehen den Umriss. Langsam hebt sich der Vorhang, die Handys gehen zum Fotografieren hoch: Da steht er, der »King« im weißen Anzug. Songs wie »Are you lonesome tonight« und »Heartbreak Hotel« erklingen. Das ganze Flair ist charmant, Barócsi liefert ein Gesamtpaket. Perfekt wäre aber langweilig, daher ist es wie ein Vorführeffekt, als der Roboter kurz zurück in die Werkstatt muss. Dann aber geht es los. »Elvis« bewegt den Kopf, öffnet und schließt den Mund, bewegt den Arm. Mit den Fingern klimpert er auf der Gitarre, tippt mit dem Bein auf. Ein sanfter Typ ist er, nicht ganz so kraftvoll wie das Original und dessen legendäre Hüftschwünge. Manchmal scheint es, als lächle er Barócsi an, während Songs wie »All shook up« und »In the Ghetto« ertönen.

Für Krankenhäuser und Altenheime

Gastlichkeit, Atmosphäre und künstlerische Spannung - der Abend kommt gut an. Gerne möchte Gábor Barócsi ehrenamtlich mit seinem Herzensprojekt in Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen auftreten. Bürgermeister und Stadtmarketing-Chef gefällt es, sie überlegen, ob und wenn ja wie man den Roboter einsetzen könnte. »Generell ist es eine super Idee, es ist gut ausgeführt. Ich glaube, an dem Projekt muss noch ein bisschen gearbeitet werden, aber es ist toll, was er schon alles kann. Und ich kann mir vorstellen, dass es auf Dauer ein Erfolg wird«, lobt Hock.

Bürgermeister Kreß ist ebenfalls angetan. »Einen Menschen wie Herrn Barócsi kennenzulernen, der so für eine Idee brennt, ist etwas Besonderes«, betont er. Wer Kontakt zu Barócsi aufnehmen möchte, kann ihm eine E-Mail an barocsigabor75@gmail.com schreiben.

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